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Spa-Francorchamps: Rückkehr der Mutstrecke

13. September 2007 - 17:29 Uhr

Die belgische Rennstrecke Spa-Francorchamps scheint nach einjähriger Abstinenz wieder im Rennkalender auf - mit zahlreichen Modifikationen

Eau Rouge
Die Mutpassage Eau Rouge war auch in den 1990er-Jahren schon aufregend

(Motorsport-Total.com) - Sie zählt zu den schönsten und traditionsreichsten Naturstrecken der Welt: Die Rede ist von Spa-Francorchamps, dem abwechslungsreichen Rundkurs in den belgischen Ardennen. Die Strecke wurde im Jahr 1921 fertig gestellt, die damalige Länge betrug 14,863 Kilometer. Juan Manuel Fangio gewann 1950 das erste belgische Formel-1-Rennen, Jim Clark ist mit vier Siegen in Folge (1962 bis 1965) der erfolgreichste Fahrer auf der alten Strecke.

Bis 1970 stand der gefährliche, jedoch von den Fahrern geliebte Rundkurs im Rennkalender. Umbauarbeiten ermöglichten in den 1980ern ein Comeback. Nach einem Jahr Pause und zahlreichen Umbauarbeiten ist Spa am kommenden Wochenende wieder Austragungsort des belgischen Grand Prix.

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Große Tragödie im Jahr 1960

Bereits in den 1950er-Jahren galt Spa als Mutstrecke. Durch ihre zahlreichen Vollgaskurven und ungesicherten Waldabschnitte gab es viele Unfälle, so auch am 19. Juni 1960: An diesem Tag kam der Lotus-Pilot Alan Stacey, der an einer körperlichen Behinderung litt, beim Großen Preis von Belgien ums Leben. Ein Vogel traf ihn bei voller Fahrt am Visier, er verlor daraufhin die Kontrolle über seinen Lotus 18, der in Flammen aufging. Trotz sofortigen Lösch- sowie Rettungsmaßnahmen kam jede Hilfe zu spät. An diesem Sonntag verunglückte sein Landsmann Chris Bristow ebenfalls tödlich. Spa blieb in der Kritik.

Willy Mairesse
Feuerunfall von Willy Mairesse beim Grand Prix von Belgien 1962

Beim letzten Rennen auf der alten Strecke im Jahre 1970 erreichte der Mexikaner Pedro Rodriguez bei seinem Sieg eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 240 km/h. 1971 war dann endgültig Schluss, von da an wurde der Große Preis in Belgien in Nivelles (zweimal) und später in Zolder (zehnmal) ausgetragen.

Nach 13 Jahren kehrte die Formel 1 wieder auf den Kurs mit den klingen Streckenabschnitten wie Blanchimont, Eau Rouge oder La Source zurück. Durch die zahlreichen Umbauarbeiten und Modernisierungen betrug die Länge nur noch knapp sieben Kilometer. Nach einem kurzen Intermezzo in Zolder (1984) wurde Spa ab dem Jahr 1985 - mit Ausnahme von 2003 und 2005 - zum Fixum in der Formel 1.

Über die Jahre hinweg wurde die Strecke optimiert, so auch für diese Saison. Die Bus-Stop-Schikane wich einer sehr engen Rechts-Links-Kombination, die Gerade und die Boxenstraße sind breiter und ebener. Die alten Boxengemäuer wurden durch moderne, große Garagen ersetzt. Gegenüber den Boxen befindet sich eine neue Tribüne, die 4.000 Besuchern Platz bietet. "Sie haben die gesamte Infrastruktur verbessert und einen fantastischen Job geleistet", sagte der Teammanager von Toyota, Richard Cregan, gegenüber 'autosport.com'. Dickie Stanford, seines Zeichens Testteamchef bei Williams, fügte hinzu: "Jetzt können wir nur noch auf besseres Wetter hoffen."

Wurz freut sich auf Spa-Francorchamps

Einer, der sich besonders auf sein Comeback auf dem Ardennenring freut, ist Williams-Pilot Alexander Wurz, der bereits von 1998 bis 2000 in Spa gefahren ist: "Es gibt leider nur noch wenige Kurse mit Hochgeschwindigkeitskurven, also finde ich es hier sehr nett", erklärte er ebenfalls gegenüber 'autosport.com'. Mit den V8-Motoren sei die Eau Rouge aber eine geringere Mutprobe als früher, da man sogar mit vollem Tank die Bodenunebenheiten kaum spüre.

Spa-Francorchamps
So sehen es die Formel-1-Fahrer: Start zum Grand Prix von Belgien 1999

Von La Source schwärmt der Österreicher: "Diese Passage ist nun viel besser, der Ausgang ist breiter und daher besser für den Start." Einzig die Boxeneinfahrt bereitet dem 32-Jährigen Sorgen: "Hier hätte man eine bessere Lösung finden können. Wenn jemand bei der engen Schikane die Wand berührt oder mit einem technischen Defekt stehen bleibt, versperrt er möglicherweise die Boxeneinfahrt."

Bis 2011 steht Spa-Francorchamps nun im Rennkalender, das wurde von Bernie Ecclestone vertraglich zugesichert.

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