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Berger: "Vettel ist eine andere Art Rennfahrer"

10. August 2007 - 09:51 Uhr

Der Anteilseigner der Scuderia Toro Rosso über seine "Problem-Fahrer", Neuzugang Sebastian Vettel sowie die sportlichen Ziele mit seinem Rennstall

Gerhard Berger
Gerhard Berger hofft, dass er kommendes Jahr eine bessere Fahrer-Paarung hat
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - In der dreiwöchigen Pause zwischen dem Großen Preis von Ungarn und dem Rennen in der Türkei kann Gerhard Berger sich nur "halb" entspannen, schließlich kann er sich als Anteilseigner der Scuderia Toro Rosso nicht alleine auf einen Urlaub konzentrieren.

Immerhin ist der Österreicher seine Sorgen in Bezug auf die Fahrer ebenfalls "halb" los, denn Scott Speed wurde gegen Sebastian Vettel ausgewechselt, demnächst erfolgt die Bekanntgabe, dass 2008 statt Vitantonio Liuzzi wohl Sébastien Bourdais für den italienischen Rennstall an den Start gehen wird.


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Vitantonio Liuzzi und Scott Speed
Liuzzi und Speed konnten das Management nicht überzeugen
© xpb.cc

"Wir hatten technische Ausfälle, aber wir hatten auch ein Fahrerproblem", so Berger gegenüber der 'Tiroler Tageszeitung'. "In Rennen, wo es die Chance auf Punkte gab, haben die Fahrer versagt. Es hat sich eine Unruhe entwickelt, die aussortiert werden musste." Speed sei schlichtweg "nicht gut genug für die Formel 1" gewesen und Liuzzi habe "genug Platz nach oben".

Der 47-Jährige hat Speed immer mangelndes Interesse an der Formel 1 vorgeworfen - das kann er von Vettel nicht behaupten. Der Deutsche verkörpere "einen anderen Level", habe er doch sein Interesse am Sport damit unter Beweis gestellt, dass er versucht hat, Fehler zu finden, die Berger während seiner Karriere gemacht hat: "Wie er analysiert, mit den Ingenieuren redet: Das ist eine andere Art Rennfahrer."

Gerhard Berger und Sebastian Vettel
Gerhard Berger erhofft sich viel von Sebastian Vettel
© xpb.cc

In Bezug auf die Leistung des Teams kommt Berger zu dem Urteil, dass man durchaus dort unterwegs ist, wo man sich in diesem Jahr erwartet hat - aber es gibt auch einige Überraschungen. So dachte man, Williams angreifen zu können. Zudem hat der Tiroler Respekt vor dem Super Aguri F1 Team: "Die haben Punkte mitgenommen, wenn es drauf ankam, und ich hatte gehofft, dass wir in diese Rolle schlüpfen könnten."

Aus eigener Kraft in die Punkte zu fahren oder sogar auf dem Podium zu stehen, ist für den Rennstall unrealistisch, wie der ehemalige Formel-1-Pilot betont: "Wir reden bei Toro Rosso von 150 Mitarbeitern gegenüber den großen Teams mit 600 bis 1.000 Mitarbeitern. Honda etwa hat knapp 800 Leute, liegt sportlich dennoch auf unserem Niveau."

"Wenn man Spitzenplatzierungen anstrebt, ist die Formel 1 zu teuer."
Gerhard Berger

Trotz aller Bemühungen, die Kosten der Formel 1 zu reduzieren, bleibt der Sport "ein Fass ohne Boden": "Wenn man Spitzenplatzierungen anstrebt, ist die Formel 1 zu teuer." Für Berger steht aus diesem Grund fest, dass für sein Team nur der Sprung ins Mittelfeld möglich sein wird: "Wenn es aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, dann gäbe es für mich auch keinen Anreiz mehr."

Berger ist bis auf eine längere Pause von Ende 2003 bis Anfang 2006 seit 1984 in der Formel 1, erst als Fahrer, dann als BMW Motorsport Direktor, nun als Anteilseigner der Scuderia Toro Rosso. In Zukunft will er seine Formel-1-Auftritte "sukzessive reduzieren", nicht mehr zu jedem Rennen kommen: "Eigentlich ist es unser Ziel, den Franz (Tost, Teamchef; Anm. d. Red.), der eine tolle Arbeit abliefert, alleine laufen zu lassen."

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