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E-Mail-Affäre: Renault unterstützt Ferrari

11. Oktober 2007 - 20:54 Uhr

Renault-Teammanager Steve Nielsen kann den Ferrari-Ärger über die E-Mail-Panne der FIA beim Japan-Grand-Prix gut nachvollziehen

Steve Nielsen und Alan Permane
Steve Nielsen (links) und Alan Permane am Kommandostand von Renault in Fuji
© Renault

(Motorsport-Total.com) - Beim Grand Prix von Japan gab es jede Menge Wirbel über die Ferrari-Entscheidung, mit Intermediates ins Rennen zu starten, schließlich hatte FIA-Rennleiter Charlie Whiting im Vorfeld angeordnet, dass hinter dem Safety-Car auf Regenreifen gestartet werden muss. Nur: Diese Nachricht ist bei Ferrari erst zu spät angekommen.

Die Italiener präsentierten am Sonntagabend ihre Sicht der Dinge und erklärten, warum die Nachricht erst sieben Minuten nach dem Start registriert wurde - die Rennleitung hatte nämlich nicht wie sonst üblich über den Datenschirm am Kommandostand oder über einen Kurier im Fahrerlager informiert, sondern über E-Mail. Diese kam aber zu spät auf dem Notebook von Sportchef Stefano Domenicali an, weshalb Ferrari die beiden Autos zum Reifenwechsel an die Box beordern musste.

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Nielsen übt sanfte Kritik an der FIA

Von Mercedes-Sportchef Norbert Haug wurde die Ferrari-Darstellung in einer ersten Reaktion angezweifelt ("Alle anderen haben die Nachricht ja rechtzeitig erhalten!"), doch von Renault kommt nun Unterstützung: "Es war wohl nicht die beste Idee von der FIA, eine so wichtige Information so kurz vor dem Rennen per E-Mail zu verschicken", kritisierte Renault-Teammanager Steve Nielsen nach seiner Ankunft aus Asien.

"E-Mail ist ein oft verwendetes System für die Verbreitungen von Informationen, aber nicht so knapp vor dem Start. Dass etwas so Wichtiges per E-Mail verschickt wird, hat es überhaupt noch nie gegeben. Aber sie (die Rennleitung; Anm. d. Red.) haben im Nachhinein den Fehler ja zugegeben. Wir hätten die Information auch leicht verpassen können - und ich weiß, dass es zumindest einem weiteren Team genauso gegangen ist", so Nielsen.

Renault erfuhr eher zufällig von der E-Mail

Renault habe eher zufällig rechtzeitig die E-Mails überprüft: "Wir sind das erste Team in der Boxengasse, daher kam Charlie Whiting vor dem Rennen bei uns vorbei. Wir haben besprochen, was wir wegen der Bedingungen machen sollen, und er hat gesagt, er wird eine E-Mail verschicken. Also habe ich ein wenig später jemanden geschickt, um die E-Mails zu checken", gab der Brite zu Protokoll.

Angemerkt sei allerdings, dass die ganze Affäre auf den Ausgang des Rennens wohl kaum einen Einfluss hatte, weil die Bedingungen so schwierig waren, dass Kimi Räikkönen und Felipe Massa auf ihren Intermediates wahrscheinlich sowieso aufgeschmissen gewesen wären. Fakt ist aber auch: Die Rennleitung um Whiting hat es verabsäumt, ihre Entscheidung korrekt zu übermitteln - eine peinliche Panne, die unter anderen Umständen womöglich den WM-Ausgang beeinflusst hätte...