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Spekulationen über neue Beweise in der "Spionage-Affäre"

12. September 2007 - 10:59 Uhr

Am Donnerstag findet erneut eine Anhörung von McLaren-Mercedes vor dem Weltmotorsportrat statt - über die Folgen kann nur spekuliert werden

McLaren-Mercedes
Die McLaren-Mercedes-Verantwortlichen müssen am Donnerstag erneut nach Paris
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Im Kampf um den WM-Titel geht es vier Rennen vor dem Saisonende weiterhin sehr spannend zu, doch schon am Donnerstag könnte eine Vorentscheidung fallen. McLaren-Mercedes muss sich erneut vor dem Weltmotorsportrat des Automobilweltverbandes FIA verantworten. In der "Spionage-Affäre" neu aufgetauchte Beweise könnten zu einer empfindlichen Strafe führen, bis hin zum Ausschluss aus den Weltmeisterschaften 2007 und 2008.

Doch nach wie vor kann nur darüber spekuliert werden, wie die 26 Mitglieder des Weltmotorsportrats entscheiden werden. Die italienische Tageszeitung 'La Gazzetta dello Sport' bezeichnet die Beweise gegen die Silberpfeile als "erdrückend". Das italienische Blatt will wissen, dass McLaren-Mercedes nicht nur Geheimnisse über Ferrari wusste, sondern tatsächlich Experimente über die Anwendung von Technologien des Rivalen durchgeführt hat.

Die 'Times' will wissen, dass die neuen Beweise insgesamt 166 Seiten umfassen. Dabei soll es sich nicht nur um die bereits erwähnten E-Mails zwischen Testfahrer Pedro de la Rosa und seinem Landsmann Fernando Alonso handeln, sondern auch um Vergleiche, wie diese zu Telefon- und SMS-Kommunikationen zwischen Nigel Stepney und Mike Coughlan passen. Damit könnte der Beweis erbracht werden, dass es sich nicht um eine einzelne Person gehandelt hat, die im Team mit den vertraulichen Informationen gearbeitet hat.

Die spanische 'Dario AS' berichtet, dass Lewis Hamilton bisher noch nicht auf den Brief von FIA-Präsident Max Mosley geantwortet hat, alle Beweise in der "Spionage-Affäre" an den Automobilweltverband zu übermitteln, da ansonsten der Verlust der Superlizenz drohe. Alonso hat mit dem Verband bereits kooperiert und sich zuletzt gelassen gezeigt, während Hamilton zuletzt erklärte, dass er um seinen Job fürchtet.

Testfahrer Pedro de la Rosa und Fernando Alonso, die über geheime Ferrari-Informationen per E-Mail gesprochen haben sollen, haben nach Informationen der spanischen 'Marca' nichts zu befürchten: "Sie sind keine Spione oder Informanten", wird ein McLaren-Insider vom Blatt zitiert. "Fernando und Pedro haben ihr Team nicht beschuldigt, und das Team weiß dies. Sie sind lediglich Zeugen und haben als solche gehandelt."

Sollte der Weltmotorsportrat sich gezwungen sehen, eine Strafe gegen McLaren-Mercedes auszusprechen, dann ist die Mehrheit der 'Motorsport-Total.com'-Leser dafür, hart durchzugreifen. 35,94 Prozent der in einer Umfrage befragten Leser erklärten, dass das Team aus den Weltmeisterschaften 2007 und 2008 ausgeschlossen werden sollte, falls dies berechtigt ist.

19,52 Prozent der rund 6.700 Umfrage-Teilnehmer vertreten die Meinung, dass man in jedem Fall nur die Punkte des Teams aberkennen, jene der Fahrer jedoch unangetastet lassen sollte. 16,01 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es im schlimmsten Fall einen Ausschluss aus der laufenden Weltmeisterschaft geben sollte.

12,74 Prozent vertreten die Meinung, dass lediglich eine Geldstrafe verhängt werden sollte, um dem Sport keinen Schaden zuzufügen. Die restlichen 15,79 Prozent gaben an, dass sie sich in diese Diskussion nicht auch noch einmischen möchten.

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