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Ferraris Tombazis zuversichtlich für Belgien

11. September 2007 - 21:30 Uhr

Ferrari-Chefdesigner Nikolas Tombazis blickt dem Grand Prix von Belgien zuversichtlich entgegen und spricht über die Herausforderung Spa

Nikolas Tombazis und Michael Schumacher
Chefdesigner Nikolas Tombazis (links) im Gespräch mit Michael Schumacher
© Ferrari

(Motorsport-Total.com) - Nikolas Tombazis gilt als einer der am meisten unterschätzten Designer der Formel 1, ist weit weniger bekannt als beispielsweise Adrian Newey oder Rory Byrne. Dabei sind seine Qualitäten unbestritten: Mitte der 1990er-Jahre war er Mitglied des Benetton-Erfolgsteams um Michael Schumacher, ehe er bis 2003 für Ferrari arbeitete, dann seinen Präsenzdienst in Griechenland absolvierte und als einer der Masterminds hinter dem extrem schnellen McLaren-Mercedes von 2005 in die Königsklasse zurückkehrte. Seit Februar 2006 steht er wieder bei Ferrari unter Vertrag.

Für den Grand Prix von Belgien ist er zuversichtlich: "Spa ist eine Strecke, auf der die Leistungsunterschiede zwischen den Autos verstärkt werden", erklärte er. "Verglichen mit anderen Strecken, auf denen wir stark waren, ist in Spa das Abtriebsniveau geringer, also haben die Autos bei weniger Abtrieb einen höheren Topspeed. Aber in Gemeinsamkeit mit den Strecken, die uns liegen, gibt es in Spa auch einige sehr schnelle Kurven, die die Reifen stark belasten, was für uns ein positiver Aspekt ist. Auch die Motoren werden stark belastet."

Strecke könnte dem F2007 liegen

"Alles in allem bin ich guter Dinge, dass wir dort mit dem F2007 recht konkurrenzfähig sein werden."
Nikolas Tombazis

"Alles in allem bin ich guter Dinge, dass wir dort mit dem F2007 recht konkurrenzfähig sein werden. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass die Strecke den Stärken unseres Autos liegen wird. Wir haben beim Test im Juli nicht so schlecht ausgesehen, auch wenn die Autos seither weiterentwickelt wurden und es daher unmöglich ist, vorherzusagen, wer von den beiden Teams - damit meine ich uns und unseren Hauptkonkurrenten - die größten Fortschritte gemacht hat. Aber ich bin optimistisch", so der Grieche.

Mit der Theorie, in Spa-Francorchamps könne der Fahrer im Cockpit mehr ausrichten als auf anderen Strecken, hat er allerdings so seine Probleme: "Spa gilt als Fahrerstrecke, aber es ist im vorderen Bereich des Feldes so hart umkämpft, dass wir jede einzelne Hundertstelsekunde herauskitzeln müssen, um konkurrenzfähig zu sein, und das gilt eigentlich für jedes Rennen. Wir sind leider definitiv nicht in einer Position, in der wir entspannen können."

"Das Wetter", fuhr Tombazis fort, "ist ein Element, das wir leider nicht kontrollieren können. Wenn du konkurrenzfähig bist, hoffst du natürlich auf gutes Wetter, und wenn nicht, dann hoffst du auf ein bisschen Unterstützung von den Wettergöttern. Ich mag es nicht, wenn sich ein Formel-1-Rennen zu einer Lotterie entwickelt, auch wenn ich akzeptiere, dass das für die Zuschauer großartig ist. Ich finde es nervenzerfetzend, wenn einem der Regen ein Rennen verpatzt, das man sonst gewinnen könnte, wie es bei uns in Deutschland der Fall war."

Eau Rouge diktiert die Bodenfreiheit

"Ich denke, die Eau Rouge ist eine wichtige Kurve."
Nikolas Tombazis

Wenn von Spa-Francorchamps gesprochen wird, dann meistens auch von der legendären Senke Eau Rouge. Die geht zwar inzwischen wegen der V8-Motoren locker voll, diktiert aber die Bodenfreiheit für den Rest der Strecke: "Ich denke, die Eau Rouge ist eine wichtige Kurve - nicht nur, weil sie schnell ist, sondern vor allem, weil das Auto nach unten gedrückt wird und an der Stelle dadurch viel niedriger liegt als in einer normalen anderen schnellen Kurve", erläuterte Tombazis.

Und weiter: "Die Runde ist so lang, dass man im Training weniger Runden fahren kann. Darunter leidet man, auch wenn es für alle gleich ist, weil man weniger Runden zur Datenauswertung hat. Im Qualifying hat man auch weniger Runden zum Benzinverbrennen, aber auch das ist für alle gleich, daher muss der Fahrer die schnelle Runde mit einer größeren Benzinmenge als sonst fahren. Aber das sollte niemanden bestrafen und niemandem entgegenkommen."

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