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Wenn Boliden auf Seereise gehen

22. August 2007 - 11:04 Uhr

Das ganze Jahr über reisen Container mit Formel-1-Equipment kreuz und quer über die Weltmeere - Nach Istanbul schwimmen sogar die Rennwagen

Ferrari Motorhome
Erst im Container eingeschwommen, dann aufgebaut - das Ferrari-Motorhome
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Das Fahrerlager in Istanbul unterscheidet sich in nichts von dem am Nürburgring, in Silverstone oder Monza: Wie bei allen europäischen Rennen haben die Teams ihre Trucks und Motorhomes dabei. Einen Unterschied gibt es jedoch schon - die Anreise an die die Grenze nach Asien. Normalerweise reisen die Trucks und Motorhomes über die Autobahnen von Europarennen zu Europarennen. Doch Istanbul liegt fast 2500 Kilometer entfernt, und so wird die Anreise zur logistischen Herausforderung.

Ferrari greift auf eine eigentlich altmodische Transportvariante zurück - das Schiff. Alle Rennwagen, sonstigen Fahrzeuge und die weitere Ausrüstung wurden in Container gepackt, in Triest an der Adria aufs Schiff geladen und auf die Seereise nach Istanbul geschickt. Ferrari ist damit nicht allein - die meisten Teams schicken ihr Equipment inzwischen per Schiff zu den Überseerennen.

Das ist zwar langsamer als mit dem Flugzeug, aber erheblich billiger. "Seefracht ist wesentlich billiger als wenn wir die FOM Air Charter nutzen würden", erklärt Miodrag Kotur, Logistikchef beim Ferrari-Team. "Um das zu verdeutlichen: Es ist sogar auch billiger, obwohl wir alles in dreifacher Ausfertigung verschicken, insgesamt etwa 15.000 Kilo". Dreifache Ausfertigung? Ja, denn die Container mit Ausrüstung reisen das ganze Jahr über kreuz und quer über die Weltmeere.

"Die Ausrüstung, die wir zum Saisonstart nach Australien geschickt haben, ist nun zurück in Italien, wird auf den neuesten Stand gebracht und dann nach China geschickt", so Kotur. "Das Paket, das wir in Malaysia dabei hatten, werden wir in Japan wieder sehen und das Equipment für Bahrain ist weitergereist nach Kanada, in die USA und nach Brasilien. In jedem Paket befindet sich genau die gleiche Ausrüstung. Dazu gehören auch Dinge, die wir früher vor Ort gemietet haben, wie Tische, Stühle und Küchengeräte. Die Mietkosten sind so hoch, dass es günstiger ist, diese Dinge zu Hause zu kaufen und zu verschiffen. Es kann unglaublich teuer sein, einen einzelnen Stuhl zu mieten - wir sind schließlich in der Formel 1! Wir können Ausrüstung kaufen und sie über Jahre nutzen, damit amortisieren sich die Kosten."

Aktuelle Komponenten für die Rennwagen sind in den reisenden Containern allerdings nicht enthalten, da sie während der Saison stetig weiter entwickelt werden. An Bord ist allerdings Boxen-Equipment, Trennwände und sonstige schwere und sperrige Gegenstände.

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