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Fans fordern Bestrafung - Hamilton zittert

05. Oktober 2007 - 12:30 Uhr

Während Fans im Internet nach Veröffentlichung des "Beweisvideos" eine Bestrafung fordern, zittert der Brite vor der Entscheidung der Rennleitung

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton will in der Formel 1 nicht zum "bad guy" abgestempelt werden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - "Schumi88" hat eine klare Meinung zur "'YouTube'-Affäre" um Lewis Hamilton: "Disqualifiziert ihn. Lasst uns einen Dreikampf um die WM in Brasilien haben." Der Formel-1-Fan mit dem einprägsamen Spitznamen kommt aus Bangladesch. Er ist einer von weltweit fast zwei Millionen Menschen, die sich das Amateurvideo des Japaners "Smoker893" vom Großen Preis von Japan angesehen haben. Die mehrheitliche Meinung ist klar: Hamilton hat den Unfall zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber mit verursacht und gehört bestraft.

Hamiltons Saubermann-Image hat Kratzer bekommen. "Das war kein Rennzwischenfall. Hamilton hat diesen Vorfall ganz klar verursacht, weil er den Geist der Regeln gebrochen hat. Der Junge zeigt, wie man sich in seinem ersten Jahr in der Formel 1 Feinde macht", schreibt "Bobulon", der sich als professioneller Rennfahrer ausgibt.

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Der Mann hat vermutlich Recht, denn sowohl Webber ("Lewis hat einen Scheißjob gemacht. Ohne sein Verhalten wäre der Unfall nicht passiert") als auch Vettel ("Ich dachte Lewis gibt auf, da war kein Rhythmus") hatten den WM-Spitzenreiter scharf kritisiert.

"Ich wundere mich nur, warum das Formel-1-Management dieses Video nicht entfernen lässt. Vielleicht um die TV-Einschaltquoten beim letzten Rennen in Brasilien zu erhöhen", schreibt "wf1g". Tatsächlich wurde das 19 Sekunden lange Filmchen am Donnerstag vom Formel-1-Management (FOM) um Bernie Ecclestone aus lizenzrechtlichen Gründen gesperrt - ist nun aber wieder verfügbar, nachdem es sowieso bereits auf anderen Seiten abgerufen werden konnte.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits etwa 26.000 Menschen einen eigenen Eindruck vom Geschehen gemacht. Dann tauchte der Film bei 'MyVideo' und auf anderen Plattformen auf. Inzwischen ist das Internet-Video des 34-jährigen "Somoker893" wohl eines der derzeit populärsten weltweit.

"Jyllenberg" vergleicht Hamiltons Zickzackfahrt hinter dem Safety Car mit Michael Schumacher: "Der Unfall war ganz klar Vettels Fehler. Aber Hamilton hat dumme Spiele gespielt genau wie Schumi in Monza 2000 und Monaco 2004. In beiden Fällen ist Scheiße passiert." Wie beim Rennen in Fuji, deshalb sollte Hamilton nicht nur nach Meinung von "Schumi88" eine Lektion bekommen. "Hamilton sollte seine Punkte verlieren", meint "Mistacold".

Andere forderten Durchfahrtsstrafen oder Rückversetzungen in der Startaufstellung beim Großen Preis von China am Sonntag. Und zwar, so "vr83", weil "es komplett dumm ist, so etwas zu tun". Und, so "Airfranz", weil "Hamilton Webber seinen ersten Grand-Prix-Sieg gestohlen hat". Ein anderer meint, dass Hamilton "kein Champion sondern ein Holzklotz" ist.

In einer Linkskurve ganz nach rechts rauszufahren und fast anzuhalten sei ein Bruch der Regeln, innerhalb von fünf Längen hinter dem Safety Car zu bleiben, schreiben etliche Fans unisono. Trotzdem zweifelt "qwertypc22" an der übergeordneten Gerechtigkeit: "Hamilton ist das Gesicht der Formel 1, gegen ihn wird in nächster Zeit keine FIA-Entscheidung getroffen."

Unterdessen hat Hamilton Bedenken, dass ihn die Rennleitung bestraft und damit in den Titelkampf eingreift: "Ich hatte ein gutes Wochenende, ich vollführte keinen falschen Schritt, ich tat nichts, wobei ich irgend jemanden gefährdete", erklärte der 22-Jährige in Shanghai gegenüber Journalisten. "Ich komme nach China und plötzlich soll ich für etwas bestraft werden."

Die Formel 1 stehe für einen harten aber fairen Wettbewerb, und es sei "wirklich schade", dass derzeit darüber debattiert wird, ihn womöglich zu bestrafen: "Ich habe das ganze Jahr über probiert, einfach fair zu bleiben. Es gab in diesem Jahr ein paar wirklich seltsame Situationen, in denen man mich wie einen schlechten Mensch ausschauen ließ. Wenn dies die Art und Weise ist, wie es weitergeht, dann ist dies kein Ort, an dem ich sein möchte."

Mit seinen Äußerungen bezieht sich Lewis Hamilton nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf die Strafe, die sein Arbeitgeber in der "Spionage-Affäre" kassiert hat. Wegen des unerlaubten Besitzes von Ferrari-Informationen erhielt der britisch-deutsche Rennstall eine Strafe in Höhe von 100 Millionen Dollar und bekam alle Punkte in der Konstrukteurswertung aberkannt. Diese Informationen hatte zuvor ein Ferrari-Mitarbeiter an einen McLaren-Mercedes-Angestellten weitergeleitet