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Auftakt in Fuji: Ferrari vor McLaren-Mercedes

28. September 2007 - 04:51 Uhr

Am Freitagmorgen in Fuji bot sich das gewohnte Bild an der Spitze, dahinter geigten aber mit Nico Rosberg und Adrian Sutil zwei Deutsche stark auf

Kimi Räikkönen
Ferraris Kimi Räikkönen erzielte im ersten Training in Fuji gleich mal Bestzeit
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - 30 Jahre nach dem bisher letzten Grand Prix von Japan in Fuji wurde heute Morgen endlich wieder am Fuße des Fujisan Formel 1 gefahren: 90 Minuten lang hatten die 22 Piloten Gelegenheit, sich auf die für die meisten völlig neue Strecke einzustellen, wobei das Wetter wider Erwarten mitspielte - bei 24 bis 27 Grad Luft- und 41 bis 47 Grad Asphalttemperatur.

Der 4,563 Kilometer lange Kurs erwies sich in der ersten Session des drittletzten Rennwochenendes 2007 als schwieriger als erwartet. Vor allem beim Anbremsen der ersten Kurve gab es den einen oder anderen kleinen Ausritt, im schnellen Linksknick von Kurve drei waren mehrere Piloten neben der Strecke und die bergauf führenden Serpentinen vor Start und Ziel sind zwar langsam, aber technisch ungemein anspruchsvoll.

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334 km/h Topspeed durch Webber

Die Rundenzeiten bewegten sich wie im Vorhinein simuliert von Anfang an im 1:20er-Bereich, den besten Topspeed erreichte Mark Webber (18./Red-Bull-Renault/+ 2,318/18 Runden) mit 334 km/h. Allerdings dürfte der Australier dabei seine Flügel noch etwas zu flach eingestellt gehabt haben, denn für die besten Rundenzeiten waren nicht einmal 320 km/h Höchstgeschwindigkeit auf der 1,5 Kilometer langen Start- und Zielgeraden erforderlich.

Schnellster war in 1:19.119 Minuten Kimi Räikkönen, der insgesamt 26 Runden zurücklegte und an diesem Wochenende wohl gewinnen muss, um seine minimalen WM-Chancen zu wahren. Zweiter wurde sein Ferrari-Teamkollege Felipe Massa (+ 0,379/27 Runden), der aus dem Stand heraus am besten mit dem Fuji Speedway zurechtzukommen schien, in den letzten Minuten die Pace von Räikkönen aber nicht mehr ganz mitgehen konnte.

David Coulthard
Die beiden Red-Bull-Renault-Piloten waren auf den Geraden am schnellsten
© xpb.cc

Auch bei McLaren-Mercedes drehte sich das Kräfteverhältnis während der Session: Am Anfang hatte Lewis Hamilton (4./+ 0,688/24 Runden) die Nase vorne, kurz vor Schluss setzte sich aber Fernando Alonso (+ 0,548/27 Runden) direkt vor ihn. Dass die beiden jeweils mehr als eine halbe Sekunde Rückstand auf die führenden Ferraris hatten, ist nicht weiter ungewöhnlich, denn Ferrari experimentiert am Freitagmorgen oft mit einer geringen Benzinmenge.

Top 4 wieder in ihrer eigenen Liga

Wie immer klaffte hinter den Top 4 erst einmal eine recht große Lücke, schnellster Verfolger war aber - aus deutscher Sicht erfreulich - Nico Rosberg (Williams-Toyota/26 Runden) mit nur 0,939 Sekunden Rückstand. Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/+ 1,178/26 Runden), Alexander Wurz (Williams-Toyota/+ 1,292/24 Runden) und Jarno Trulli (Toyota/+ 1,364/32 Runden) komplettierten die Top 8. Letzterer war übrigens der einzige Vertreter eines japanischen Werksteams in den Top 10.

Die Sensation des ersten Freien Trainings war Japan-Kenner Adrian Sutil, der seine Streckenkenntnis maximal umsetzte, sich gut zehn Minuten vor Schluss auf den fünften Platz setzte, seine Zeit noch zweimal auf schlussendlich 1:20.516 Minuten verbessern konnte und damit nach 29 Runden mit 1,397 Sekunden Rückstand Neunter wurde. Sutil war zu Beginn der Session übrigens auch der allererste Fahrer auf dem Fuji Speedway.

Noch nicht ganz so stark wie erhofft war Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team/26 Runden) unterwegs, denn der Deutsche musste sich mit 1,609 Sekunden Rückstand mit dem 13. Platz zufrieden geben. Auch für Ralf Schumacher (Toyota/+ 1,709/28 Runden) lief es nicht ganz nach Plan: Der Deutsche, der genau wie Sutil ein Karrierejahr in Japan absolviert hat, leistete sich einen Dreher und wurde am Ende 15.

Vettel mit technischen Problemen

Fernando Alonso
Blick auf die 1,475 Kilometer lange Start- und Zielgerade des Fuji Speedways
© xpb.cc

Pech hatte Sebastian Vettel (20./+ 2,735/18 Runden), denn der Youngster musste seinen Toro-Rosso-Ferrari vor der Dunlop-Kurve schon nach 25 Minuten mit einem technischen Defekt abstellen - auf einmal ging das Auto einfach aus. Nach einer Reparaturpause konnte er das Training aber wieder aufnehmen. Auf seinen Teamkollegen Vitantonio Liuzzi (14./+ 1,689/29 Runden) hatte er aber doch recht großen Rückstand.

Die japanischen Fans beobachteten indes natürlich vor allem ihre beiden Lokalmatadoren Takuma Sato (17./Super-Aguri-Honda/+ 2,067/15 Runden) und Sakon Yamamoto (22./Spyker-Ferrari/+ 3,783/17 Runden), die nicht gerade vom Glück gesegnet waren: Sato stand nach zwei Installationsrunden lange an der Box und konnte erst 25 Minuten vor Schluss ins Geschehen eingreifen, während Yamamoto nach knapp einer Stunde ausrollte.

Eine Prognose für den Rest des Wochenendes ist natürlich nur sehr schwierig aufzustellen, weil die Teams erst ihre Setups feintunen müssen und auch noch unterschiedliche Programme gefahren wurden. Klar ist aber, dass der Weg zum Sieg nur über Ferrari oder McLaren-Mercedes führen wird, wobei der Vorsprung von Ferrari zunächst kleiner war als an so manch anderem Freitagvormittag in dieser Saison...

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