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Michael fordert den Ground-Effect zurück

05. Juli 2007 - 14:06 Uhr

Williams-Technikchef Sam Michael ist sich sicher, dass der Ground-Effect das Überholen in der Formel 1 massiv erleichtern würde

Sam Michael
Sam Michael findet, dass der Ground-Effect reaktiviert werden sollte
© Williams

(Motorsport-Total.com) - Seit Jahren machen sich die schlauen Köpfe der Formel 1 nun schon Gedanken, wie man die Königsklasse des Motorsports für den Zuschauer wieder attraktiver machen könnte. Vor allem die mangelnden Überholmanöver sind dabei ein Kritikpunkt, doch konstruktive Vorschläge hat es in letzter Zeit keine gegeben.

Williams-Technikchef Sam Michael hat die überfrachtete Aerodynamik mit dem hohen Abtriebsniveau als Übeltäter ausfindig gemacht, allerdings glaubt er im Gegensatz zu anderen Experten nicht, dass es schon ausreicht, nur die Aerodynamik zu beschneiden, denn: "Schaut euch nur die Formel 3 an - das sind mit die langweiligsten Rennen zum Anschauen. Die Reduktion des Abtriebs ist also keine Lösung für die Formel 1", erklärte er gegenüber 'autosport.com'.

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"Ich glaube, dass wir von der Erfahrung, die die Formel 1 in den 1980er-Jahren gemacht hat, profitieren können, also Ground-Effect viel mehr genutzt wurde als heute. Die Faktoren, die die Formel 1 schlechter gemacht haben, waren nämlich das Verbot des Ground-Effects und das Anheben des Frontflügels - der wurde in den vergangenen fünf Jahren um 150 Millimeter nach oben gezogen. Durch diese beiden Dinge sind die Autos sehr sensibel, was den Luftstrom angeht", so Michael.

Der Ansatz klingt plausibel: Immer wieder beschweren sich die Fahrer darüber, dass sie sich nicht nahe genug an einen Vordermann heransaugen können, weil durch die Luftverwirbelungen des vorderen Autos der Vorteil des Windschattens komplett verloren geht. Also würde es Sinn machen, Abtrieb nicht nur über die Flügel zu generieren, sondern durch Unterdruck unter dem Chassis, weil man dann weniger auf einen sauberen Luftstrom angewiesen wäre.

Seitens der Sporthoheit wurde der Ground-Effect seinerzeit bekämpft und per 1983 effektiv eliminiert, weil die Geschwindigkeiten und das Risiko zu hoch wurden. Aber: "Ich glaube nicht, dass ein Ground-Effect-Auto zu riskant wäre", winkte Michael ab. Das Reifenmonopol sei in dieser Hinsicht ein großer Vorteil: "Wenn die Autos zu schnell werden, dann kann Bridgestone das von einem Rennen zum nächsten ändern."

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