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Haug hofft auf WM-Titel mit Glanz und ohne Schatten

26. September 2007 - 14:50 Uhr

Der Mercedes-Motorsportchef hat die "Spionage-Affäre" nach dem Verzicht auf Einspruch abgehakt, auch wenn diese hinter den Kulissen Folgen haben wird

Norbert Haug
Norbert Haug legt das Thema "Spionage-Affäre" zu den Akten
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der Konstrukteurstitel geht definitiv nicht zum ersten Mal seit 1998 an McLaren-Mercedes, 100 Millionen Dollar weniger Einnahmen aus dem Formel-1-Geschäft werden erzielt und ein Image-Schaden muss man hinnehmen - mit dem Verzicht auf einen Einspruch hat der britische-deutsche Rennstall die Strafe des Motorsportweltverbandes FIA in der "Spionage-Affäre" widerwillig akzeptiert.

Es sei "sehr unwahrscheinlich", dass Ferrari unter normalen Bedingungen die "Silberpfeile" noch abgefangen hätte, meint Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug im Interview mit der 'dpa': "Wir konzentrieren uns jetzt auf den Kampf um die Fahrer-WM". Hier liegen beide Fahrer aussichtsreich in Führung, Lewis Hamilton zwei Zähler vor Fernando Alonso und 13 Punkte vor Ferrari-Rivale Kimi Räikkönen.

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"Wir haben mit diesem Thema abgeschlossen", versichert der Deutsche und hofft im Fall des Gewinn des Fahrer-Titels keinen befleckten Erfolg einzufahren: "Erst müssen wir den Titel holen und sollte uns das gelingen, dann hoffe ich, dass von 'Glanz' und nicht von 'Schatten' die Rede sein wird." Schließlich habe die FIA bestätigt, dass es keine Beweise gibt, wonach Ferrari-Informationen in das Design des MP4-22 geflossen sind.

Bei DaimlerChrysler sei man über die "Spionage-Affäre" bei McLaren-Mercedes "stets präzise informiert" gewesen und wisse, "dass wir uns als Team nicht unrechtmäßig fremdes Wissen angeeignet hatten, sondern dass hier zwei mittlerweile entlassene bzw. freigestellte Mitarbeiter beider Teams unrechtmäßig agiert hatten".

Man habe das FIA-Urteil jedoch akzeptieren müssen - und zieht seine Folgen daraus: "Unser Partner McLaren wird in aller Stringenz das interne Sicherungssystem ausbauen, um so einen Fall für die Zukunft auszuschließen", so Haug.

Der 54-Jährige erklärte ferner, dass es nie Zweifel am Formel-1-Engagement seitens Mercedes gegeben habe. Auch ein "Ausbruch" aus der Partnerschaft mit McLaren steht derzeit nicht zur Debatte, schließlich zeigten die Erfolge, dass die "Ehe" funktioniert.

Haug erwartet im Gegensatz zu FIA-Präsident Max Mosley nicht, dass der "Spionage-Skandal" durch die zivilrechtlichen Ermittlungen in Großbritannien und Italien noch größere Dimensionen annehmen wird - diese gelten ausschließlich dem bereits entlassenen Mitarbeiter Mike Coughlan.

Auch von der Untersuchung des Autos für 2008 erwartet der Deutsche keine Überraschung: "Die FIA wird unser für 2008 geplantes und gebautes Auto auf Inhalte der Konkurrenzdokumente untersuchen. Wir hatten ihr diese Prüfung bereits für unser aktuelles Auto angeboten, allerdings wurde davon kein Gebrauch gemacht."

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