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Coulthard: Eau Rouge ist immer noch eine Mutprobe
Mit 200 PS weniger als 2005 ist die Eau Rouge angeblich keine Herausforderung mehr, aber das sieht Routinier David Coulthard ganz anders
(Motorsport-Total.com) - Als die Formel 1 2005 - abgesehen vom Test im Juli - zum bisher letzten Mal in Spa-Francorchamps gastierte, hatten die Boliden des damaligen Siegers Kimi Räikkönen und Co. um gut 200 PS mehr als heute. Hintergrund: Vor der Saison 2006 wurde die Königsklasse von 3,0-Liter-V10- auf 2,4-Liter-V8-Motoren umgerüstet.
Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke wirkte sich dies am schnellsten Punkt mit ungefähr 20 km/h im Topspeed aus, was unter anderem auch bedeutet, dass in Spa-Francorchamps die Geschwindigkeit am Eingang der legendären Senke Eau Rouge wesentlich geringer sein wird als früher. Und bei den Tests im Juli haben die Fahrer schon festgestellt: Es ist nun kein Problem mehr, die Links-Rechts-Links-Kombination im Trockenen voll zu fahren.
Eau Rouge keine Herausforderung mehr?
Kühne Aussagen seiner jungen Kollegen, wonach Eau Rouge nun keine Herausforderung mehr sei, will Routinier David Coulthard so aber nicht stehen lassen: "Ich habe Kommentare von einigen Fahrern gesehen, dass es mit den aktuellen Autos einfach sein soll, voll zu fahren, dass Eau Rouge keine echte Kurve ist. Nun ja, man muss immer einen gesunden Respekt haben, wenn man solchen Fliehkräften ausgesetzt ist und so steil bergauf fährt wie an der stelle", schrieb er in seiner 'ITV'-Kolumne.
"Ja, sie geht voll, aber niemand fährt sie in seiner ersten Runde voll, dass garantiere ich euch! Stellt euch dorthin, dann werdet ihr niemanden sehen, der in der ersten Runde voll fährt. Bridge in Silverstone geht schon in der ersten Runde voll, weil man die ganze Kurve einsehen kann. Eau Rouge erfordert also Respekt, es ist weiterhin eine herausfordernde Kurve und es ist wichtig, nicht zu viel Schwung zu verlieren", so der Red-Bull-Racing-Pilot.
Fliehkräfte nicht nur horizontal, sondern auch vertikal
"Einer der einzigartigen Aspekte ist, dass man vertikalen Fliehkräften ausgesetzt ist, weil in der Senke ein Kompressionseffekt entsteht, der dazu führt, dass sich die Kurve wie eine Achterbahn anfühlt. Es ist eine klasse Kurve", sagte Coulthard. Richtig sei aber, dass man mit den modernen Formel-1-Autos nur noch das Gaspedal bis zum Anschlag durchdrücken muss, sobald man die Linie einmal gefunden hat - der Unterschied zwischen den Fahrern liegt ansonsten nur noch in der Lenktechnik.
"Man hängt sich nicht genauso rein wie in Kurve acht in der Türkei, denn die geht gerade mal so nicht voll, aber nur um ein Haar. Das ist wahnsinnig schwierig, wenn man über die Bodenwellen rumpelt und gleichzeitig mit dem Fuß millimetergenau das Gaspedal steuern soll, aber zur Steuerung der 750 PS nur 40 Millimeter Gaspedalweg zur Verfügung hat", stellte er abschließend eine Querverbindung zu Istanbul her.










