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Auch ohne "Schumi": Formel 1 bleibt die Formel Money

21. Oktober 2007 - 12:51 Uhr

Am Ende der Saison kann in der "Königsklasse des Motorsports" aufgeatmet werden, denn auch nach dem Weggang des Königs boomt die Formel 1

Bernie Ecclestone
Bernie Ecclestone ist zufrieden: Die Umsätze stimmen nach wie vor
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Rekordumsatz statt Rückschlag: Auch im Jahr eins nach Quotenrenner Michael Schumacher sprudeln in der Formel 1 die Millionen. Insgesamt wurden in dieser Saison 3,05 Milliarden Euro umgesetzt, soviel wie noch nie zuvor in der "Königsklasse". Das geht aus Berechnungen des Fachmagazins 'Formula Money' hervor. Noch vor 20 Jahren kam die Formel 1 mit einem Zehntel dieser Summe über die Runden. Die Fernsehsender 'RTL' und 'Premiere', die ohne "Schumi" bereits Böses ahnten, haben ihre Verträge inzwischen verlängert.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone reibt sich angesichts dieser Zahlen die Hände. Der Boom habe ihn allerdings nicht überrascht, sagt der Brite: "Denn es gibt so viele andere Dinge, die in der Formel 1 passieren. Dazu trägt auch Lewis Hamilton bei." Aber er weint Michael Schumacher eine Träne nach. Ecclestone: "Ich vermisse ihn und würde ihn gerne wieder in der Formel 1 sehen."

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Ecclestone machte auch den beiden deutschen Rennstrecken, die seit dieser Saison im jährlichen Wechsel nur noch einen Grand Prix pro Jahr ausrichten, neuen Mut. Auf dem Nürburgring und in Hockenheim könnten durchaus wieder zwei Formel-1-Rennen pro Jahr stattfinden, meinte der 76-Jährige: "Sie müssen nur ein paar Eintrittskarten mehr verkaufen."

Als Glücksfall für seinen Zirkus entpuppte sich Lewis Hamilton. "Es sieht ganz so aus, als habe er Michaels Platz in den Zeitungen eingenommen", sagte Ecclestone über das neue Zugpferd. Und er sehe keinen Grund, warum Hamilton nicht so erfolgreich sein könnte wie es Michael Schumacher war.

Für den ehemaligen Formel-1-Rennfahrer Christian Danner war es die interessanteste Saison seit vielen Jahren. "Ich habe Michael Schumacher sehr gerne in der Formel 1 gehabt, aber jetzt haben wir eine sehr schöne Formel 1 - auch ohne ihn", sagte der 'RTL'-Experte. Das nächste Jahr könnte sogar noch besser werden. Danner: "Ich gehe davon aus, dass BMW zu den Großen aufschließen wird. Dann haben wir nicht mehr vier Autos, die um die WM fahren werden, sondern sechs."

Der größte finanzielle Anteil stamme laut 'Formula Money' von den elf Teams. Allein die sechs Automobilhersteller BMW, Ferrari, Honda, Mercedes, Renault und Toyota haben insgesamt 920 Millionen Euro in die Formel 1 investiert. Die elf Rennställe verzeichneten zudem Sponsoring-Einnahmen in Höhe von rund 590 Millionen Euro.

Weitere Umsätze erzielt die Formel 1 durch den Verkauf von TV-Rechten (270 Millionen Euro), die Austragungsrechte der Grand Prix, Werbung an den Strecken sowie mit der Hospitality. Aus dem Verkauf der Fernsehrechte erhalten die Rennställe derzeit einen 47-Prozent-Anteil, der kommendes Jahr auf 50 Prozent aufgestockt werden soll.

Die Einnahmen aus dem Verkauf der Veranstaltungsrechte der Grand Prix stiegen in den vergangenen fünf Jahren um 70 Prozent - von umgerechnet durchschnittlich 8 Millionen Euro auf rund 13,7 Millionen im Schnitt. Malaysia zahlt die höchste Gebühr, fast 27 Millionen Euro pro Jahr, so 'Formula Money'.

Die Formel 1 erobert immer mehr neue Märkte. 2008 ist Valencia neu im WM-Kalender, in Singapur findet das erste Nachtrennen der Geschichte statt. Abu Dhabi folgt 2009, Indien, Korea und Indonesien sind in der Warteschleife. In dieser Saison wurde der Weltmeister in 17 Rennen ermittelt, nächstes Jahr sind es 18. Die Idealzahl wäre für Ecclestone 20 Grand Prix pro Jahr.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug versichert allerdings, dass das Budget des Autokonzerns keinesfalls steigt. "Es ist vielmehr in den vergangenen drei Jahren deutlich geschrumpft. Wir sind entschiedene Promotoren der Kostenreduktion und arbeiten hier mit der FIA Hand in Hand", sagte Haug dem 'sid'. Alle Teams müssten sich in diesem Punkt weiter steigern und dem Zuschauer noch mehr bieten.

Auch BMW fährt laut Motorsportdirektor Mario Theissen einen Sparkurs. "Wir geben heute für das BMW Sauber Team F1 deutlich weniger aus als vor ein paar Jahren für die Zusammenarbeit mit Williams", sagte Theissen dem 'sid'. Auch gegenüber 2006 sei das Budget weiter gesunken. BMW nutze das Formel-1-Projekt sehr gezielt als Technologiebeschleuniger für die Serie und als Motivations- und Ausbildungsinstrument für junge Mitarbeiter, erklärt Theissen: "Dafür ist der betriebene Aufwand gerechtfertigt."

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