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Hamilton gibt sich unschuldig - Kollegen fordern Strafe

05. Oktober 2007 - 12:58 Uhr

Während sich Lewis Hamilton vor der erneuten Anhörung in der '"YouTube'-Affäre" unschuldig gibt, sehen dies einige Kollegen anders

Lewis Hamilton
Was wird Lewis Hamilton von der Rennleitung wohl zu hören bekommen?
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Lewis Hamilton spielte den Unschuldigen, doch der Automobilweltverband FIA kannte kein Erbarmen und lud den WM-Spitzenreiter im Shanghai nach Ansicht eines Amateurvideos erneut zur Anhörung. Gemeinsam mit dem im Freitagstraining auf einem enttäuschenden vierten Platz gelandeten "Silberpfeil"-Piloten müssen auch Sebastian Vettel und Mark Webber den Rennkommissaren Auskunft über ihren Unfall beim Großen Preis von Japan geben, den Hamilton möglicherweise mit verursacht haben soll.

"Es gibt eine offizielle Untersuchung. Danach werden die Stewards entscheiden, ob es eine Strafe gibt", sagte FIA-Sprecherin Alexandra Schieren dem 'sid' und kündigte eine langen Abend des Wartens auf die Entscheidung an. Im schlimmsten Fall drohte dem 22-jährigen Hamilton der Verlust seines Sieges vom vergangenen Sonntag. Damit würde sein Vorsprung auf den Erzrivalen Fernando Alonso von zwölf auf zwei Punkte schrumpfen.

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Der deutsche FIA-Vizepräsident Hermann Tomczyk hielt eine nachträgliche 25-Sekunden-Strafe - damit würde der Brite fünf WM-Punkte verlieren - oder eine Rückversetzung in der Startaufstellung für den Großen Preis von China am Sonntag für wahrscheinlicher.

Hamilton selbst ging vom Freispruch aus. In dem Fall könnte er sich mit einem Sieg in dem wegen des aufziehenden Taifuns mit Windgeschwindigkeiten bis 240 km/h gefährdeten Rennen vorzeitig den Titel als jüngster Weltmeister aller Zeiten sichern.

"Ich habe nichts falsch gemacht, eine Strafe wäre unangemessen. Da versuchen andere, mir die Schuld in die Schuhe zu schieben", meinte der beste Formel-1-Neuling aller Zeiten, dessen Saubermann-Image erste Kratzer bekommen hat: "Ich bin noch nie in meinem Leben so ein gutes Rennen gefahren. Ich habe versucht, allen aus dem Weg zu gehen. Die anderen müssen halt selbst Abstand zueinander halten."

Immerhin räumte Hamilton, "vielleicht nicht den besten Job hinter dem Safety Car" gemacht zu haben. Er war bei starkem Regen am Mt. Fuji in einer Linkskurve plötzlich nach rechts gefahren und hatte gebremst, daraufhin krachte Vettel ins Heck von Webber. Eine erste Anhörung in Japan brachte keine Strafe, doch dann tauchte das Video eines japanischen Fans mit dem virtuellen Namen `Smoker893' auf.

Ein weiterer Fahrer, der sich über Lewis Hamiltons Verhalten geäußert hat, ist Heikki Kovalainen: "Es sieht danach aus, als hätte er etwas meiner Meinung nach nicht akzeptables getan", erklärte der Renault-Pilot gegenüber Reportern. "Als ich hinter Hamilton lag, da vollführte er ebenfalls Beschleunigungs- und Bremsmanöver. Allerdings informierte ich zu diesem Zeitpunkt mein Team nicht, denn ich dachte nicht, dass dies zu gefährlich ist, und ich war in der Lage, damit umzugehen."

Auch der Finne ist in den Vorfall indirekt verwickelt, gab es im Fahrerlager doch das Gerücht, dass ihn sein Team nach Aufforderung durch FIA-Rennleiter Charlie Whiting aufgefordert haben soll, Abstand auf Hamilton zu halten: "Ich war überrascht, von meinem Team zu vernehmen, dass ich von der FIA gewarnt wurde, Lewis nicht zu nahe zu kommen. Ich war überrascht, denn ich hatte nicht das Gefühl, dass ich jemanden gefährde. Ich weiß nicht, warum niemand etwas zu Lewis gesagt hat."

"In Sachen Strafregister haben die Fahrer nicht mitzureden", meinte Vettel zu einer möglichen Strafe gegen Hamilton. BMW Sauber F1 Team Pilot Nick Heidfeld wurde deutlicher: "Es ist unmöglich, was Hamilton gemacht hat. Eine Strafe wäre angemessen."

Damit könnte die WM noch einmal spannend werden. Der selbst im August in Budapest wegen der Boxenstopp-Blockade gegen Hamilton bestrafte Teamkollege und WM-Zweite Fernando Alonso meinte: "Wenn die Stewards ihn bestrafen wollen, werden sie das tun. Das ist Sache der FIA."

Vor dem 16. von 17 WM-Läufen führt Hamilton mit 107 Punkten vor Alonso (95) und Räikkönen (90). Würde dem WM-Spitzenreiter der Sieg von Japan aberkannt, wäre der Dreikampf zwischen Hamilton (97), Alonso (95) und Räikkönen (92) um die WM-Krone perfekt.

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