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McLaren-Mercedes: Zeit für Berufung bis Freitagnachmittag

20. September 2007 - 11:39 Uhr

Noch kann man sich bei McLaren-Mercedes überlegen, gegen die Strafe in der "Spionage-Affäre" Einspruch einzulegen - Experten rechnen nicht damit

Motorhome von McLaren-Mercedes
McLaren-Mercedes wird vermutlich keinen Einspruch einlegen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Das McLaren-Mercedes-Team müsste seine Berufung gegen das Schock-Urteil in der "Spionage-Affäre" bis 17 Uhr am Freitagnachmittag beim Automobilweltverband FIA einreichen. Das stellte der Verband am Donnerstag in einer Pressemitteilung klar und nannte damit erstmals den präzisen Abgabetermin.

Ob die Silberpfeile aber nach dem Abzug aller Team-WM-Punkte für 2007 und der Verurteilung zur Rekord-Geldstrafe von 100 Millionen Dollar (72 Millionen Euro) wirklich den Gang vor das Berufungsgericht der FIA antreten werden, ist fraglich.

Teamchef Ron Dennis hatte bereits am Wochenende am Rande des Großen Preises von Belgien in Spa angedeutet, dass der Rennstall das Urteil möglicherweise akzeptiere.

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FIA-Präsident Max Mosley hatte ebenfalls in Spa erklärt hatte, dass in einer Berufungsverhandlung vielleicht auch noch die "Silberpfeil"-Fahrer Lewis Hamilton und Fernando Alonso ihre Punkte in der Fahrerwertung verlieren könnten.

Hintergrund ist, dass im Weltmotorsportrat zahlreiche Vertreter sitzen, die ein großes Interesse am sportlichen Ausgang der Weltmeisterschaft haben.

Im Berufungsgericht arbeiten hingegen professionelle Juristen, die wohl kaum diese Ansicht teilen und somit eine Bestrafung des Teams auch an eine Bestrafung der Fahrer knüpfen würden. Auch Mosley, ein gelernter Rechtsanwalt, hatte sich dafür ausgesprochen, den Fahrern die WM-Punkte abzuerkennen.

Am Dienstag hatte McLaren-Mercedes bereits den Einspruch gegen den Abzug von 15 WM-Punkten nach der "Boxen-Blockade" von Budapest zurückgezogen. Dieser Fall wäre am Mittwoch in Paris verhandelt worden.

Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass der deutsch-britische Rennstall wohl auch auf eine Berufung in der "Spionage-Affäre" verzichtet. Denn wenn man diesbezüglich versuchen würde, die Punkte in der Konstrukteurswertung zurückzuerhalten, hätte man logischerweise auch versucht, die Punkte vom Großen Preis von Ungarn wieder einzuklagen.

Da der Fall bei einer erneuten Verhandlung wieder aufgerollt werden würde, stünden McLaren und Partner Mercedes erneut im negativen Rampenlicht, weswegen es für Teamchef Ron Dennis und Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug Sinn machen würde, einen Schlussstrich unter die Affäre zu ziehen.

Vergangenen Donnerstag hatte Dennis bereits vor dem Weltmotorsportrat darum gebeten, die Inspektion des nächstjährigen Autos so früh wie möglich durchzuführen, um sein Team zu entlasten. Er hatte auch ausdrücklich darum gebeten, die Öffentlichkeit so schnell wie möglich nach der Überprüfung des nächstjährigen Autos zu informieren.