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Kovalainen sieht sich auch 2008 in der Formel 1

29. Oktober 2007 - 16:27 Uhr

Heikki Kovalainen hat 2007 speziell in der zweiten Saisonhälfte eine überragende Leistung abgeliefert, dennoch steht er noch ohne Vertrag da

Heikki Kovalainen
Macht sich wegen seiner Zukunft keine Sorgen: Heikki Kovalainen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - In der Euphorie um Vizeweltmeister Lewis Hamilton ist 2007 ein wenig untergegangen, dass ein weiterer Rookie voll in der Formel 1 eingeschlagen hat: Heikki Kovalainen. Der finnische GP2-Vizemeister von 2005 stieg nach einem Jahr als Testfahrer zum Grand-Prix-Piloten bei Renault auf und lieferte nach einem schwierigen Einstand eine Topleistung nach der anderen ab.

Kovalainen wurde mit 30 Punkten WM-Siebenter und hatte damit am Ende um neun Zähler mehr auf dem Konto als sein routinierter Teamkollege Giancarlo Fisichella. Ab Montréal deklassierte er den Italiener gar mit 27:8 Punkten. In der Startaufstellung stand er in zehn von 17 Läufen vor Fisichella - und in den letzten neun Qualifyings war er gar siebenmal schneller als eben dieser. Sehr viel klarer kann man ein Stallduell nicht beherrschen.

Gerüchte um einen Wechsel zu McLaren-Mercedes

"Ob bei Renault oder woanders - ich bin optimistisch, dass es die Formel 1 sein wird."
Heikki Kovalainen

Daher ist Kovalainen nun auch zuversichtlich, dass er 2008 weiterhin Formel 1 fahren wird, obwohl er noch keinen unterschriebenen Vertrag in der Tasche hat: "Ob bei Renault oder woanders - ich bin optimistisch, dass es die Formel 1 sein wird. Da mache ich mir keine Sorgen", so der Finne, den selbst die Perspektive einer Rückkehr von Fernando Alonso zu Renault nicht beunruhigt, weil er dann unter Umständen selbst im Silberpfeil Platz nehmen könnte.

Außerdem rät er seinen Chefs bei Renault, sich gut zu überlegen, ob sie ihn ziehen lassen sollen: "Ich weiß, wo ich gegen Alonso stehe", verwies er auf die direkten Vergleiche im Jahr 2006, als er Testfahrer war. "Ich denke, das Team hat mich für diese Saison ausgewählt, weil sie da gesehen haben, dass ich genauso schnell bin wie Alonso." Zumindest die Vergleichszahlen zu Fisichella, die am Ende ähnlich wie früher bei Alonso waren, unterstützen ihn in dieser Ansicht.

Allerdings sei der Vollständigkeit halber auch erwähnt, dass 2007 nicht von Anfang an eine Traumsaison für Kovalainen war, denn nach seinem Fiasko bei der Premiere in Melbourne, wo er mit dem damals noch unglaublich bockigen und unberechenbaren Renault R27 überhaupt nicht zurechtkam, wurde er von den ersten Kritikern gleich mal abgeschrieben. Selbst heute leidet sein Image immer noch an diesem längst überwundenen Fehlstart.

Debakel in Melbourne kam völlig unerwartet

"So weit weg hätten wir uns niemals erwartet, daher war das erste Rennen ein Riesenschock für uns."
Heikki Kovalainen

"Alle Windkanalzahlen im Winter ließen uns annehmen, dass das Auto gut sortiert sein würde", analysierte er im Nachhinein gegenüber 'autosport.com'. "Die Zeiten bei den Tests waren auch nicht so schlecht, also machten wir uns keine Sorgen. Aber wir kamen in Melbourne an und waren überrascht, wie weit wir hinter der Spitze zurücklagen. So weit weg hätten wir uns niemals erwartet, daher war das erste Rennen ein Riesenschock für uns."

"Für mich war es wichtig, in diesen Monaten konzentriert zu bleiben", gab Kovalainen zu Protokoll. "Als Rookiefahrer und speziell nach einem so katastrophalen ersten Rennen zeigten viele schon mit dem Finger auf mich. Sie sagten: 'Er ist das Problem. Er macht die Dinge anders als Fernando.' Zu dem Zeitpunkt fiel es mir sehr schwer, mich zu konzentrieren." Die Sache wurde dadurch nicht einfacher, dass er selbst von Teamchef Flavio Briatore durch den Kakao gezogen wurde.

Psychologisch gesehen war die Situation des 26-Jährigen umso schwieriger, weil er vor Melbourne noch erwartet hatte, genau das Feuerwerk abzuziehen, das schlussendlich Lewis Hamilton vorbehalten blieb: "Als ich im Herbst meinen Vertrag unterschrieben habe, dachte ich, dass ich eine Chance auf die Weltmeisterschaft haben würde. Ich wollte genau den gleichen Job machen wie Lewis, aber es ging nicht. Aber das kratzt mich nicht zu sehr, denn mein Tag wird kommen."

Barcelona war der Anfang der Wende

Heikki Kovalainen
Selbst in Kanada lief es für Heikki Kovalainen erst ab dem Rennen gut...
© xpb.cc

Kovalainen gab zu, dass er "einen Tritt in den Hintern" brauchte, der dann auch tatsächlich Wirkung zeigte: In Barcelona sahen seine Ingenieure den Beginn der Wende hereinbrechen, mit Platz vier im Chaosrennen von Montréal war diese dann auch offensichtlich - und die Punkte waren für das Selbstvertrauen des Finnen sehr wertvolle, weil er endlich alle Zweifel über sich selbst abschütteln konnte. Parallel dazu bekam er auch seinen Fahrstil besser hin.

Bevor ihm diese Steigerung gelang, gab es aber viele Gerüchte, wonach er noch während der Saison durch Nelson Piquet jun. ersetzt werden könnte: "Das zu hören, war schwierig. Also ging ich zu Flavio. Ich habe ihn gefragt: 'Was ist da los? Stimmt es, dass du mich loswerden und den Fahrer wechseln willst?' Und er sagte mir, dass nichts dran sei", berichtete Kovalainen. Mit dieser Zusicherung im Rücken blühte er dann gegen Saisonende so richtig auf.

Die absolute Krönung seiner starken Performance mit neun Punkteankünften in den zehn Rennen ab Montréal war natürlich der zweite Platz im Regen von Fuji, wo er weniger als zehn Sekunden hinter Sieger Hamilton ins Ziel kam, aber seinen Landsmann Räikkönen bis zum Schluss hinter sich halten konnte. Damit stellte der Youngster, dessen Karriere 2004 mit dem Sieg beim Race of Champions in Paris richtig Schwung aufgenommen hatte, sein Talent eindrucksvoll unter Beweis.

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