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Spionage: Jetzt spricht der italienische Justizminister!

10. September 2007 - 16:07 Uhr

Der Spionageskandal in der Formel 1 zieht immer weitere Kreise - Clemente Mastella, italienischer Justizminister, meldet sich zu Wort

Motorhome von McLaren-Mercedes
Mit der Übergabe der Dokumente ist wohl alles mit rechten Dingen zugegangen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Wer hätte das gedacht? Der Formel-1-Spionageskandal wird endgültig zum Politikum - und zwar nicht nur innerhalb des Fahrerlagers, sondern auch hochoffiziell: Via 'Gazzetta dello Sport' meldete sich heute nämlich der italienische Justizminister Clemente Mastella zu Wort, um einige Vorwürfe richtig zu stellen.

Bekanntlich hatten italienische Behörden am Samstag vor dem Qualifying Dokumente an das McLaren-Mercedes-Team überreicht, um bekannt zu geben, dass Mitarbeiter des Rennstalls Gegenstand von Untersuchungen der Justiz sind. Teamchef Ron Dennis vermutete hinter dem ungünstigen Timing unmittelbar vor der Vergabe der Startpositionen ein Komplott und verkündete dies auch in Form einer Pressemitteilung am Sonntagmorgen.

Die Beamten - übrigens keine Polizisten, wie zunächst berichtet wurde - seien "sehr höflich" und "sehr diskret" gewesen, so Dennis, doch irgendwie konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Zeitpunkt der Übergabe gesteuert war. Bekanntermaßen hat der italienische Automobilverband, der Ferrari naturgemäß sehr nahe steht, in Monza großen Einfluss - so könnte es zu dem fragwürdigen Termin gekommen sein.

Doch der Justizminister lässt diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen: "Einige sagen, dass Ferrari Druck auf das Richteramt ausgeübt hat, das aber im Gegenteil immer autonom vorgeht", so Mastella. "Wenn es ein Sport schafft, sich unabhängig zu schützen, dann gibt es keine Intervention seitens des Richteramts. Aber wenn es offensichtliche Verletzungen des Gesetzes außerhalb des Sports gibt, dann interveniert das Richteramt und es gibt keine Überlappung."

Das Verfahren in Italien, das im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft von Modena liegt, wird übrigens unabhängig vom Ausgang des World-Council-Meetings am Donnerstag in Paris weitergeführt, genau wie auch jenes in Großbritannien. Das bedeutet: Selbst wenn McLaren-Mercedes von der FIA freigesprochen werden sollte, ist noch nicht das letzte Wort gesprochen, weil es noch strafrechtliche Konsequenzen geben könnte...

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