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Hamilton: "Es wäre ein Desaster geworden"

01. Oktober 2007 - 12:06 Uhr

Der McLaren-Mercedes-Pilot ist froh, dass er nicht schon vergangenes Jahr als Nachfolger von Juan-Pablo Montoya in den "Silberpfeil" gesetzt wurde

Lewis Hamilton
Hamilton ist froh, dass er sich auf sein Formel-1-Debüt gut vorbereiten konnte
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton ist schon ganz nahe dran, seinen großen Traum vom Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft zu realisieren - und das in seiner ersten Formel-1-Saison. Der Brite liegt bei noch maximal 20 zu vergebenden WM-Punkten mit 12 Punkten Vorsprung auf Teamkollege Fernando Alonso in einer aussichtsreichen Position.

Für den amtierenden Weltmeister ist diese Situation "schwierig", wie der Brite im Interview mit dem 'Spiegel' erklärt, schließlich sei er ein Neuling, Alonso der zweimalige Champion: "Aber ich bin kein Typ, der sich zurücklehnt und an den Rand drängen lässt. Egal, was immer ich im Leben gemacht habe: Ich habe mich niemals dirigieren lassen. Wenn jemand mich nicht respektiert, ziehe ich daraus meine Schlüsse."


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Im Alter von sechs Jahren interessierte sich Hamilton erstmals für Autorennen - als er zusammen mit seinem Vater Anthony Formel-1-Rennen anschaute: "Ich verstand nicht wirklich, was da passierte, aber es machte mir Spaß". Und er schaute genau dabei zu, wie sein Vater Auto fuhr: "Bevor ich selbst fahren konnte, wusste ich schon genau, wie das geht. Ich hatte es mir durch Beobachten beigebracht."

Sein Vater - ein Angestellter der Eisenbahn - musste zwei Nebenjobs haben, um seinem Sohn die langsam in die Gänge kommende Motorsport-Karriere zu finanzieren. Der Junior gibt zu, dass er damals nicht verstand, wie hart sein Vater für ihn arbeiten musste.

"Ich ging zur Schule, machte meine Hausaufgaben, danach sind wir zur Kart-Strecke - so simpel sah meine Welt aus." Er selbst habe im Alter von 15 Jahren als neuer Kartweltmeister begriffen, dass er das Zeug dazu hat, jemand Großes zu werden.

Auf dem Weg in die Formel 1 musste Lewis Hamilton hochkonzentriert arbeiten und alles geben. So habe er zum Beispiel 2003 die Britische Formel-Renault-Meisterschaft gewinnen müssen: "Sonst hätte ich vermutlich die Förderung durch McLaren-Mercedes verloren".

Und auch ohne den GP2-Titelgewinn 2006 säße er heute nicht im "Silberpfeil": "Ron Dennis hatte mir klipp und klar gesagt: 'Nur wenn du gewinnst, bekommst du die Möglichkeit, in unserem Auto zu sitzen. Du hast diese Chance, diese eine'."

Heute arbeitet Hamilton in der "Königsklasse des Motorsports" hart daran, sowohl auf als auch abseits der Rennstrecke 100 Prozent aus sich herauszuholen: "Es gibt in der Formel 1 einige Fahrer, die nicht das Letzte aus sich herausholen."

"Umgekehrt kompensieren manche das, was ihnen an natürlicher Gabe fehlt, mit Fleiß. Der Beste kannst du allerdings nur werden, wenn du beides hast", so Hamilton, der zugibt, dass er acht Tage brauchte, um zu verstehen, was er am Setup alles verändern kann.

Im vergangenen Jahr überlegte McLaren-Mercedes, Lewis Hamilton während der Saison als Nachfolger von Juan-Pablo Montoya zu verpflichten - doch heute ist er froh, dass es dazu nicht gekommen ist: "Es wäre ein Desaster geworden."

Er sei damals "überhaupt nicht reif" gewesen und habe "viel zu wenig" über die Feinheiten eines Formel-1-Autos gewusst. Als er ein halbes Jahr später in Melbourne in der Startaufstellung stand, fühlte er sich hingegen gut vorbereitet, war "total entspannt" und hatte nur ein Ziel: "Ich wollte siegen".

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