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Jackie Stewart ist "komplett schockiert"

13. September 2007 - 22:02 Uhr

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Jackie Stewart kann die harte Bestrafung gegen das McLaren-Mercedes-Team nicht glauben

Gerhard Berger, Flavio Briatore und Jackie Stewart
Gerhard Berger, Flavio Briatore und Jackie Stewart: Die Experten diskutieren
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Dass der Weltmotorsportrat des Automobilweltverbandes FIA nach neunstündiger Sitzung am Donnerstag in Paris zu dem Schluss gekommen ist, das McLaren-Mercedes-Team mit einer Geldstrafe in Höhe von 100 Millionen Dollar zu bestrafen und obendrein alle in diesem Jahr eingefahrenen WM-Punkte in der Konstrukteurswertung abzuerkennen, hat Jackie Stewart überrascht.

Wie alle anderen tappt der Schotte im Moment noch etwas im Dunkeln, schließlich hat die FIA die Urteilsbegründung noch nicht veröffentlicht, dies soll im Verlauf des Freitags erfolgen: "Aber da muss sehr viel mehr dahinter stecken, als wir uns alle bewusst sind, denn so etwas habe ich noch nie gehört", erklärte der dreimalige Formel-1-Weltmeister im Interview mit dem 'BBC Radio Five Live', der über die Härte des Urteils "komplett schockiert" ist.

Stewart befürchtet, dass durch die ungewöhnlich harte Bestrafung der komplette Sport einen Schaden erleiden könnte: "Dass sich das Gericht so verhalten hat, könnte sich auf den gesamten Sport negativ auswirken. Alles, was ich sagen kann, ohne im Besitz aller Informationen zu sein, ist, dass das Vergehen angesichts der Härte der Strafe wesentlich größer gewesen sein muss, als es vom Verband oder von den Medien dargestellt wurde."

Nach Meinung des 68-Jährigen habe es schließlich auch in der Vergangenheit ähnliche Verstöße gegeben, das nicht einmal eine Strafe oder ein Disziplinar-Verfahren zur Folge hatte: "Ich glaube wirklich, dass dies in keinem Verhältnis zueinander steht, und dies ist das, was ich befürchtet hatte, als ich über das Thema in den vergangenen zehn Tagen ein paar Mal mit den Medien gesprochen habe."

Der eine oder andere hegt den Verdacht, dass der Automobilweltverband FIA nicht unparteiisch ist, sondern hinter Ferrari steht: "Da geht etwas sehr Seltsames vor sich, das steht außer Frage", meint Stewart diesbezüglich. "Selbst wenn sie für dieses Vergehen schuldig befunden worden sind, rechtfertigt dies nicht eine solche Strafe."

McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh hat bereits angekündigt, dass man womöglich gegen das Urteil in Berufung oder sogar vor einem Zivilgericht ziehen wird: "Ich denke nicht, dass wir schon das Ende gesehen haben", glaubt Stewart. "Ich kann nicht sehen, dass McLaren dagegen keinen Einspruch einlegt und dies womöglich nicht sogar vor ein höheres Gericht bringt."

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