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Business as usual am Freitagmorgen in Shanghai

05. Oktober 2007 - 05:45 Uhr

Ferrari und McLaren-Mercedes lagen zum Auftakt in Shanghai innerhalb von 0,2 Sekunden - Nico Rosberg mit Abstand bester Verfolger

Kimi Räikkönen
Kimi Räikkönen war zum Auftakt in China schnellster der vier Spitzenfahrer
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Regenthriller von Fuji bekam die Formel 1 heute Morgen während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Japan in Shanghai erst einmal 90 sehr beschauliche Minuten zur Abkühlung geboten. Auf der 5,451 Kilometer langen Strecke war zum Auftakt dieses Rennwochenendes nämlich nicht allzu viel los.

Bei guten Bedingungen mit bis zu 30 Grad Luft- und 45 Grad Asphalttemperatur begann das Geschehen zunächst einmal eher schleppend - übrigens mit Kazuki Nakajima, dem Freitagsfahrer des Williams-Toyota-Teams anstelle von Alexander Wurz. Auch actiontechnisch wurde den Fans wenig geboten - abgesehen von einigen harmlosen Ausritten auf den asphaltierten Auslaufzonen passierte praktisch gar nichts.

Rot und Silber in einer eigenen Liga

So konnten sich die Teams voll und ganz auf ihre Programme konzentrieren, und am Ende der 90 Minuten hatten erwartungsgemäß Ferrari und McLaren-Mercedes deutlich die Nase vor dem Rest: Kimi Räikkönen (Ferrari) fuhr in 1:37.024 Minuten nach 24 Runden Bestzeit vor Fernando Alonso (McLaren-Mercedes/+ 0,084/18 Runden), Felipe Massa (Ferrari/+ 0,104/21 Runden) und Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/+ 0,186/20 Runden).

Da Ferrari am Freitagmorgen normalerweise deutlich schneller unterwegs ist als McLaren-Mercedes, könnte es an diesem Wochenende wieder einen leichten Vorteil für Hamilton und Alonso geben, doch für solche Rückschlüsse ist es eigentlich noch zu früh. Auch in einen Ausritt von Alonso zu Beginn und noch einmal am Ende sowie in den eher spektakulären Dreher von Massa drei Minuten vor Schluss sollte man nicht zu viel hineininterpretieren.

Interessant ist hingegen, dass Ferrari auf den Geraden um mehr als zehn km/h schneller unterwegs war als McLaren-Mercedes mit dem MP4-22 - Räikkönen und Massa erzielten 321 beziehungsweise 320 km/h, während Hamilton und Alonso unter 310 km/h blieben, was auf einen deutlichen Unterschied im Setup hindeutet. Und: Auf die Wurz-Freitagsbestzeit aus dem Vorjahr fehlte zunächst noch mehr als eine Sekunde.

Wieder starke Leistung von Rosberg

Schnellster Verfolger der Top 4 war Nico Rosberg (23 Runden) im Williams-Toyota, der am Ende wie üblich am Freitagmorgen groß aufdrehte und sich mit 0,683 Sekunden Rückstand an hervorragender fünfter Position einnistete. Damit war er nicht nur bester Deutscher, sondern auch deutlich schneller als Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/+ 1,031/23 Runden), Jarno Trulli (Toyota/+ 1,184/30 Runden) und Giancarlo Fisichella (Renault/+ 1,193/16 Runden) in den Top 8.

Ralf Schumacher
Ralf Schumacher bestreitet in China sein vorletztes Wochenende für Toyota
© xpb.cc

Nakajima wurde nach 30 Runden - er war damit fleißigster Trainierer des Vormittags - mit 1,246 Sekunden Rückstand Neunter, unmittelbar vor Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team/+ 1,421/13 Runden), der nach knapp einer Stunde mit einem Hydraulikschaden ausrollte. Seine Crew baute anschließend das Getriebe vom Ersatz- ins Rennauto ein, so dass der 30-Jährige kurz vor Schluss wieder fahrbereit war.

Deutsche verlieren ihre Stallduelle

Die übrigen Deutschen: Ralf Schumacher (12./Toyota/+ 1,637/23 Runden) fuhr eine unauffällige Session, Sebastian Vettel (20./Toro-Rosso-Ferrari/+ 2,874/24 Runden) ebenso und Adrian Sutil (Spyker-Ferrari/+ 3,125/26 Runden) wurde gar nur Letzter. Alle drei waren übrigens langsamer als ihre Teamkollegen, genau wie auch Heidfeld - Rosberg setzte sich als einziger Deutscher im ersten internen Vergleich des Wochenendes gegen Nakajima durch.

Ansonsten gab es keinerlei nennenswerte Überraschungen, sondern lediglich Business as usual. Das Mittelfeld lag wie immer recht eng beisammen, während sich auch an der Spitze ein harter Kampf abzuzeichnen scheint. Aber angesichts der WM-Situation muss man sagen: Die totale Dominanz, die Ferrari brauchen würde, um noch eine theoretische Chance gegen Hamilton zu haben, ist in Shanghai mit Sicherheit nicht vorhanden...

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