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Ferrari und ihr "richtiger" Sieger

22. Oktober 2007 - 00:59 Uhr

Jean Todt, Luca di Montezemolo, Luca Baldisserri, Stefano Domenicali - die internen Lobgesänge bei Ferrari nahmen kein Ende

Jean Todt (Teamchef)
Vielleicht brachte ja auch die Umarmung durch Naomi Campbell Glück?
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Auf Ferrari und Kimi Räikkönen dürften vor dem Formel-1-Finale in Brasilien wohl nur wenige getippt haben. Doch im Zusammenspiel mit zahlreichen, nicht vorhersehbaren Zwischenfällen war am Ende Kimi Räikkönen, der über WM-Titel jubeln konnte. Damit räumte Ferrari - vorbehaltlich der noch andauernden Untersuchungen gegen Williams und das BMW Sauber F1 Team - beide Titel ab.

Nach den Skandalen der Saison 2007, vor allem nach der Spionageaffäre mit McLaren-Mercedes, empfand Ferrari-Rennleiter Jean Todt nach der Entscheidung so etwas wie Genugtuung. "Ich glaube an die Fairness und es waren der richtige Fahrer und das richtige Team, die gewonnen haben", so Todt.

Er verwies darauf, dass er nach jedem Rennen davon sprach, die Köpfe nicht hängen zu lassen und weiter an den Erfolg zu glauben. "Kimi hat die richtige Mentalität, er hat das gemacht, was er für das Team tun musste. Man sollte nicht vergessen, dass Kimi vor dem China-Rennen 17 Punkte zurücklag - und das bei zwei ausstehenden Rennen."

Doch nicht allein am Finnen habe es gelegen. "Es ist der Erfolg eines fantastischen Teams mit außergewöhnlichen Fahrern", erklärte er weiter. "Das ist wirklich ein Teamsieg, denn wenn Felipe nicht Zweiter geworden wäre, wäre Kimi nicht Meister. Ich empfinde angesichts dieser fantastischen Leute großen Stolz."

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo brachte auf den Punkt, was wohl die Mehrheit im Ferrari-Team und auch viele Tifosi gedacht haben. "Ich habe das nicht erwartet, auch wenn die Hoffnung nie starb", so der Italiener.

Für Chefstratege Luca Baldisserri war der Titel gar einen Vergleich mit Michael Schumachers erstem Ferrari-Titel 2000 wert. "Der heutige Sieg ist so fantastisch, wie es 2000 war", wird er von 'autosport.com' zitiert. In einem ebenso engen Kampf sei der Titel wieder im letzten Rennen entschieden worden. "Wir mussten einen Doppelsieg einfahren und das schafften wir. Aber auch die anderen Ergebnisse musten passen. Es gab fast nur eine Variante, mit der es geklappt hätte, und genau die kam."

Doch nicht nur Räikkönen ist der Sieger, auch die neue "italienische Riege" bei Ferrari. Ende 2006 verabschiede sich Michael Schumacher in den Ruhestand - und nahm Ross Brawn und Paolo Martinelli gleich mit. Unter der neuen technischen und sportlichen Führung gelang den Roten nun unmittelbar der nächste große Erfolg.

"Das ist eine unglaubliche und außergewöhnliche Leistung", so der Sportliche Leiter des Teams, Stefano Domenicali. "Das, was wir jetzt verspüren, ist einzigartig. Aber wir müssen auch nach vorn denken. Wir haben in diesem Jahr gewonnen, aber die Ziele für das nächste Jahr ändern sich natürlich nicht."

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