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Vettel: "Die Strecke ist für alle schwierig"

24. August 2007 - 17:10 Uhr

Der Toro-Rosso-Pilot im Interview über das Freie Training, die Stadt Istanbul und die anspruchsvolle Rennstrecke am Bosporus

Sebastian Vettel
Sebastian Vettel: Die Kurve acht sorgt nicht für Kopfzerbrechen...
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Es gab ja heute im Training eine lange Pause, wie habt ihr mitbekommen, was da los war?"
Sebastian Vettel: "Ich glaube, dass heute alle eine Pause hatten, denn es war ja ziemlich lang rote Flagge. Das Problem bei uns war gewesen, dass wir gerade unser Programm beginnen wollten, ich jedoch nicht mehr hoch schalten konnte, weswegen ich an die Box fuhr."

"Es hat sich dann herausgestellt, dass im Getriebe ein Sensor kaputtgegangen war. Dieser sitzt ziemlich versteckt im Auto, weswegen wir die ganze Hinterachse abschrauben mussten, was ziemlich lang gedauert hat. Aus diesem Grund habe ich nur sehr wenige Runden fahren können."

Frage: "Wie sehr nervt so etwas, und wie sehr wirft dich das zurück?"
Vettel: "Das nervt nicht, denn so etwas kann nun einmal passieren. Wir müssen jetzt untersuchen, warum das passiert ist, um sicherzustellen, dass es nicht noch einmal passiert. Die zweite Einheit war wohl für alle sehr schwierig, denn eigentlich stand der Reifen-Vergleich an."

"Das war auch bei uns der Fall. Ich glaube, dass die rote Flagge alle ein bisschen zurückgeworfen hat. Mich umso mehr, da ich noch etwas länger Pause hatte. Nun müssen wir versuchen, aus dem, was wir haben, das Maximale herauszuholen, und dann schauen wir einmal, wo wir landen."

Frage: "Wie passen denn der Toro Rosso und die etwas eigenwillige Strecke zusammen?"
Vettel: "Ich denke, dass die Strecke für alle schwierig ist. Wir haben heute einige Autos gesehen, die neben der Linie waren. Ich glaube, dass ein Grund dafür die Tatsache war, dass die Strecke noch sehr grün war, wie wir sagen, dass also sehr wenig Haftung vorhanden und sie sehr schmutzig war."

"Das macht es nicht einfacher. Die Strecke ist glaube ich eine der besten im Jahr, es gibt sehr schnelle Kurven hier und langsamen Kurven. Sie hat alles, zudem geht es bergauf und bergab, es macht hier sehr viel Spaß."

Frage: "Was hältst du von Istanbul?"
Vettel: "Es ist eine ziemlich große Stadt. Wenn man sich auf der europäischen Seite befindet, dann hat man morgens eine relativ lange Anreise, weil sich die Strecke auf der asiatischen Seite befindet."

"Abgesehen davon ist es eine tolle Stadt, am Bosporus gelegen, sie hat schon ein besonderes Flair. Aber ganz ehrlich, davon bekommen wir nicht allzu viel mit, wir haben wir genug zu tun."

Frage: "Diese Strecke hat auch etwas besonderes, eine Kurve mit vier Scheitelpunkten, was macht es für den Fahrer so besonders, hier durchzufahren?"
Vettel: "Sie geht ewig hin, sie hört gar nicht mehr auf, das ist das Gefühl, das man im Auto bekommt. Man kommt dort im sechsten Gang an, sie geht fast voll, man muss nur kurz vom Gas gehen."

"Ich glaube, sie würde sogar mit Vollgas gehen, wenn nicht so viele Bodenwellen in der Kurve wären. Sie machen es eben extrem schwierig. Aber ansonsten hat auch der Rest der Strecke jede Menge zu bieten."

Frage: "Ist diese Kurve wirklich so schwierig, wie sie für eine Laien aussieht?"
Vettel: "Es ist schon so, dass man sie in einem Zug durchfahren kann. Es ist nicht so, dass man sehr aufpassen muss, gerade in den letzten beiden Scheitelpunkten nicht."

"Wichtig ist, dass man den Anfang gut trifft, vor allem die zweite Kurve. Der Rest geht dann dahin. Man steigt wieder voll aufs Gas und lässt sich dann raus treiben. Es geht nur immer weiter nach links, es scheint gar nicht mehr aufzuhören."

Frage: "Wenn man die Kurve mit einem Wort beschreiben wollte, wie könnte man sie dann beschreiben - wahnsinnig, verrückt, ungewöhnlich?"
Vettel: "Lang! Das ist schon etwas Außergewöhnliches. Es gibt auch auf anderen Strecken schnelle Kurven, aber diese hier ist sicherlich die längste."