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Haug und Theissen ziehen ein positives Saisonfazit

19. Oktober 2007 - 11:27 Uhr

Während es McLaren-Mercedes in diesem Jahr mit "höchstem Lob und härtester Kritik" zu tun bekommen hat, sieht Theissen sein Team auf dem richtigen Weg

Mario Theissen, Norbert Haug und Bernie Ecclestone
Mario Theissen, Norbert Haug und Bernie Ecclestone: Die Formel 1 boomt
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Silber greift nach Gold und BMW träumt vom weiß-blauen Wunder: Nach einer Formel-1-Saison voller Emotionen, Skandale und Überraschungen ziehen die beiden deutschen Autobauer schon vor dem Finale am Sonntag in Sao Paulo ein positives Fazit.

"Wir haben bisher mit unseren Fahrern mehr Punkte als jedes andere Team gemacht. Bei schwierigsten Bedingungen hat unsere Mannschaft am besten und erfolgreichsten von allen gearbeitet, und dafür bedanke ich mich bei jedem einzelnen Teammitglied", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug im Doppel-Interview des 'sid'.

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Spionage-Affäre, Rekord-Geldstrafe von 100 Millionen Dollar und die Aberkennung aller Punkte in der Konstrukteurs-WM haben natürlich auch bei Haug Spuren hinterlassen. Der Aufstieg von Lewis Hamilton vom Neuling zum angehenden Weltmeister habe allerdings für vieles entschädigt, meint der Mercedes-Sportchef: "Das war sicher der schönste Moment in dieser Saison."

Rundum zufrieden ist BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. Das Team könne stolz auf das Erreichte sein: "Platz vier war Pflicht, Rang drei die Kür." Und am "Grünen Tisch" habe man sogar Platz zwei zugesprochen bekommen. Man dürfe sich aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sagt Theissen und richtet den Blick schon nach vorn: "Es sind noch vier Autos schneller als wir, und die wollen wir auf der Strecke schlagen."

Es habe ihn schon überrascht, so Theissen, dass sich das Team von Anfang an als dritte Kraft präsentiert habe und diese Position praktisch in jedem Rennen unter Beweis stellen konnte. So habe man die angestrebten Podiumsplätze aus eigener Kraft erzielt. Man sei dabei gelegentlich auch in die Phalanx der Top-Teams eingebrochen: "Wir sind auf dem richtigen Weg."

Die bitterste Stunde habe das Team in Montreal erlebt, als der Pole Robert Kubica einen Horror-Unfall wie durch ein Wunder nahezu unverletzt überstand: "Die Minuten bis zur erlösenden Nachricht waren quälend lang." Sportlich sei das Rennen für das Team jedoch herausragend gewesen, denn in Kanada habe Nick Heidfeld mit Platz zwei das bislang beste Resultat für BMW Sauber F1 eingefahren. "Insofern war dieses Wochenende für uns ein gefühlter Doppelsieg", meint Theissen.

Für Haug war die harte Strafe durch den Automobilweltverband FIA wegen der "Spionage-Affäre" der schlimmste Moment. Das wolle er aber nicht weiter kommentieren, sagt der Mercedes-Sportchef: "Wir haben mit dem Thema abgeschlossen."

Gefreut habe ihn, dass der befürchtete Einbruch im Jahr eins nach Michael Schumacher in Deutschland ausgeblieben sei. Die Gründe dafür lägen auf der Hand: "Der Sport hat große Qualität und enorme Spannung geboten, auf der politischen Bühne war mehr los denn je - auch dies schaffte immer mehr Interesse für die Formel 1." Dabei standen die "Silberpfeile" von Anfang bis Ende im Blickpunkt. Sein Team habe im Wechsel höchstes Lob und härteste Kritik erfahren.

Theissen hat das anhaltende Interesse an der "Königsklasse" nicht überrascht, denn das Produkt Formel 1 sei stark genug: "Sicherlich haben viele Fans Michael Schumacher am Anfang der Saison vermisst. Doch der Titelkampf und die vielen deutschen Talente sorgten früh für viel Gesprächsstoff." Schumi sei einzigartig, so Theissen, doch jetzt würden andere starke Fahrer, andere Persönlichkeiten und Charaktere die Formel 1 bestimmen.

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