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Spionage: Auch Haug bricht sein Schweigen

03. August 2007 - 12:23 Uhr

Nach wochenlanger Zurückhaltung geht McLaren-Mercedes in der Spionageaffäre in die Offensive: Nun spricht erstmals auch Norbert Haug

Norbert Haug
Norbert Haug hat vor der Anhörung vor dem Berufungsgericht keine Angst
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/Premiere) - Wochenlang hielt sich McLaren-Mercedes in der Spionageaffäre vornehm zurück, doch als von Ferrari-Seite auch nach dem Freispruch durch das World Council noch Giftsalven in Richtung Woking abgefeuert wurden, platzte den Silberpfeilen offenbar der Kragen. Nach Ron Dennis' Brief wandte sich nun nämlich auch Norbert Haug an die Öffentlichkeit.

Zunächst rekapitulierte der Deutsche noch einmal das bisher Geschehene: "Es hat offensichtlich ein Ferrari-Mitarbeiter Dokumente an einen mittlerweile suspendierten McLaren-Mitarbeiter rübergegeben. Der hat gerichtlich ausgesagt, dass er das Material hat, nicht die Firma, dass er kurz zwei Zeichnungen zwei Mitarbeitern gezeigt hat. Diese Mitarbeiter konnten damit gar nichts anfangen, haben noch nicht einmal erkannt, welches Material das ist", erklärte der Mercedes-Sportchef.

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Kein Interesse an weiterem Briefverkehr

"Das Briefeschreiben im Internet wurde von anderer Seite begonnen."
Norbert Haug

"Es ist nicht so, dass wir und Ron Dennis gerne Briefe schreiben, sondern es geht um die Klarstellung. Das Briefeschreiben im Internet wurde ja von anderer Seite begonnen. Wir haben uns mustergültig ruhig verhalten bis zur Anhörung - und auch da muss man differenzieren: Es gibt und gab kein Gerichtsverfahren, sondern eine Anhörung. Ich denke, das war eine sehr, sehr präzise Anhörung - und bei der ist man zu der Erkenntnis gekommen, dass dem Team nichts nachzusagen ist", so Haug.

Und weiter: "Ich störe mich sehr daran, wenn jemand sagt, wir seien schuldig. Es ist ein Mitarbeiter schuldig. Wenn wir für unseren Mitarbeiter zuständig und verantwortlich sind, dann ist das Team, wo das Material herkommt, allemal dafür zuständig, denn hätte dieser Mann das Material nicht weitergegeben, dann hätten wir das ganze Thema nicht. Ich bin sehr für das Verursacherprinzip", spielte er den Ball an Ferrari zurück.

Emotionen schwappen über

"Da wird nur das rauskommen, was wir bisher gesagt haben."
Norbert Haug

Dass die ganze Affäre natürlich emotional aufgeladen ist, versteht sich von selbst, aber Haug stellte heute am Hungaroring klar, dass man sich der aus McLaren-Mercedes-Sicht unnötigen Neuauflage der Verhandlung vor dem FIA-Berufungsgericht natürlich stellen wird: "Wir sind vollkommen offen, man darf uns die Fragen stellen. Es wird eine Berufungsverhandlung geben. Ich finde das sehr gut, denn da wird nur das rauskommen, was wir bisher gesagt haben", sagte er.

Die offensichtlichen Spannungen zwischen den Silberpfeilen und Ferrari - am Hungaroring wurde Honda im Fahrerlager quasi als Puffer zwischen den beiden Teams geparkt - spielte er herunter: "Ich glaube nicht, dass es Verstimmungen zwischen den Teams gibt. Die Teams werden ihre Arbeit auf der Rennstrecke erledigen. Die Verstimmung existiert bei jemand anderem, aber nicht bei den Teams. Da muss man genauso differenzieren, ob es sich um einzelne Personen oder um die Teams dreht."

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