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Herzlichen Glückwunsch, Luca di Montezemolo!

31. August 2007 - 10:14 Uhr

Heute feiert di Montezemolo seinen 60. - Über rotes Blut, sein goldenes Händchen, die Beziehung zu Lauda, Todt und Schumacher und seine zweite Leidenschaft

Luca di Montezemolo
Luca di Montezemolo feiert heute seinen 60. Geburtstag
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Er war schon mit 25 Jahren Teamchef bei Ferrari, er bescherte den Tifosi die Fußball-WM 1990 und Michael Schumacher, er führte Ferrari nach langer Durststrecke zurück an die Spitze der Formel 1 und ist jetzt als Fiat-Chef einer der einflussreichsten Männer Italiens - Luca Cordero Lanza di Montezemolo hat in seinem Leben nicht viel falsch gemacht. Am (heutigen) Freitag feiert der studierte Jurist seinen 60. Geburtstag - im Kreise von Freunden und Weggefährten.

Auch Rekordweltmeister Schumacher gibt Montezemolo die Ehre, schließlich hatte der Marquis aus einer alten Adelsfamilie in Piemont das Dream Team der Scuderia zusammengestellt. Mit Teamchef Jean Todt, dem Technischen Direktor Ross Brawn und Ausnahmepilot Schumacher, dem er ein geschätztes Jahresgehalt von 35 Millionen Euro zahlte, brachte Montezemolo die "Roten" wieder auf Kurs und holte nach 21-jährigem Warten 2000 den Fahrertitel der Formel 1 wieder nach Maranello, dem Schumacher noch vier weitere folgen ließ.


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Jean Todt und Luca di Montezemolo
Jean Todt und Luca di Montezemolo: Leben für den roten Mythos
© xpb.cc

Der Commendatore persönlich, Firmengründer Enzo Ferrari, hatte Montezemolo zu Beginn der siebziger Jahre nach dessen Studium in Rom und New York in seine Firma geholt und schnell zum Formel-1-Teamchef gemacht. Wie sehr der dynamische "Blaublütige" den Ferrari-Mythos verinnerlicht hatte, zeigte sich einmal in einem Gespräch mit einem österreichischen Formel-1-Journalisten. Der hatte ihn gefragt: "Wieso ist Ferrari eigentlich rot?" Darauf Montezemolo: "Weil unser Blut auch rot ist."

Auf Anweisung von Enzo Ferrari holte Montezemolo damals Niki Lauda nach Maranello. Der Österreicher wurde 1975 und 1977 mit den "Roten" Weltmeister und sollte bis zu Schumachers Zeit erfolgreichster Ferrari-Fahrer bleiben.

Luca di Montezemolo
Luca di Montezemolo brachte Ferrari wieder auf den richtigen Weg
© xpb.cc

Mit der erfolgreichen Leitung der Sportabteilung hatte sich der immer elegant gekleidete und in der Öffentlichkeit charmant wirkende Montezemolo, dessen Familie auch enge Kontakte zu Fiat-Chef Giovanni Agnelli pflegte, für höhere Aufgaben im Ferrari-Mutterkonzern empfohlen. So war er unter anderem für die Außenbeziehungen des Automobilbauers oder für die konzerneigenen Zeitungen wie 'La Stampa' zuständig. Zudem saß er im Vorstand des Fußball-Klubs Juventus Turin.

Von 1985 bis 1990 bereitete Montezemolo erfolgreich die Fußball-WM 1990 in Italien vor, ein Jahr später erreichte seine Karriere den vorläufigen Höhepunkt. Agnelli installierte ihn als Präsident von Ferrari, nachdem die Sportwagenschmiede nach dem Tod von Enzo Ferrari 1988 in Schwierigkeiten geraten war.

Montezemolo führte die Scuderia nicht nur mit viel Geduld zurück an die Spitze, sondern auch zu großen wirtschaftlichen Erfolgen. Ebenso wie die seit 1997 zum Konzern gehörende Traditionsmarke Maserati. Den Rufen des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, in die Politik einzusteigen, widerstand er.

Luca di Montezemolo und Kimi Räikkönen
Luca di Montezemolo wollte unbedingt Kimi Räikkönen verpflichten
© Ferrari

Seit dem 30. Mai 2004 ist Luca di Montezemolo schließlich auch Chef des Fiat-Konzerns, zusätzlich zu seinem Posten bei Ferrari. Damit trat er die Nachfolge des verstorbenen Umberto Agnelli an, der nach dem Tod von Patriarch Giovanni Angelli nur 16 Monate an der Spitze des Unternehmens stand.

Bei Ferrari nahm Montezemolo Todt als Generaldirektor mehr und mehr in die Verantwortung, nicht ohne in wichtigen Entscheidungen das letzte Wort zu behalten. Schließlich war es Montezemolo, der im Gegensatz zu Todt unbedingt den Finnen Kimi Räikkönen verpflichten wollte und damit auch seinen Anteil an Schumachers Rücktritt Ende 2006 hatte. Ganz verzichten auf die Erfahrung des Kerpeners wollte der Ferrari-Chef aber nicht und gab ihm einen Posten als Berater.

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