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Vasselon: "Der Kurs hat für ein paar gute Rennen gesorgt"

30. Juli 2007 - 19:53 Uhr

Der Technikdirektor im Teaminterview über seinen steifen Nacken, und die Tücken und Herausforderungen des Hungarorings vor den Toren Budapests

Pascal Vasselon
Pascal Vasselon mag den Kurs von Budapest nicht besonders
© Toyota

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Zunächst einmal, wird deine Nackenstütze in Ungarn weg sein?"
Pascal Vasselon: "Das hoffe ich! Ich wachte am Freitagmorgen in Silverstone mit Schmerzen im Nacken auf. Die Ursache hierfür ist eine alte Judo-Verletzung. Als ich jünger war, verletzte ich rund um das Rückgrat mehrmals Muskeln. Ich habe einen Wirbel, der sich zu leicht bewegt, und während der vergangenen 20 Jahre hatte ich rund 30 mal einen steifen Nacken, würde ich sagen."

"Für gewöhnlich hält dies nur einen oder zwei Tage an, und der Wirbel geht wieder an seinen Platz zurück. Aber dieses Mal wurde es einfach schlimmer und schlimmer. Ich wurde untersucht und dabei wurde herausgefunden, dass er diesmal hervor steht. Vielleicht werden diese Dinge mit dem Alter schlimmer!"

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Frage: "Hast du Judo auf hohem Niveau betrieben?"
Vasselon: "Nun, tatsächlich bis auf nationale Ebene, als ich 17 oder 18 war. Ich hörte damit auf, denn das Verletzungsrisiko konnte ich nicht mit meinem Studium vereinbaren. Es ist ein wirklich aggressiver Sport - eine gute Vorbereitung auf die Formel 1! Wenn du trainierst und intensiv im Wettbewerb stehst, dann verletzt du dich einige Male im Jahr."

Frage: "Ihr habt in der Nürburgring-Lotterie verloren, aber wie stark wart ihr vor dem Rennen?"
Vasselon: "Es sah ähnlich wie in Silverstone aus, welches eines unserer besten Wochenenden in Bezug auf die reine Geschwindigkeit war, wenn man sich das Qualifying und den Speed von Ralf im Rennen angeschaut hat."

"Wir waren im Qualifying auf dem Nürburgring tatsächlich ein wenig enttäuscht. Wir waren davon ausgegangen, dass wir um den sechsten Platz kämpfen, was uns nicht gelang. Es fehlte nicht viel, aber wir hatten gehofft, besser abzuschneiden. Der Speed war vorhanden, die Arbeit am Setup funktionierte gut, und wir hatten eine klare Richtung. Wir dachten, dass wir vor Renault und Red Bull liegen würden."

Frage: "Wie unterschiedlich ist die Herausforderung Budapest?"
Vasselon: "Am Nürburgring verwendeten wir mittleren Abtrieb und in Budapest braucht man sehr viel Abtrieb, denn die Durchschnittsgeschwindigkeit ist sehr niedrig."

"In Ungarn kann man wirklich Abtrieb hinzufügen und Rundenzeit gewinnen, selbst wenn damit eine Menge Luftwiderstand verbunden ist. Man tendiert dazu, mehr vom Abtrieb zu profitieren als durch den Luftwiderstand zu verlieren. Dieser Kurs hat geringere Anforderungen an die Effizienz."

Frage: "Wie viel Ressourcen in der Fabrik weist du für ein solch spezifisches Setup zu?"
Vasselon: "Man versucht immer, die Ressourcen so gut wie möglich zu nutzen, und es wäre dumm, diese zu einem großen Prozentsatz für ein Rennen zuzuweisen. Du weist sie also entsprechend des Prozentsatzes der Rennen zu, die mit einem gegebenen Abtrieb-Paket gefahren werden. Wir wissen ziemlich genau, in welchem Abtrieb-Luftwiderstand-Fenster wir arbeiten werden, und dementsprechend werden die Ressourcen auf die Anzahl der Rennen in diesem Fenster verteilt."

Frage: "Der letzte Teil der Runde ist nun schneller. Hat dies überhaupt einen Einfluss auf die Kühlung?"
Vasselon: "Ungarn ist einer jener Orte, an dem wir effektiv Probleme mit der Kühlung der Bremsen und des Motors haben. Das liegt nicht daran, dass auf diesem Kurs eine hohe Bremsenergie verwendet wird, oder daran, dass viel mit Vollgas gefahren wird, es liegt daran, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit niedrig ist, was einfach bedeutet, dass die Kühlung geringer ausfällt."

"Also ja, sobald man einen Teil der Strecke schneller gestaltet, reduziert man dies ein wenig, aber in Bezug auf die Durchschnittsgeschwindigkeit war dies kein großer Schritt. Es ist immer noch eine Strecke mit einer niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeit, und aus diesem Grund erwartet man typischerweise ein paar Probleme mit der Kühlung, besonders in Bezug auf den Motor, denn für gewöhnlich ist die Lufttemperatur sehr hoch."

"Dies beeinflusst die Kühlung der Bremsen nicht, denn die Temperaturen sind hier viel höher, aber in Bezug auf die Kühlung des Motors muss man in Budapest mit der Durchschnittsgeschwindigkeit und der Lufttemperatur umgehen. Wir bekommen es hier mit dem höchsten Level der Motor-Kühlung zu tun."

Frage: "Welche Folgen hatten die im vergangenen Jahr unüblich niedrigen Lufttemperaturen?"
Vasselon: "Das vergangene Jahr war wirklich interessant und herausfordernd, und mit einem komplett trockenen Wochenende hätte es für Toyota ein sehr gutes Wochenende werden können. Wir trafen im Vergleich zu den anderen eine andere Reifenwahl."

"Budapest ist für gewöhnlich heiß und man kann eine Menge gewinnen, wenn man auf die weiche Reifen-Mischung setzt, was mit der Natur des Asphalts zu tun hat - er hat eine sehr kleine Körnung, was wenig Haftung bedeutet."

"Aber im vergangenen Jahr zeigte die sehr weiche Mischung Graining, und wir entschieden uns aus diesem Grund, einen guten Schritt härter zu gehen als die anderen. Und dann war das Wetter viel kühler, so dass die weiche Mischung absolut nicht geeignet war, die eine hohe minimale Asphalttemperatur braucht, um überleben zu können. Mit unserer Reifen-Wahl sahen wir ganz gut aus, aber im Rennen hatten wir Regen und konnten daraus keinen Vorteil ziehen."

Frage: "Was hältst du vom Hungaroring als Strecke?"
Vasselon: "Mit der Strecke ist es ein wenig so wie mit dem Reglement - wir alle bekommen es mit denselben Bedingungen zu tun und man muss einfach die bestmögliche Vorbereitung leisten. Aber ich nehme an, dass Budapest nicht mit Spa mithalten kann, wenn man den Enthusiasmus-Faktor analysiert. Aber es hat ein paar gute Rennen hervorgebracht. 2003 drehte sich Ralf auf einer Strecke, die dafür bekannt ist, dass es dort schwierig ist, zu überholen, in der ersten Runde, nahm das Rennen von hinten im Feld auf und kam als Vierter ins Ziel!"

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