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Spyker: Mit dem B-Modell ins Mittelfeld?

03. September 2007 - 18:31 Uhr

Gascoyne verrät, was am B-Spyker alles neu ist, ob man durch den gescheiterten Crash-Test zurückgeworfen wurde, und was er sich vom B-Modell erwartet

Das B-Modell von Spyker
Das Spyker-Team setzt große Hoffnungen in das B-Modell
© Spyker

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich hätte das B-Modell des Spyker-Teams schon beim vergangenen Großen Preis der Türkei sein Debüt geben sollen, doch das Team bestand einen erforderlichen Crashtest im Heckbereich nicht. Das war verblüffend, weil diese Struktur vom Team nicht verändert wurde, weswegen zu vermuten ist, dass man Kohlefaser in der Crash-Struktur verbaut hat, die nicht der erforderlichen Spezifikation entsprach.

Am Dienstag vergangene Woche bestand man den vom Automobilweltverband FIA vorgeschriebenen Test, am Mittwoch und Donnerstag testeten Adrian Sutil und Sakon Yamamoto das Auto erstmals ausgiebig auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Monza, wo auch der kommende Große Preis von Italien ausgetragen werden wird.

Mechanische und aerodynamische Generalüberholung

"Es gibt zwei neue Hauptgebiete, auf denen sich die B-Spezifikation des Autos von der A-Spezifikation unterscheidet", so Mike Gascoyne, Technischer Direktor des Teams. "Das erste ist mechanischer Natur, das zweite aerodynamischer Natur. Mechanisch haben wir die Geometrie der Hinterradaufhängung überarbeitet, im Besonderen die Rotationsdämpfer durch lineare ersetzt."

"Das Getriebe ist mit dem Ziel, dem neuen Getriebe-Reglement für 2008 zu genügen, neu designt worden. Demzufolge muss jedes Getriebe vier Rennen lang eingesetzt werden. Auch wenn wir es in diesem Jahr nicht bei vier Rennen einsetzen werden, so stellt dies sicher, dass wir eine Menge Daten im Hinblick auf das kommende Jahr erhalten, wenn die Regel in Kraft tritt. Zudem wurde die Installation des Motors überarbeitet, um die Ressourcen für die Kühlung leichter, kompakter und effizienter zu gestalten."

Es weht ein frischer Wind

Adrian Sutil
Adrian Sutil im B-Spyker bei den Testfahrten in Monza
© xpb.cc

"Das größte Update betrifft das Aerodynamik-Paket", erläutert der Brite. "Abgesehen vom Chassis und der Nase wurde jedes andere Gebiet überarbeitet. Der Flap des Frontflügels, die Endplatte, die Barge Boards, die Einlässe der Seitenkästen, die Auslässe des Kühlers, der Heckflügel, der Unterboden und Diffusor - alles ist neu. Zudem wurde das Bodywork modifiziert, es ist also alles abgesehen vom Monocoque und der Nase neu."

Die Arbeit am neuen Modell des Spykers begann bereits im Winter: "Das Team brachte die Idee eines verbesserten Autos für 2007 erstmals nach dem Ende der Saison 2006 zur Sprache. Wir wussten, das die Ferrari-Motoren nicht vor Neujahr angeliefert werden können, wenn die Arbeit am Design des Autos der A-Spezifikation zwangsläufig weit fortgeschritten ist und größere Modifikationen nicht mehr angewendet werden können."

Ein B-Auto kostet viel Geld und Ressourcen

Mike Gascoyne
Gascoyne verrät, wann die Entscheidung für ein B-Modell gefällt wurde
© xpb.cc

Für kein Team ist es ein Zuckerschlecken, mitten während der Saison ein neues Auto auf Kiel zu legen, schon gar nicht für das kleinste Team im Feld: "Wir hätten für das Auto der A-Spezifikation Verbesserungen bringen können, aber die wären im Vergleich zu dem Schritt, den wir nun zu machen hoffen, ziemlich klein."

"Es ist sowohl mechanisch als auch aerodynamisch ein großes Update, und wenn man eine solche umfangreiche Veränderung hat, dann betrifft dies auch andere Gebiete. Neue Teile, die entwickelt wurden, arbeiten aus diesem Grund nicht zwangsläufig mit den ursprünglichen Einstellungen. Unter diesen Umständen entschieden wir uns, einen Sprung zu machen und alles auf einmal zu bringen."

Es stürmt bald rund um die Uhr

Zudem hat das Team den Windkanal in Brackley aktualisiert, der in Kürze 24 Stunden am Tag arbeiten soll, weswegen die B-Spezifikation nur der erste Schritt der Entwicklungsarbeit des Teams sein wird: "Wir befinden uns im Prozess der abschließenden Einstellung des Windkanals, und er wird sehr bald in den 24-Stunden-Betrieb übergehen."

"Im Zusammenspiel mit dem Aerolab-Programm bedeutet dies, dass die aerodynamische Entwicklung deutlich verbessert werden wird. Die B-Spezifikation ist wirklich der erste Schritt dieses Entwicklungsprozesses. Für jedes folgende Rennen bis zum Ende der Saison werden wir Updates in der Pipeline haben, die zu einem sehr intensiven Entwicklungsprogramm über den Winter bis zum nächst-jährigen Auto führen werden."

Crashtest im zweiten Anlauf bestanden

Crash Test-Dummies
Um den Crash-Test kommt kein Team herum...
© xpb.cc

Dass sich der gescheiterte Crashtest negativ auf das Programm auswirken wird, glaubt Gascoyne unterdessen nicht: "Wir haben den Crashtest nach dem Großen Preis der Türkei im ersten Anlauf bestanden. Wir wurden von den Strukturen, die wir schon vor der Türkei in der Produktion hatten, wirklich in eine Falle gelockt, aber wir hatten schon nach dem Wochenende Strukturen zur Verfügung stehen, durch die wir unsere Erkenntnisse zusammenführen und größere Veränderungen vornehmen konnten, und wir schafften es mit dem ersten Versuch, so wie wir das erwartet hatten."

"Natürlich ist es enttäuschend, das neue Auto in der Türkei nicht gehabt zu haben, aber schlussendlich wäre dieses Rennen einfach eine ausgedehnte Test-Einheit für uns gewesen, da wir zuvor nur einen 50-Kilometer-Funktionstest durchgeführt hatten. Nun hatten wir zwei Testtage auf dem Kurs, auf dem die Autos ihr Debüt geben werden."

Und wo wird das Team mit dem verbesserten Auto stehen? "Wir konnten eine Verbesserung bei unserer Geschwindigkeit im Renn- und Qualifying-Trim sehen, und können im Mittelfeld mitmischen, wenn alles funktioniert. Wir glauben, dass wir mit dem Update gegen die Leute um uns herum fahren können, und wenn man sich in dieser Position befindet, kann alles passieren. Dies ist erst der Anfang und es gibt noch viele Gebiete des Autos, die wir uns noch einmal anschauen werden. Es wird von diesem Team noch mehr kommen."

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