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Wurz: "Muss es nur auf die Reihe bekommen"

24. August 2007 - 18:24 Uhr

Alexander Wurz spricht über die Strecke in Istanbul, seinen ersten Trainingstag und seine bisherige Saisonbilanz als Stammfahrer bei Williams

Alexander Wurz
Alexander Wurz hat noch keinen Vertrag für 2008 in der Tasche
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Alex, heute waren viele Fahrer neben der Strecke, ohne dass sie dafür groß Konsequenzen zu tragen hatten. Werden wir das auch im Rennen sehen? Findest du diese Auslegung der Auslaufzonen gut, durch die Fahrfehler weitgehend unbestraft bleiben?"
Alexander Wurz: "Wir haben das in der GPDA ausführlich mit Charlie (Whiting; Anm. d. Red.) diskutiert. Das ist eben der Kompromiss, den man eingehen muss, weil wir alle sichere Rennstrecken und hohe Sicherheitsstandards wollen. Darum haben wir asphaltierte Auslaufzonen - und dadurch können wir nach einem Fehler wieder ohne großen Zeitverlust zurück auf die Strecke fahren. Ich bin mir aber sicher, dass du mir Recht gibst, wenn ich sage, dass es gut ist, sichere Strecken zu haben. So sind wir Fahrer wenigstens ein bisschen länger unter euch als in früheren Zeiten..."

Frage: "Ihr habt heute beide Reifentypen getestet. Seid ihr damit zufrieden, werden sie bei dieser Hitze das Rennen überstehen?"
Wurz: "Man ist nie ganz glücklich, aber sie werden das Rennen überstehen - beide Sätze. Mit dem weichen gibt es keine Probleme wie in Kanada, als wir extremes Graining mit den Supersofts hatten. Das ist hier definitiv okay, aber es gibt noch Unterschiede bei den Reifen. So hat man eine Herausforderung für das Rennen, weil man sich entscheiden muss, welchen Satz man am Start und in den Stints verwendet."

Frage: "Im Vorjahr warst du hier noch Freitagsfahrer. Wie geht es dir nach dem ersten Tag?"
Wurz: "Es ist eine schwierige Strecke. Du hast schon richtig erwähnt, dass man ohne große Strafe von der Strecke wegfahren kann, aber eine Runde perfekt hinzubekommen, das ist wirklich hart. Es gibt zwei oder drei irrsinnig rutschige Kurven und dann natürlich auch die superschnelle Kurve acht und ein paar mittelschnelle Kurven im dritten Sektor. Jede Kurve bräuchte im Prinzip ihr eigenes Setup, daher ist es ein Kompromiss vom Fahrstil und vom Setup her, und zwar vom Anfang bis zum Ende. Außerdem ist die Strecke körperlich sehr anstrengend. Kurve acht hat sieben Sekunden lang 4,5 G, was für unsere kleinen Hälschen ziemlich zäh ist."

"Besser Punkte in verrückten Rennen als keine Punkte!"
Alexander Wurz

Frage: "Du hast deine Punkte in dieser Saison meistens in verrückten Rennen geholt. Bist du zufrieden mit deinen Leistungen?"
Wurz: "Besser Punkte in verrückten Rennen als keine Punkte! Das sind die Rennen, in denen man einen Unterschied machen kann, wenn man sich Gedanken macht, was passiert, wenn man kontrolliert fährt und ein sehr starkes Team hinter sich hat, das einen zur richtigen Zeit an die Box holt und die richtigen Reifenentscheidungen trifft, wie es bei uns am Nürburgring der Fall war. Nicht nur dort, sondern auch in anderen Rennen war ich happy, nämlich mit meiner Rennperformance. Da fällt mir spontan Malaysia an, wo ich nach technischen Problemen als 18. gestartet bin. Aber vergiss es, das Rennen war großartig - und in den ersten zehn Runden habe ich acht Konkurrenten überholt, die ja auch keine Sonntagsfahrer sind."

"Mit Nico (Rosberg; Anm. d. Red.) hatte ich ein tolles Rennen in Bahrain, in dem wir uns gegenseitig sechs- oder siebenmal überholt haben. Monaco war ein superstarkes Rennen ohne Fehler von der ersten bis zur letzten Runde. Ich bin nur einmal leicht gerutscht, was zwei Zehntel gekostet hat, aber sonst war jede Kurve am Limit. Natürlich bin ich nicht happy mit meinen Qualifyings, das ist klar. Ich kann das im Rennen aufholen, aber ich hätte anders ein viel einfacheres Leben und könnte dem Team noch mehr Gutes tun, wenn ich die Kurven nur zusammenkriegen würde. Es ist nicht so, dass mir der Speed abgeht, sondern ich muss es nur in einer Runde im Qualifying auf die Reihe bekommen."

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