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Symonds: "Stimmungslieder wird wohl niemand singen"

23. Juli 2007 - 01:59 Uhr

Chefingenieur Pat Symonds analysiert im Interview nach dem Rennen die unerwartet schlechte Performance seines Renault-Teams am Nürburgring

Pat Symonds
Pat Symonds lässt trotz des gestrigen Rückschlags den Kopf nicht hängen
© Renault

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Pat, ich glaube, Ihr hattet einen harten Grand Prix heute, oder?"
Pat Symonds: "Absolut. Wir mussten nahezu pausenlos in sehr kurzer Zeit auf eine Vielzahl von Ereignissen reagieren. Am Anfang war es noch vergleichsweise einfach: Wir wussten, dass Regen kommen würde, als es auch prompt zu schütten begann. Spannender ging es gegen Rennende zu. Erneut war klar, dass es regnen würde, und Heikki Kovalainen musste seinen letzten Boxenstopp noch absolvieren. Zu diesem Zeitpunkt stand eigentlich fest, dass er es deswegen nicht in die Punkteränge schaffen würde. Also haben wir ihn zeitgleich auf Regenreifen gestellt in der Hoffnung, dass die Wolken ihre Schleusen sofort öffnen würden. Dies taten sie leider vier Minuten später als erwartet. Unsere Chancen standen nicht schlecht, also hatten wir allen Grund, das Risiko einzugehen."

Frage: "Ihr habt neu entwickelte Teile eingesetzt. Wie haben sie sich bewährt?"
Symonds: "Dabei geht es in erster Linie um einen neuen Frontflügel. Alle unsere Messwerte und Daten weisen darauf hin, dass er eine echte Verbesserung darstellt und uns genau jenen Wettbewerbsvorteil bietet, den wir erwartet haben. Unser Hauptproblem an diesem Wochende betraf die Reifen, deren Potenzial optimal zu nutzen uns schwer gefallen ist. Dies spiegelt sich leider in unserer Performance wider."

Frage: "Und was nun?"
Symonds: "Jetzt gehen wir für drei Tage in Spanien testen. Diese Versuchsfahrten sind für uns sehr wichtig: An diesem Wochenende haben wir allen Verbesserungen zum Trotz im Vergleich zu unseren Wettbewerbern offensichtlich an Boden verloren. Wir müssen herausfinden, woran dies liegt. Dafür steht uns vor Beginn der Sommertestpause nur noch diese eine Gelegenheit zur Verfügung. Es hängt also viel davon ab, dass wir an allen drei Tagen möglichst problemlos unser Programm abspulen können und dabei gute Resultate erzielen."

Frage: "In welcher Stimmung macht ihr euch hier vom Nürburgring aus auf den Weg nach Hause?"
Symonds: "Nun ja, Stimmungslieder wird wohl niemand singen. Aber das ist nach einem Tag, an dem wir alle uns sich darbietenden Möglichkeiten ungenutzt verstreichen ließen, eigentlich auch verständlich. Aber wir haben bereits zu Saisonbeginn gezeigt, dass der Teamgeist bei uns funktioniert. Dies werden wir erneut unter Beweis stellen und ein weiteres Mal zurückschlagen. In den Workshops schreitet die Arbeit hochmotiviert voran. Die Kollegen dort rackern hart, um uns mit den neuen Teilen zu versorgen, die wir in den kommenden Wochen dringend benötigen. Jetzt und künftig liegt es an uns, sie auch so einzusetzen, dass wir den größtmöglichen Profit aus ihnen schöpfen. Dies geht beim Großen Preis von Ungarn bereits los."

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