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Ferrari ist perplex und geschlagen

30. September 2007 - 11:39 Uhr

Noch immer von der angeblich nicht erhaltenen Mitteilung der Rennleitung verärgert, muss Ferrari anerkennen, dass nur noch Räikkönen Titelchancen hat

Kimi Räikkönen und Felipe Massa
Räikkönen vor Massa: Für beide Ferrari-Piloten lief es alles andere als rund
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Das Ferrari-Team erlebte ein unglückliches Rennen in Japan, bei dem es in der Anfangsphase gleich drunter und drüber ging. Zunächst war man mit normalen Regenreigen ins Rennen gestartet, obwohl die Rennleitung angeordnet hatte, auf Regenreifen für Starkregen zu setzen. Diese Information war nach Aussage der Italiener erst nach dem Start des Rennens bis zum Team vorgedrungen. Somit musste man vorzeitig die Box aufsuchen.

Kimi Räikkönen konnte sich trotz einiger Ausrutscher neben die Strecke noch bis auf den dritten Rang nach vorn arbeiten, verlor aber erneut WM-Punkte auf Lewis Hamilton. Dafür ist der zweite Rang in greifbare Nähe gerückt. Teamkollege Felipe Massa hatte noch größere Probleme im Rennen, er belegte schlussendlich Platz sechs und hat damit keine Chance mehr auf den Gewinn des WM-Titels.

"Wir fuhren mit praktisch null Sicht", so Räikkönen. "Das Schwierigste war herauszuarbeiten, wo die anderen Fahrer sich befunden haben und was sie taten. Mein Rennen wurde durch den erzwungenen Boxenstopp in Runde drei ruiniert. Wir hatten uns dazu entschieden, auf Standard-Regenreifen zu starten, aber wir werden nie wissen, ob sich diese Entscheidung bezahlt gemacht hätte."

"Als ich erst einmal hinten im Paket steckte, versuchten wir alles, um wieder nach vorn zu kommen. Alles in allem ist der dritte Platz nicht ein Ergebnis, über das man sich beschwert. Ich vollführte immer unter sehr schwierigen Bedingungen viele Überholmanöver. Unser Setup mag im Trockenen konkurrenzfähiger gewesen sein, aber dennoch war das Auto sehr schnell und ich verlor sicherlich wegen dieser Entscheidung keine Zeit. Die Situation in der Meisterschaft ist nun natürlich schwieriger, aber ich werde wie üblich bis zum Ende der Saison weiterhin alles geben."

"Das Ergebnis des Rennens hat mir ein Ende bei meinen Chancen im Kampf um den Titel beschert", so Massa. "Ich denke jedoch, dass ich über die gesamte Meisterschaft hinweg immer konkurrenzfähig war. Leider war die Zuverlässigkeit manchmal nicht vorhanden und dies kostete mich wertvolle Punkte."

"In Bezug auf das heutige Rennen wusste ich, dass ich angesichts der Positionen in der Meisterschaft das Risiko eingehen konnte, andere Reifen zu fahren als unsere Gegner, aber es war nicht die richtige Wahl, zudem gab es die Entscheidung der Rennleitung, über die wir uns nicht bewusst waren, was trotzdem schwerwiegend ist."

"Ich versuchte dann mein Bestes zu geben. Ich schaffte es, erneut auf die vorderen Plätze zu kommen, aber dann musste ich erneut an die Box kommen, da wir nicht ausreichend Benzin hatten, um es bis zum Ende zu schaffen. Das Duell mit Kubica in der letzten Runde zu gewinnen, war der beste Moment dieses Rennens."

"Unser Rennen wurde durch den Stopp beider Fahrer ruiniert, den sie durchführen mussten, um von den Standard-Regenreifen auf jene für extremen Regen zu wechseln, was als Ergebnis einer Entscheidung der Rennleitung zu Stande kam, deren wir uns nicht bewusst waren", so Chefingenieur Luca Baldisserri. "Wir hatten uns extra dazu entschieden, auf diesen Reifen zu starten, weil der Start hinter dem Safety Car stattfand und wir dachten, dass sich das Wetter bessern würde."

"Als wir hinten im Paket festigen, versuchten wir, das Beste aus der Situation zu machen. Beide Fahrer fuhren bei praktisch keiner Sicht ein großartiges Rennen, bedenkt man, dass sie immer hinter anderen Autos fuhren. Die Autos funktionierten gut, auch wenn sie auf der Basis für trockenes Wetter abgestimmt waren."

"Das Rennen wurde bei Wetterbedingungen abgehalten, die so extrem waren, dass der Start hinter dem Safety Car erfolgen musste, und dies blieb für nicht weniger als 19 Runden auf der Strecke", so Rennleiter Jean Todt. "Wegen des Wetterberichts, den wir erhalten haben, entschieden wir uns dazu, auf Standard-Regenreifen zu starten, aber nach ein paar Runden wurden wir über eine Entscheidung der Rennleitung informiert, dass sie die Verwendung von Reifen für extremen Regen angeordnet hatten."

"Das Team wurde darüber nicht informiert und erst nach dem Rennen fanden wir heraus, dass eine E-Mail an Stefano Domenicali gesendet wurde, die erst nach dem Start des Rennens ankam. Wir waren verblüfft und mussten die Fahrer unmittelbar an die Box rufen, um die Reifen zu wechseln. Von da an war es unser Ziel gewesen, Boden gutzumachen. Wir waren etwas perplex."

"Nach einer starken Aufholjagd schafften es beide Fahrer, wieder in die Punkte zu kommen, Kimi landete dank des dritten Platzes auf dem Podium. Angesichts des Ergebnisses ist die Situation in der Fahrer-Weltmeisterschaft nun eingeschränkt, nur Kimi befindet sich noch im Rennen. Es wird ein Wunder benötigen, aber es steht fest, dass wir alles geben werden, um die letzten beiden Rennen der Saison zu gewinnen."

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