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EU will keine Tabakfirmen mehr in der Formel 1 sehen

31. August 2007 - 13:43 Uhr

In der Europäischen Union gilt zwar ein Tabakwerbeverbot, dennoch bekommen EU-Bürger Formel-1-Rennen mit Tabakwerbung zu sehen

Kimi Räikkönen
Ferrari ist das einzige Team, das noch von einem Tabakhersteller Geld erhält
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - In der Europäischen Union darf zwar nicht mehr bei Sportveranstaltungen für den blauen Dunst geworben werden, weswegen bei Rennen wie in Deutschland, Frankreich oder Italien keine Logos der Tabakfirmen auf den Autos oder der Kleidung der Teams zu sehen sind. Doch wenn die Formel 1 in Bahrain, Monaco oder in China zu Gast ist, dürfen die Logos verwendet werden und finden damit über das Fernsehen, Printmedien und das Internet ihren Weg auch zu den EU-Bürgern.

Seit 2006 darf in der EU auch in Printerzeugnissen sowie über Radio und Internet nicht mehr für Tabakprodukte geworben werden. Das EU-Verbot hat dazu geführt, dass alle Tabakkonzerne die Formel 1 im Verlauf der vergangenen Jahre verlassen haben, nun mischt nur noch 'Phillip Morris' mit der Marke 'Marlboro' mit. Aber auch das ist EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou ein Dorn im Auge.

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Er will erreichen, dass sich kein Tabakkonzern mehr in der "Königsklasse des Motorsports" tummelt. Aus diesem Grund sollen sich in Zukunft auch jene Länden dem Zigarattenwerbeverbot anschließen, die nicht in der EU sind, oder sich im Gegensatz zu zum Beispiel Australien nicht eigenständig auf ein entsprechendes Gesetz verständigt haben.

"Wir müssen die Werbung für Tabak so weit wie möglich eindämmen, damit wir ihren Einfluss auf junge Menschen unterbinden können", wird Kyprianou im Interview mit der 'Financial Times Deutschland' zitiert, der an die Vorbildfunktion der Rennfahrer appelliert. Könne auch nur bei einem Rennen Tabakwerbung gesehen werden, untergrabe dies die eigene EU-Gesetzgebung, mit der man die jährlich rund 500.000 Todesopfer am blauen Dunst in der EU verringern möchte.

Deutschland war das einzige Land, das sich zunächst erfolgreich dagegen gewehrt hatte, dass auch bei grenzüberschreitenden Sportveranstaltungen Sponsoring mit dem blauen Dunst nicht erlaubt ist. Nun will die EU durchsetzen, dass auch Nicht-EU-Länder dazu verdonnert werden, das Sponsoring aufzugeben, wenn die Veranstaltung in der EU zu sehen ist, was Kritiker als Überschreitung der Kompetenz ansehen.

Kyprianou glaubt, dass auch Ferrari wie die anderen Teams ohne Tabaksponsor auskommen kann. Der vor zwei Jahren bis 2011 verlängerte Vertrag mit Ferrari soll den Italienern pro Jahr geschätzte 58 Millionen Euro einbringen. Der EU-Abgeordnete hat bereits einen Brief nach Maranello gesendet, ebenso an Prinz Albert von Monaco und den Automobilweltverband FIA. Demnächst soll es ein Treffen mit der chinesischen Regierung geben.

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