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Kein Ende in der Spionageaffäre

10. Oktober 2007 - 13:53 Uhr

Auch Hamilton soll in Italien vernommen werden - Zeuge Alonso distanziert sich von McLaren-Mercedes - Verfahren gegen Stepney

Fernando Alonso
Alonso wurde diese Woche von der Staatsanwaltschaft Modena vernommen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Das Urteil ist gesprochen, doch die Spionageaffäre beschäftigt weiter die Formel 1 und Gerichte. Nachdem am Dienstag bereits Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso in Italien vernommen wurde, plant die Staatsanwaltschaft in Modena weitere Befragungen. Auch Alonsos McLaren-Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton und der spanische Silberpfeil-Testfahrer Pedro de la Rosa sollen bald vernommen werden, berichtete die italienische Sporttageszeitung 'Gazzetta dello Sport' am Mittwoch.

Die Staatsanwaltschaft Modena hatte im Zuge des Skandals Ermittlungen gegen Teamchef Ron Dennis und zwei weitere, namentlich nicht genannte Teammitglieder wegen Betrugs, Verletzung von Industriegeheimnissen und Unterschlagung aufgenommen.

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Juristische Spannung vor dem WM-Finale

Das juristische Nachspiel platzt nun mitten in die spannende Titelentscheidung. Vor dem WM-Finale am 21. Oktober in São Paulo dürfen sich noch drei Fahrer Hoffnungen auf die WM-Krone machen. Noch führt Neuling Hamilton, der durch seinen Ausfall zuletzt in Shanghai den ersten Matchball vergeben hatte, mit vier Punkten Vorsprung vor dem Spanier Alonso an. Weitere sieben Zähler zurück folgt Kimi Räikkönen im Ferrari. Sollte der 22-jährige Brite Hamilton den Showdown in Brasilien gewinnen, wäre er jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte.

McLaren-Mercedes war bereits zuvor vom Automobilweltverband FIA zu der Rekordgeldstrafe von 100 Millionen US-Dollar verurteilt worden, außerdem hatte man das Team von der Konstrukteurswertung ausgeschlossen. Alonso und sein Teamkollege de la Rosa hatten die von Ferrari zu McLaren geflossenen Informationen per E-Mail ausgetauscht. Den beiden Fahrern war von der FIA allerdings Immunität gewährt worden.

Alonso wurde am Dienstag über drei Stunden befragt. "Alonso ist nur als Zeuge vorgeladen worden", berichtete danach der ermittelnde Staatsanwalt Giuseppe Tibis, der die heikle Untersuchung um die Spionageaffäre führt.

Alonso wurde in Modena befragt

Alonso wurde in Anwesenheit seiner spanischen und italienischen Rechtsanwälte befragt. Indiskretionen zufolge distanzierte sich der Spanier von McLaren-Mercedes. Er habe zwar gewusst, dass Informationen über die Ferrari-Boliden in Besitz von McLaren-Mercedes geraten waren, er habe aber nicht gewusst, dass es sich um Industriespionage gehandelt habe, sagte Alonso.

Laut 'Gazzetta dello Sport' will Tibis die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den entlassenen Chefmechaniker von Ferrari, Nigel Stepney, beantragen, der McLaren-Mercedes die geheimen Informationen weitergegeben haben soll. Stepney soll von Tibis in den nächsten Tagen befragt werden. Die Untersuchung um den Fall könnte bis Dezember abgeschlossen werden.

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