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Theissen: "Testpiloten werden wenig beschäftigt sein"

10. September 2007 - 07:34 Uhr

Der Testpilot hat immer weniger zu tun - wird das geändert? In der BMW Medientischrunde erkundigten wir uns bei Mario Theissen

Mario Theissen
Mario Theissen: Zumindest das Ziel der Kostenersparnis wird erfüllt...
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Absurd: Nicht die Testpiloten absolvieren im Jahr 2007 die meisten Tests, sondern die Grand-Prix-Piloten. Und weil die Tester so wenig testen, verlieren sie in der angewandten Entwicklungsarbeit den Anschluss - womit sich der Job des Testpiloten ad absurdum führt. Zumindest in der laufenden Saison.

Das neue Testreglement limitiert nicht nur die Anzahl der gefahrenen Kilometer, in der laufenden Saison darf pro Team und Testtag nur noch ein Auto eingesetzt werden. Jene Teams, welche an einer Performanceschwäche laborieren, setzen dann eher die Einsatzpiloten in dieses einzige Auto, weil diese von den Grand-Prix-Wochenenden her wissen, wo die Krisenherde liegen und weil sie mit diesem Auto schon beim nächsten Rennen Fortschritte erzielen sollen. Honda ist ein solches Team - und Christian Klien saß äußerst selten im Testcockpit.

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Werden mit diesem Testreglement tatsächlich so viele Kosten eingespart? Mario Theissen, der BMW Motorsport Direktor erklärt im Rahmen einer Medientischrunde: "Das Testreglement hat mehrere Ziele verfolgt. Das Hauptziel war, Kosten zu senken - und das ist sicher erreicht worden."

Das Limit auf ein Auto pro Testtag - wird damit tatsächlich so viel Geld eingespart? Wo doch die Transporter und Motorhomes ohnehin an die Strecke gebracht werden? Das Ein-Auto-Limit reduziert jedenfalls nicht nur die Arbeit der Testpiloten, es werden auch kaum noch junge Piloten bei den Gemeinschaftstestfahrten gesichtet - Theissen stimmt zu: "Der Nachteil dieses Reglements ist in der Tat, dass junge Fahrer nicht mehr zum Einsatz kommen. Wir hatten in diesem Jahr zwei Testfahrer und eigentlich ist keiner von den beiden so richtig zum Fahren gekommen. Wir haben dann ja auch die Konsequenzen gezogen und in dem Moment, in dem Sebastian Vettel die Chance bei Toro Rosso bekam, ihn dann auch ziehen lassen."

Zusätzliche Kilometer für Jungpiloten

Im Fahrerlager hört man, dass dieses Testreglement für 2008 modifiziert werden soll. Theissen bestätigt: "Für nächstes Jahr soll die eigentliche Kilometerbeschränkung nicht verändert werden. Aber man überlegt gerade, zusätzliche Kilometer für junge Fahrer freizugeben, die dann ihre ersten Formel 1-Kilometer fahren können."

Welche Fahrer werden in den Genuss dieses Passus kommen, welche Fahrer werden als junge Piloten gewertet? Theissen antwortet: "Das wird zurzeit im Kreis der Teammanager diskutiert." Und mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: "Und die kommen in der Regel schneller voran als die Teamchefs."

Theissen geht ins Detail: "Man möchte auch jenen Fahrern eine Chance geben, die vielleicht schon einmal in der Formel 1 drinnen waren und dann zum Beispiel zwei Jahre aus dem Geschäft waren. Dabei möchte man aber jene Fahrer ausgrenzen, die sowieso gerade eine Testfahrerrolle innehaben."

2008: "Testpilot wenig beschäftigt"

Doch genau diese Testfahrer, wie beispielsweise Christian Klien, werden dann aber wieder sehr wenig Arbeit vorfinden. Theissen bestätigt diesen Gedanken: "Den klassischen Testfahrer wird es zwar schon noch geben - aber er wird wenig beschäftigt sein. Es ist keine dankbare Rolle unter den derzeitigen Voraussetzungen. Timo Glock hat das gleiche Problem wie alle anderen Testfahrer - er fährt weniger als er möchte und wir ihm gerne zubilligen wollen."

Es stellt sich daher die Frage, ob für 2008 überhaupt noch eigene Testfahrer engagiert werden, oder ob die Teams diesbezüglich andere Lösungen erarbeiten werden. Alex Wurz, quasi der Edeltestfahrer der Formel 1-Neuzeit, der fünf Jahre lang für McLaren-Mercedes getestet hat, ahnte schon vor Saisonbeginn: "Der Testfahrerjob wird in dieser Saison nicht besonders lustig sein - ich bin froh, dass ich diesen Job in diesem Jahr nicht mehr habe, denn er wird zum großen Teil aus Rumsitzen bestehen."