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Hamilton: "Keiner von uns will einen Crashkurs"

18. Oktober 2007 - 16:35 Uhr

Während Alonso im Titelkampf auf viel Risiko aber keine Fouls setzen will, ist Hamilton sicher, dass niemand eine Titelentscheidung durch einen Crash möchte

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton hofft auf ein faires Finale um den WM-Titel
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Lewis Hamilton lachte vor sich hin, Fernando Alonso spielte wie immer "Mister Cool" und Kimi Räikkönen gab sich locker wie lange nicht: Beim ersten Schlagabtausch vor dem Formel-1-Finale am Sonntag in Sao Paulo einigten sich die drei Titelkandidaten im Blitzlichtgewitter auf eine friedliche Punkteteilung - von Rivalität keine Spur.

Angst, dass ihn Teamkollege Fernando Alonso abschießen könnte, wenn der Titelverteidiger merkt, dass ihm die Felle davon schwimmen, habe er nicht, betonte McLaren-Mercedes-Pilot Hamilton: "Natürlich will jeder von uns in der ersten Kurve vorne sein, aber nicht um jeden Preis. Keiner von uns will einen Crashkurs."

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Alonso gab zu, dass es ein ganz schmaler Grat sei. Er wolle das größtmögliche Risiko eingehen, ohne dabei unfair zu sein. "Ich sage es gerne nochmal: Ich will Weltmeister werden und dazu muss ich das Rennen erstmal beenden", sagte der Spanier. Da gebe es keinen Raum für dumme Spielchen und unsportliche Manöver.

Nach der offiziellen Pressekonferenz am Donnerstag gingen die Rivalen der Rennbahn aber sofort wieder getrennte Wege, das Fairplay wirkte nur gespielt. Vor allem WM-Spitzenreiter Hamilton, der sich zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten krönen kann, hatte es eilig. "Ich kenne die Strecke nur vom Computer, das hilft, reicht aber nicht aus. Ich gehe den Kurs jetzt noch zu Fuß ab", sagte der 22-jährige Brite.

Hamilton führt die WM-Wertung vor dem Showdown mit vier Punkten Vorsprung vor Alonso an. Dem besten Neuling der Formel-1-Geschichte würde bereits ein zweiter Platz reichen, um Alonso nach zwei Jahren vom Thron zu stürzen. Der Spanier, der möglicherweise zum letzten Mal im Silberpfeil sitzt und 2008 zu Renault zurückkehrt, hat nur gute Erinnerungen an den Kurs im Stadtteil Interlagos. "Hier habe ich meine beiden WM-Titel gewonnen, das macht mir Mut", sagte der Einzelgänger aus Asturien.

Diesmal sei alles aber viel schwieriger für ihn, meinte Alonso: "Die Situation ist für mich ungewohnt. Ich komme als Jäger und nicht als Gejagter hierher. Und selbst, wenn ich gewinne, habe ich die Sache nicht mehr in der Hand. Es wird verdammt eng, Lewis und ich dürfen keine Fehler machen, denn darauf wartet Kimi nur."

Bei sieben Punkten Rückstand auf Hamilton geht Räikkönen als krasser Außenseiter in das große Finale. "Wir brauchen hier schon einen Doppelsieg, dann können wir nur abwarten, was die silbernen Jungs machen", erklärte der Ferrari-Pilot, den in einer WM-Umfrage des 'sid' nur Michael Schumachers Manager Willi Weber als Weltmeister sieht: "Ich habe immer noch ein rotes Herz und drücke deshalb Kimi die Daumen." Knapp 80 Prozent der Fahrer und Teamchefs tippen allerdings auf Hamilton, etwa 20 auf Alonso.

Nick Heidfeld findet es extrem, was im Moment um Alonso abgeht. "Ich weiß nicht, ob all die Anschuldigungen stimmen und da wirklich etwas nicht sauber ist, oder ob Alonso nur Action macht", sagte der BMW Sauber 1 Team Pilot dem 'sid'. Um in der Formel 1 allerdings Weltmeister zu werden, müsse man sicher egoistisch sein, meinte der Mönchengladbacher weiter: "Doch das allein reicht nicht, man muss auch den Speed haben - und den hat Alonso."