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Mallya: Halb Indien wedelt mit dem Scheckbuch

11. September 2007 - 12:03 Uhr

Vijay Mallya, der künftige Eigentümer des Spyker-Teams, erklärt, was er mit seinem Formel-1-Rennstall vorhat und wie er ihn nach vorne bringen will

Vijay Mallya
Hat in der Formel 1 mit seinem Team eine Menge vor: Vijay Mallya
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Vijay Mallya, das wissen viele nicht, ist nicht nur Sponsor des Toyota-Teams, sondern ein Motorsportler durch und durch: In den 1970er-Jahren versuchte er sich - wenn auch mit mäßigem Erfolg - in indischen Rennserien, einmal fuhr er sogar zum Spaß einen Formel-1-Boliden. Und er ist Bernie Ecclestones Drahtzieher für den indischen Grand Prix, der 2009 erstmals in Delhi ausgetragen werden soll.

Als bekannt wurde, dass das Spyker-Team zum Verkauf steht, musste er nicht lange überlegen - das nötige Kleingeld hat er ja dank seines Kingfisher-Imperiums, das unter anderem aus einer Biermarke und einer Airline besteht. Gemeinsam mit der Familie von Michiel Mol übernimmt er den Rennstall um Adrian Sutil, der sich 2008 komplett neu präsentieren wird. Zwar ist der Deal noch nicht durch, Ende September sollen aber alle Formalitäten erledigt sein.


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Indischer Fahrer eher noch nicht 2008

"Natürlich möchte ich das Wort Indien im Teamnamen haben."
Vijay Mallya

"Es wird fünf Direktoren geben: Drei darf ich besetzen, die Mol-Familie zwei. Und ich werde persönlich Vorstandsvorsitzender und Managementdirektor sein", erklärte Mallya in einem Interview mit 'formula1.com'. "Natürlich möchte ich das Wort Indien im Teamnamen haben, aber ich habe mir wegen des Namens noch keine Gedanken gemacht." Auch die Fahrerbesetzung steht noch nicht fest, langfristig soll aber ein Inder verpflichtet werden.

Die neue Regel, dass Teams ab 2008 das Chassis ankaufen können und nicht mehr selbst bauen müssen, war übrigens kein Beweggrund für die Übernahme, denn der Inder will die Autos in der bestehenden Fabrik in Silverstone weiterhin selbst designen - und dabei keine halben Sachen machen: "Ich möchte, dass es funktioniert. Ich habe vor, in den nächsten Monaten neue Dimensionen in der Entwicklung einzuführen."

Ein großes Anliegen ist es dem 51-Jährigen, Indien ordentlich zu promoten - der Teamname soll das ebenso zeigen wie das Auto, das in den Nationalfarben lackiert werden könnte. Der Plan, der dahinter steckt: In einem der weltweit am schnellsten wachsenden Märkte soll ein Hype ausgelöst werden, der sich irgendwann auch wirtschaftlich nutzen lässt - was offenbar schon früher passieren könnte als alle glauben.

Potenzielle Sponsoren stehen Schlange

"Ich habe so etwas noch in keinem anderen Teil der Welt erlebt."
Vijay Mallya

"Die Begeisterung ist sogar so groß, dass sich die Leute schon mit dem Scheckbuch in der Hand anstellen, um unser Partner zu werden", lächelte Mallya stolz. "Ich habe so etwas noch in keinem anderen Teil der Welt erlebt. Und als wir bekannt gegeben haben, dass die indische Flagge in die Teamfarben und das Logo integriert werden soll, ging eine explosionsartige Begeisterung durch das Land."

Außerdem wolle er sich "langfristig" in der Formel 1 engagieren und nicht nur des Investments wegen, wie es bei Alexander Shnaider, einem früheren Eigentümer des in Silverstone stationierten Rennstalls, der Fall war. Nach der Jordan-Zeit sei das Team nämlich in den falschen Händen gewesen, aber jetzt gelte es, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und alles besser zu machen - um irgendwann an die Spitze der Königsklasse des Motorsports zu kommen...