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Lauda: "Ferrari kann die WM nicht mehr gewinnen"

16. September 2007 - 22:23 Uhr

Niki Lauda schreibt Ferrari im Kampf um den Fahrertitel ab und analysiert die spannende WM-Situation drei Rennen vor Schluss

Niki Lauda
Niki Lauda glaubt nicht, dass Ferrari in der Fahrer-WM noch eine Chance hat
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Niki, das rote Imperium schlägt zurück - aber anscheinend ist es nur streckenabhängig, oder?"
Niki Lauda: "Es war ein Super-Grand-Prix, im Sinne von Ferrari, langweilig zu beobachten, denn das, was sie im Training gezeigt haben, haben sie im Rennen umgesetzt: Platz eins und zwei, perfekt gefahren, McLaren klar geschlagen - die hatten heute überhaupt keine Chance. Das einzig Interessante war, dass Alonso vor Hamilton ins Ziel kam und deswegen die WM-Führung von Hamilton langsam angeknabbert wird. Alonso rückt ihm immer näher - besonders deswegen, weil er die letzten zwei Rennen immer schneller war."

Frage: "Fernando Alonso wird aber nächste Woche nicht testen. Die Spionageaffäre wirkt sich schon ein bisschen auf das Team aus, oder?"
Lauda: "Nein. Es war immer de la Rosa vorgesehen - es testet weder Hamilton, noch er. Da wird viel zu viel hineininterpretiert. De la Rosa testet, die anderen bereiten sich vor auf die Reise nach Japan."

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Frage: "Ist Fernando Alonso noch tragbar für McLaren-Mercedes?"
Lauda: "Natürlich ist er tragbar. Er hat einen Vertrag für das nächste Jahr. Stell dir vor, er wird Weltmeister oder Zweiter - den wird sicher keiner gehen lassen! Da gehen viel zu viele Emotionen hoch. Er hat seine Arbeit und seine Leistungen dort zu bringen - und im Moment bringt er sie."

Frage: "Wenn es mit Ferrari-Doppelsiegen weitergeht, muss Lewis Hamilton auch mal Dritter werden, sonst geht es sich nicht mehr aus..."
Lauda: "Ferrari kann die Fahrer-WM nicht mehr gewinnen, das ist vollkommen logisch. McLaren wird wieder zurückschlagen, die Punkteunterschiede sind zu gering und ausfallen wird unter normalen Verhältnissen keiner mehr. Man kann davon ausgehen, dass die Fahrerweltmeisterschaft zwischen den beiden McLaren-Fahrern ausgemacht wird."

Frage: "Und da ist Fernando Alonso der stärkere, oder?"
Lauda: "Im Moment, aber das Blatt kann sich drehen. Ein Dreher oder ein Rutscher irgendwo, schon kann sich das umdrehen. Aber das wird jetzt das Letzte sein, was wir dieses Jahr noch beobachten können."

"Wenn man heute jemanden totschlägt, dann kommt man lebenslang ins Gefängnis - das weiß man. Die Formel 1 hat eigene Regeln."
Niki Lauda

Frage: "Wie sehr schadet der Spionageskandal, der ja hier das große Thema war, der Formel 1?"
Lauda: "Schadet - solange es diskutiert wird - unendlich stark, gar keine Frage. Wenn es nicht mehr diskutiert wird, ist es hiermit zu Ende. Ich behaupte: McLaren wird keine Berufung machen, weil dann könnte es noch ärger ausgehen - das hat Max Mosley gestern schon angedeutet. Und eins muss man schon wissen: Die Formel 1 wird unter dem Regelwerk der FIA geführt. Das kann ich mit normalen Gerichten nicht vergleichen. Wenn man heute jemanden totschlägt, dann kommt man lebenslang ins Gefängnis - das weiß man. Die Formel 1 hat eigene Regeln. Es gibt für keinen Regelbruch ein Vokabular, mit was bestraft wird."

"Jetzt kann man diskutieren: Ausschluss aus der Konstrukteurs-WM und 100 Millionen - das ist doch relativ wenig. Es hätte passieren können, dass sie überhaupt nicht mehr fahren dürfen. Die Formel 1 ist halt ein Zirkus, der von der obersten Sportbehörde vorgegeben wird, und nach diesem Reglement wurde entschieden. Das hat man zu akzeptieren. Aus und fertig."

Frage: "Und wie sehr schadet es dem Image der Formel 1, dass so etwas überhaupt möglich ist?"
Lauda: "Dass McLaren die Konstrukteursmeisterschaft nicht gewinnen kann, für die sie fahren - besonders für Mercedes -, ist ein riesiger Imageverlust. Da wird sich der eine oder andere schon was überlegen müssen."

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