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Gascoyne: "Mit weniger Downforce konkurrenzfähiger"

10. Oktober 2007 - 11:37 Uhr

Spykers Technischer Direktor Mike Gascoyne analysiert seine falsche Reifenwahl in China und blickt voraus auf das Finale in Brasilien

Mike Gascoyne
Mike Gascoyne nimmt die falsche Reifenwahl von China auf seine Kappe
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Mike, Spyker war in Shanghai das einzige Team, das mit Full-Wets gestartet ist. Was war euer Gedanke hinter dieser Entscheidung?"
Mike Gascoyne: "Unser Wetterbericht sagte Regen in den ersten 20 Minuten voraus, das Satellitenbild bestätigte das. Aber die Regenfront zog auf einmal ab, nur noch die Ausläufer waren da. Wir pokerten mit starkem Regen, denn wenn alle anderen an die Box gekommen wären, hätten wir gut ausgesehen. Unterm Strich waren wir am Wochenende aber einfach nicht konkurrenzfähig, also gingen wir ein Risiko ein. Wir waren nicht das einzige Team mit Problemen - wenn man sich Renault und Williams und unseren Abstand zu ihnen anschaut, dann war der genauso groß wie immer."

Frage: "War es das Risiko wert?"
Gascoyne: "Wir hätten an dem Wochenende sowieso keine Bäume ausgerissen, und wenn man sich in so einer Situation befindet, dann kann man ruhig ein Risiko eingehen - man hat ja nichts zu verlieren. Wenn es geklappt hätte, hätten wir sehr gut ausgesehen, aber unterm Strich lohnte es sich nicht. Wir wechselten auf Intermediates und dann auf Trockenreifen, als es wieder zu regnen begann."

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Sutil mit einem Fahrfehler

"Adrian hat einen Fehler gemacht, aber ehrlich gesagt kann man ihm dafür keine Schuld geben."
Mike Gascoyne

Frage: "Was war mit Adrian Sutil los, wie kam es zu seinem Unfall?"
Gascoyne: "Adrian hat einen Fehler gemacht, aber ehrlich gesagt kann man ihm dafür keine Schuld geben. Es begann wieder zu regnen und er hatte Trockenreifen drauf, da drehte er sich in der letzten Kurve, genau wie auch Ralf Schumacher. Es begann zu regnen und es war dort sehr nasse. So etwas kommt vor."

Frage: "Was hättet ihr im Nachhinein betrachtet erreicht, wenn ihr wie alle anderen auch auf Intermediates gestartet wärt?"
Gascoyne: "Ich glaube nicht, dass unser Auto konkurrenzfähig genug war, um etwas zu erreichen. Vielleicht hätten wir ein paar Leute überholt, die selbst Probleme hatten, aber mehr nicht. Mit einem Hinterbänklerteam und mit Rookiefahrern ist es schwierig. Shanghai ist schwierig zu lernen und ich denke, dass wir in einem Trockenrennen besser bei der Pace gewesen wären."

Frage: "Bist du insgesamt zufrieden mit den Fortschritten mit dem verbesserten Auto?"
Gascoyne: "Wir hatten ein paar klasse Rennen mit dem B-Auto und ein paar durchschnittliche. Interessanterweise waren zwei Strecken dabei, die Adrian sehr gut kannte, während die anderen beiden neu für ihn waren. Er hat in letzter Zeit fantastische Rennen hingelegt, aber man darf nicht vergessen, dass er noch ein Rookie ist, dass er noch alles lernt, dass er nicht so viel getestet hat wie Lewis Hamilton und andere Fahrer. Ich denke, darunter haben wir am vergangenen Wochenende gelitten."

Platz zehn in der Konstrukteurs-WM

"Wir sind zufrieden mit dem Punkt."
Mike Gascoyne

Frage: "Bist du froh, aus Asien zumindest einen Punkt mitzunehmen?"
Gascoyne: "Wir sind zufrieden mit dem Punkt, denn wir werden in der Konstrukteurs-WM Zehnter, was finanziell sehr wichtig für das Team ist. Wichtiger ist aber noch, dass es für das Team schön ist. Ich persönlich hatte noch nie eine Saison ohne Punkt! Ein Rennen haben wir ja noch - wer weiß?"

Frage: "Wird Interlagos eurem Auto liegen?"
Gascoyne: "Wir sind mit weniger Downforce definitiv konkurrenzfähiger. Dort gibt es eine lange Gerade, wo wir für das Rennen viel Flügel wegnehmen werden, um im Rennen schnell zu sein - genau wie in Spa. Die Flügeleinstellungen der beiden Strecken sind sehr ähnlich - und Spa war ja eines unserer konkurrenzfähigeren Rennen, in dem wir andere Autos überholen konnten. Ich glaube, das ist auch in Brasilien möglich."

Frage: "Und es könnte wieder regnen..."
Gascoyne: "Wir haben uns immer damit gebrüstet, dass wir das perfekt hinbekommen, aber China war diesbezüglich ein schwerer Dämpfer. Ich trage dafür die Verantwortung, aber es hat halt nicht funktioniert. So, wie wir es am Nürburgring geschafft haben, mit einer halben Minute Vorsprung zu führen, so waren wir diesmal fast eine Runde hinter allen anderen. Ich habe mich dafür bei den Jungs entschuldigt. Es ist schön, Applaus zu bekommen, wenn man richtig liegt, aber man muss auch die Verantwortung dafür tragen, wenn man es mal verbockt."