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Massa gewinnt rot-silbernen Thriller im Qualifying

25. August 2007 - 14:03 Uhr

Ganz knapp vor Lewis Hamilton sicherte sich Felipe Massa die Pole Position in Istanbul - Heidfeld Sechster, Rosberg Achter, Schumacher früh k.o.

Kimi Räikkönen, Felipe Massa und Lewis Hamilton
Kimi Räikkönen, Felipe Massa und Lewis Hamilton nach dem Qualifying
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Das heutige Qualifying zum Grand Prix der Türkei in Istanbul wurde zum erwarteten Superduell zwischen den auch in der Weltmeisterschaft tonangebenden Teams McLaren-Mercedes und Ferrari: Bei extrem heißen Bedingungen mit 35 Grad Luft- und 52 Grad Asphalttemperatur machten die vier favorisierten Autos die Pole Position tatsächlich unter sich aus.

Speziell im Top-10-Finale war die Spannung nicht mehr zu überbieten: Nach dem ersten Run führte Felipe Massa 26 Hundertstelsekunden vor seinem Ferrari-Teamkollegen Kimi Räikkönen und 54 vor Fernando Alonso (McLaren-Mercedes), während Lewis Hamilton im zweiten Silberpfeil schon fast eine halbe Sekunde Rückstand hatte. Doch der allerletzte Versuch, den übrigens nur Alonso mit harten Reifen bestritt, was wohl ein Fehler war, würfelte die Spitze noch einmal kräftig durcheinander.

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Massa konterte auf Hamiltons Bestzeit

Als Erster kam Räikkönen über die Ziellinie, der sich nicht mehr steigern konnte, ehe Hamilton die Bestmarke auf 1:27.373 Minuten schraubte - doch Massa ließ sich davon nicht beeindrucken und fuhr noch einmal um 0,044 Sekunden schneller! Dann warteten alle nur noch auf Alonso, aber der Spanier hatte schon in den ersten beiden Sektoren Rückstand und musste sich daher schlussendlich mit dem vierten Platz begnügen. Übrigens: Die Top 4 lagen innerhalb von 0,245 Sekunden.

Fast untergegangen wäre im Schatten dieses Thrillers um die Pole Position die Galavorstellung von Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team), denn der Pole robbte sich in seinem letzten Versuch bis auf 0,393 Sekunden an die Spitze heran und entschied damit das Stallduell gegen Nick Heidfeld, der bis dahin vor ihm gelegen war, um gut drei Zehntelsekunden für sich. Das Ganze spielte sich unangefochten in der dritten Startreihe ab.

Nur ein Toyota in den Top 10

Nico Rosberg
Nico Rosberg lieferte eine gute Vorstellung ab, fuhr in die vierte Startreihe
© xpb.cc

Ebenfalls für das Top-10-Finale qualifiziert waren Heikki Kovalainen (7./Renault/+ 1,162), der eine recht gute letzte Runde erwischte und sich damit noch ganz knapp an Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 1,172) und Jarno Trulli (Toyota/+ 1,411) vorbeischob, sowie der Teamkollege des Finnen, Giancarlo Fisichella (+ 1,993/11 Runden). Letzterer dürfte sich aber eher auf das Rennen konzentriert haben, griff in die Zeitenjagd nicht ernsthaft ein.

Mit Heidfeld und Rosberg landeten also zwei Deutsche in den ersten vier Startreihen, doch ein anderer, dem man ähnliches zugetraut hätte, war die große Enttäuschung des Tages: Ralf Schumacher kämpfte nach starken Trainingsleistungen im entscheidenden Moment plötzlich mit dem Setup seines Toyota und schrammte als 18. mit leichtem Untersteuern im letzten Sektor um 17 Tausendstelsekunden am Top-16-Cut vorbei.

Noch mehr Pech als der Routinier hatte Vitantonio Liuzzi - übrigens wieder um mehr als eine halbe Sekunde schneller als sein Toro-Rosso-Ferrari-Teamkollege Sebastian Vettel (20.) -, denn der Italiener wurde 17. und hätte nur sechs Hundertstelsekunden für den Aufstieg ins zweite Qualifying finden müssen. Davon war Adrian Sutil (Spyker-Ferrari) weit entfernt, immerhin wies er aber Sakon Yamamoto im zweiten F8-VII der alten Spezifikation um anderthalb Sekunden in die Schranken.

Wurz mit enttäuschender Vorstellung

Unglaublich spannend war auch das zweite Segment des Nachmittags, in dem 16 Fahrer um den Aufstieg in die Top 10 kämpften. Am schlechtesten schnitt dabei Alexander Wurz (Williams-Toyota) ab, der seinen viel versprechenden ersten Versuch wegen eines Fahrfehlers abbrechen musste und im letzten den ersten Sektor völlig verpatzte, so dass er sich mit dem 16. Platz begnügen musste - im Stallduell gegen Rosberg steht es damit bereits 1:11.

Anthony Davidson (Super-Aguri-Honda) sicherte sich indes mit einer Traumvorstellung den elften Startplatz, auch wenn ihm 0,122 Sekunden auf den zehnten Platz fehlten. Mark Webber (Red-Bull-Renault) wurde Zwölfter vor seinem Teamkollegen David Coulthard, den beiden Honda-Piloten Rubens Barrichello und Jenson Button sowie eben Wurz. Zwischen dem Siebenten und dem 16. lagen in Q2 übrigens 0,640 Sekunden.

McLaren-Mercedes mit neuer Strategie

Fernando Alonso
Fernando Alonso bat vor dem letzten Run selbst um die harten Reifen
© xpb.cc

Bemerkenswert auch: Um eine Katastrophe wie in Ungarn zu verhindern, schickte McLaren-Mercedes diesmal am Ende des Finales nur Hamilton sofort raus, während sich Alonso mitten in die Bummelprozession einreihte - und diese Sicherheitstaktik wäre beinahe in die Hose gegangen, denn nach dem letzten Reifenwechsel fuhr der Spanier gerade mal vier Sekunden vor dem Ablauf der Zeit über die Ziellinie, um noch einmal anzugreifen.

Favorit auf den Sieg in der Türkei ist nun am ehesten Massa, aber angesichts der Dichte an der Spitze können alle vier Topautos gewinnen. Generell darf man sich auf einen spannenden Grand Prix freuen, denn auf der 5,338 Kilometer langen Strecke kann man gut überholen - und die Top 4 liegen ebenso dicht beisammen wie die äußerst motivierten Mittelfeldler dahinter. Mittendrin zwischen den beiden Blöcken: das BMW Sauber F1 Team mit Kubica und Heidfeld.

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