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Formel-1-Spionage: Showdown am 13. September

08. August 2007 - 12:45 Uhr

Am 13. September fällt die Entscheidung in der Spionageaffäre - Norbert Haug zuversichtlich - Konkurrenzteams fordern eine Strafe

Felipe Massa und Fernando Alonso
Zwischen den beiden Topteams der Formel 1 wird mit harten Bandagen gekämpft
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Showdown für McLaren-Mercedes in Paris: Die WM-Entscheidung in der Formel 1 könnte bei der Berufungsverhandlung zur Spionageaffäre am 13. September in Paris fallen. Der Automobilweltverband FIA platzierte die von seinem Präsidenten Max Mosley initiierte letztinstanzliche Entscheidung genau zwischen die Rennen in Monza und Spa-Francorchamps.

Der Brisanz der Sache angemessen wurden alle elf Formel-1-Teams zur Anhörung eingeladen - schriftliche und mündliche Stellungnahmen sind ausdrücklich erwünscht. Die Silberpfeile hoffen auf einen Freispruch wie vor dem World Council der FIA. Im schlimmsten Fall droht dem überlegenen WM-Spitzenreiter sogar der Ausschluss und damit der Verlust der beiden möglichen WM-Titel.

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Haug geht von einem Freispruch aus

"Ich sehe nicht, wo unsere Schuld liegt."
Norbert Haug

"Ich sehe nicht, wo unsere Schuld liegt, deshalb gehe ich von einem erneuten Freispruch aus. Es ist besser für alle, wenn echte Volljuristen über den Fall befinden und endlich Klarheit in der Formel 1 herrscht", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug dem 'sid'. Er glaubt, dass sein Team nicht für das Fehlverhalten eines einzelnen Mitarbeiters bestraft werden könne.

Der suspendierte McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan war im Besitz vertraulicher Ferrari-Daten, die ihm der unzufriedene Ferrari-Angestellte Nigel Stepney zugespielt hatte. Allerdings hat McLaren-Mercedes diese Informationen nach Auffassung des World Councils vom 26. Juli nicht verwendet, um die WM zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Dieser Freispruch wird speziell vom Erzrivalen Ferrari und dem noch amtierenden Konstrukteursweltmeister Renault angezweifelt.

"Wir haben das Gefühl, dass das, was passiert ist, einfach nicht akzeptabel ist. Also werden wir es nicht akzeptieren", meinte Ferrari-Teamchef Jean Todt. Renault-Teamchef Flavio Briatore hatte sogar den Ausschluss von McLaren-Mercedes gefordert ("Es ist offensichtlich, dass sie die Daten über die Gewichtsverteilung von Ferrari hatten."), diese Aussagen aber später relativiert.

Theissen hofft auf baldiges Ende des Falls

"Das schadet der Formel 1, weil der Sport nicht mehr im Mittelpunkt steht."
Mario Theissen

Bei den anderen Teams hofft man vor allem, dass das ganze Spionagetheater bald ein Ende hat: "Das schadet der Formel 1, weil der Sport nicht mehr im Mittelpunkt steht", meinte BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. Zuletzt hatte McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis eine friedliche Lösung der Affäre mittels eines persönlichen Gespräches mit Ferrari-Teamchef Jean Todt angeboten, "um die Aggressivität in der Formel 1 zu beenden".

Der kleine Ferrari-General Todt lehnte umgehend ab: "Ich hätte es besser gefunden, wenn er diesen Vorschlag vor vier Monaten gemacht hätte. So hätten wir viel Schaden für das Image der Formel 1 und die Konsequenzen für Ferrari abwenden können."

Für die Scuderia ist die Berufungsverhandlung von Paris wohl die letzte Chance, im Jahr eins nach Michael Schumacher doch noch die Titel zu gewinnen - zwar nicht auf der Strecke, aber am grünen Tisch...

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