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Wurz: Ohne Traktionskontrolle ändert sich nicht viel

26. Juli 2007 - 12:50 Uhr

Fans, die sich kommendes Jahr durch das Verbot der Traktionskontrolle driftende Autos und rauchende Reifen erhoffen, muss der Williams-Pilot enttäuschen

Alexander Wurz
Alexander Wurz wäre lieber weiterhin mit Traktionskontrolle gefahren
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Ab dem kommenden Jahr wird im Zuge der Einführung einer einheitlichen Elektronik-Einheit (ECU) die Traktionskontrolle abgeschafft. Können sich die Fans also wieder vermehrt auf qualmende Reifen, schwarze Gummispuren und Drifts freuen? In dieser Woche probierten einige Teams bei Testfahrten die Einheits-ECU aus und fuhren dabei auch ohne Traktionskontrolle.

Doch nach Aussage von Williams-Pilot Alexander Wurz sollten sich die Formel-1-Fans nicht zu viele Hoffnungen auf spektakuläre Bilder machen. "Mit Traktionskontrolle mit einem Formel-1-Auto zu fahren, ist völlig anders als mit Traktionskontrolle mit einem Straßenauto zu fahren", so Wurz im Podcast seines Rennstalls. "Dort dient es lediglich der Sicherheit und ist eine großartige Sache."

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Konkret verhindert eine Traktionskontrolle das Durchdrehen der Räder beim Beschleunigen, was vor allem bei Fahrzeugen mit Heckantrieb wichtig ist, da PKW mit durchdrehenden Antriebsrädern am Heck von Laien auf Schnee oder rutschigem Untergrund schwer zu kontrollieren sind und es leicht zu einem Dreher oder Ausrutscher in den Straßengraben kommen kann.

"Bei einem Rennfahrzeug gestaltet die Traktionskontrolle das Fahren nicht einfacher, sie bringt dich einfach auf ein anderes Limit-Niveau und zu einer anderen Arbeitsweise der Reifen", so Wurz. "Aus diesem Grund wurden die Motoren völlig anders konstruiert, da man keine Fahrbarkeit brauchte und die maximale Leistung als Ziel ausgeben konnte."

In der Tat lässt die Traktionskontrolle ein gewisses Maß an Schlupf - also Durchdrehen der Räder - zu, um die Kraft des Motors über die Reifen optimal auf die Straße zu bringen. Eine so exakte Dosierung der Motorleistung kann kein Rennfahrer über das Gaspedal so gut realisieren wie die Elektronik. Damit werden die Rundenzeiten etwas ansteigen.

"Es gibt viele Aspekte, die man sich anschauen wird, wenn man die Traktionskontrolle für das kommende Jahr entfernt", sieht Wurz das Verbot eher als Herausforderung für die Ingenieure an. In Zukunft muss der Gaspedalverlauf wieder für eine "glattere" Leistungskurve sorgen, denn Leistungsspitzen konnte bisher die Elektronik zum Teil kaschieren.

"Ich persönlich mag es, mit Traktionskontrolle zu fahren, aber theoretisch sollte mein Fahrstil für das Fahren ohne Traktionskontrolle sehr gut sein", so der Österreicher weiter. "Ich bin aus diesem Grund völlig offen gegenüber dem, was kommt. Für die Fahrer ist es mit oder ohne Traktionskontrolle alle gleiche. Das Limit wird sich nur leicht verändern."

Nach Aussage des 33-Jährigen sei aber nicht nur die Traktionskontrolle dafür verantwortlich, dass moderne Formel-1-Autos kaum noch driften oder die Hinterräder durchdrehen - die Fans dürften also im kommenden Jahr enttäuscht werden: "Es wird nicht viel Driften in den Kurven geben - das ist ein Ding der Vergangenheit. In der modernen Formel 1 wird das nicht passieren."

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