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Hamilton holt Pole Position im Regen von Fuji

29. September 2007 - 08:03 Uhr

In letzter Sekunde fuhr Lewis Hamilton in Fuji auf Pole Position vor Fernando Alonso und den Ferraris - Heidfeld als Fünfter bester Deutscher, Vettel im Finale

Lewis Hamilton
Nerven aus Stahl: In allerletzter Sekunde fuhr Lewis Hamilton auf Pole Position
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Wenige Minuten vor Beginn des Qualifyings um 14:00 Uhr Ortszeit konnte sich heute in Fuji noch kaum jemand vorstellen, dass überhaupt gefahren wird, nachdem das Vormittagstraining wegen des Nebels abgesagt worden war. Der Rettungshubschrauber hatte nämlich nicht starten können, so dass es praktisch ohne Regenerfahrung in die Vergabe der Startpositionen ging.

Das Qualifying konnte dann aber trotz des Nebels zur Überraschung der Berichterstatter pünktlich beginnen, wenn auch auf nasser Strecke und bei schlechter Sicht. Die Bedingungen waren schwierig, aber keineswegs irregulär, und das führte dazu, dass sich die guten Regenfahrer einmal in Szene setzen konnten und nicht so auf das Material angewiesen waren wie sonst. Dennoch hatten am Ende wieder einmal die vier bekannten Topstars die Nase vorne.

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Hamilton setzte auf zwei Finalruns

Im entscheidenden Finale war Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) der einzige Top-10-Pilot, der zweimal an die Box kam, um neue Bridgestone-Intermediates aufziehen zu lassen, und diese Strategie zahlte sich aus: Nur wenige Sekunden vor Ablauf der Zeit ging er auf seine schnelle Runde, für die er dann 1:25.368 Minuten benötigte - um gerade mal 70 Tausendstelsekunden weniger als sein Teamkollege Fernando Alonso.

Letzterer hatte das Geschehen bis zu jenem Zeitpunkt am besten im Griff, schaffte aber auf schneller werdender Strecke in der entscheidenden Schlussphase keine signifikante Verbesserung mehr. Gleiches gilt auch für die beiden Ferrari-Piloten, die den Regenpoker am Fuße des Fujisan auf den Positionen drei (Kimi Räikkönen/+ 0,148) und vier (Felipe Massa/+ 0,397) beendeten und sich anschließend sehr enttäuscht zeigten.

Hinter dem Spitzenquartett landeten zwei Deutsche, nämlich Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team/+ 1,137), der eher unauffällig ins Finale einzog, aber wieder einmal das Maximum aus seinen Möglichkeiten herausholte, und Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 1,360). Letzterer wird aber nicht aus der dritten, sondern aus der achten Reihe ins Rennen gehen, weil er wegen eines Motorwechsels um zehn Startpositionen nach hinten muss.

Vettel rückt auf Startplatz acht auf

Damit rückt der überraschend starke Jenson Button (Honda/+ 1,545) auf Platz sechs auf, auch die weiteren Finalisten Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 1,546), Sebastian Vettel (Toro-Rosso-Ferrari/+ 1,605) und Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/+ 1,857) profitieren davon. Besonders bemerkenswert die Leistung von Vettel: Der jüngste Fahrer im Feld mischte in Q1 und Q2 sogar ganz an der Spitze mit und deklassierte seinen Teamkollegen Vitantonio Liuzzi, der 15. wurde.

Da war auch schnell sein Dreher in Q1 vergessen, in dem ein anderer Deutscher, Ralf Schumacher, nicht so glimpflich davonkam: Ausgerechnet in der Heimat von Toyota leistete sich der Routinier einen völlig überflüssigen Patzer, als er am Ende der ersten 15 Minuten Sakon Yamamoto (22./Spyker-Ferrari) rammte und dabei sein eigenes Auto zerstörte. Schumacher wäre als 14. für Q2 qualifiziert gewesen, konnte daran aber nicht teilnehmen und wird daher als 15. ins Rennen gehen.

Ralf Schumacher
Ralf Schumacher schaffte es ins zweite Qualifying, musste dort aber zuschauen
© xpb.cc

Noch bitterer für Toyota: Auch Jarno Trulli, der eigentlich als Regenspezialist gilt, verpasste als 14. in Q2 den Einzug ins Top-10-Finale klar. Die Japaner mussten damit auf ihrer Haus- und Hofstrecke im Duell gegen den Erzrivalen Honda eine Niederlage einstecken, auch wenn man sich damit trösten konnte, dass deren an und für sich heißestes Eisen im Regen, Rubens Barrichello, bereits in Q1 als 17. ausschied.

Bittere Niederlage für Wurz gegen Rosberg

Ebenfalls gleich zu Beginn erwischte es Alexander Wurz (Williams-Toyota), der damit trotz der Rückversetzung von Rosberg hinter seinem Teamkollegen stehen wird. Für Wurz ist dies natürlich eine herbe Enttäuschung, denn er hatte von den Sektorenzeiten her nicht den Speed, um den Cut aus eigener Kraft zu schaffen. Gleiches galt auch für die beiden Super-Aguri-Honda-Piloten, die sich viel mehr ausgerechnet hatten.

Fuji-Spezialist Adrian Sutil dürfte ebenfalls niedergeschlagen sein, denn obwohl ihm die Bedingungen an und für sich auf den Leib geschneidert gewesen wären, konnte er sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht so in Szene setzen wie beispielsweise im Regen von Monaco. Unterm Strich bedeutete das den 20. Platz für den Deutschen, deutlich mehr als eine Sekunde hinter dem 16., aber 1,040 Sekunden vor seinem Teamkollegen Yamamoto.

Für morgen hat McLaren-Mercedes nun die beste Ausgangsposition, gerade im Hinblick auf die Weltmeisterschaft, in der Ferrari sowieso schon hinten liegt, aber weil der Wetterbericht eher schlecht ist, sind Prognosen praktisch nicht möglich. Fest steht nur, dass die beiden Topteams interessanterweise auch im Regen einen deutlichen Vorsprung auf die Verfolger aus dem Mittelfeld haben, womit nicht unbedingt zu rechnen war.

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