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"Spionage-Affäre": Werbung für die Formel 1?

14. September 2007 - 08:48 Uhr

Die Formel 1 hat durch die "Spionage-Affäre" einen Platz in Medien gefunden, die normalerweise nicht über die "Königsklasse des Motorsports" berichten

McLaren-Mercedes MP4-22
McLaren-Mercedes sorgt für ein gewaltiges Rauschen im Blätterwald
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nach dem "Big Bang", der sich gestern in Paris ereignete, fragen sich die Formel-1-Experten nun, welche Folge die harte Strafe gegen McLaren-Mercedes nicht nur für das Team, sondern auch für die gesamte Formel 1 haben wird.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone scheint sich diesbezüglich nicht ganz sicher zu sein. Er hatte vor ein paar Wochen erklärt, dass die "Spionage-Affäre" gute Werbung für die "Königsklasse des Motorsports" sei, schließlich interessierten sich plötzlich Menschen für die Formel 1, die diese zuvor nicht verfolgt hatten. Wenige Tage später erachtete er die Negativ-Presse als Image-Verlust für den Sport. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.

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Auffällig war: Als das erste (falsche) Gerücht die Runde machte, wonach McLaren-Mercedes aus den Saisons 2007 und 2008 ausgeschlossen wird, waren einige führende Motorsport-Webseiten im englischsprachigen Raum nicht mehr zu erreichen - die Server klappten unter dem Ansturm der Besucher zusammen. Das Interesse an der Formel 1 war so groß wie schon lange nicht mehr. Auch 'Motorsport-Total.com' knackte die 100.000 Besucher-Marke (Visits) am Donnerstag locker und verzeichnete fast 1 Million Seitenabrufe innerhalb von 24 Stunden.

In den USA taucht die Formel 1 in der Regel selbst dann nicht in der Berichterstattung der Massenmedien auf, wenn Rennwochenende ist und der Rennsieger feststeht. Michael Schumacher kann sich in den Staaten unerkannt bewegen - das sagt alles über das Interesse der "Amis" an der Formel 1 aus.

Für die meisten amerikanischen TV-Stationen und Zeitungen war die Strafe gegen McLaren-Mercedes jedoch eine Schlagzeile wert. Auf 'Fox News' war die Story über die 100-Millionen-Dollar-Strafe die Nachricht Nummer drei. Auch im Fahrerlager von Spa herrschte am Donnerstag der Ausnahmezustand, kaum Interviews, denn fast jeder blickte nach Paris, beziehungsweise wollte die zwangsläufigen Fragen zum Verfahren vermeiden.

Für die Formel 1 ist die "Spionage-Affäre" ohne Zweifel eine Art PR - von welcher Art, das ist wohl vom "Empfänger" abhängig. Einige 'Motorsport-Total.com'-Leser entschieden sich gestern eigener Aussage zu Folge dazu, den Fernseher in Zukunft ausgeschaltet zu lassen. Für sie ist die Formel 1 kein Sport mehr.