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Aerodynamik: Der wichtigste Faktor

27. August 2007 - 17:38 Uhr

Das Jahr 1967 markierte das Ende der flügellosen Formel-1-Wagen, mittlerweile entscheidet die Aerodynamik, ob ein Bolide konkurrenzfähig ist oder nicht

Williams-Windkanal
Im Windkanal werden Weltmeisterschaften gewonnen und verloren
© Williams

(Motorsport-Total.com) - Die Aerodynamik ist die Wissenschaft der Manipulation und der Nutzung des Luftstroms. Durch die hohen Geschwindigkeiten ist die Luft eine enorme Kraft und kann als Vorteil für das Auto genutzt werden. Im normalen Straßenverkehr ist ein Fahrzeug mit einer größeren Vorderseite einem größeren Luftwiderstand ausgesetzt und daher langsamer als ein kleineres Vehikel mit gleicher Leistung.

In der Formel 1 sieht es ein wenig anders aus. Hier ist der Anpressdruck jene Kraft, die auf den Boden wirkt: "Bei unseren Wagen benützen wir Flügel, die in umgekehrter Richtung wie jene von Flugzeugen stehen, um den Rennboliden besser auf die Straße zu pressen", erklärt Mark Gillan, Aerodynamikchef von Toyota. In den vergangenen Jahren haben sich die Techniken zunehmend verbessert. Man erinnere sich nur an die hohen Flügel der späten 1960er-Jahre, die des Öfteren bei hoher Geschwindigkeit einfach gebrochen sind - böse Unfälle waren die Folge.

1967 war das letzte Jahr, in dem die Rennwagen ohne Flügel unterwegs waren. In den 1970er-Jahren wurde Nutzung des Luftstroms zu einer wahren Wissenschaft. "Es ist eindrucksvoll, welchen enormen Stellenwert die Aerodynamik in den vergangenen zehn Jahren bekommen hat", so Gillan. Mittlerweile ist sie das wichtigste Element, um einen konkurrenzfähigen Wagen zu haben: "Jeder hat die gleichen Reifen und ähnliche Motoren, damit kann man sich keinen Vorteil mehr verschaffen", erläutert Gillan. Die wichtigsten Teile seien dabei der Front- und der Heckflügel.

Gillan: "Vor allem der Frontflügel spielt eine sehr wichtige Rolle. Er verteilt den Anpressdruck auf die Vorderseite des Wagens und garantiert damit Stabilität und erhöht den Grip." Aber der Frontflügel lenkt auch den Luftstrom von den Reifen weg. "Da wir die Pneus nicht verdecken dürfen, ist das die beste Lösung", erklärt der Direktor.

In der heutigen Zeit werden aerodynamische Veränderungen zuvor auf dem Computer simuliert, bevor man sie auf der Rennstrecke anwendet. Sämtliche Teams in der Formel 1 haben Windkanäle, in denen sie ebenfalls neue Technologien testen können. "Wir verbringen im Jahr 8.000 bis 9.000 Stunden im Windkanal", gibt Gillan einen Einblick in die zeitaufwändige Arbeit.

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