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Kubica: "Ich erledige nur meine Aufgabe"

05. Juli 2007 - 21:57 Uhr

Der BMW Sauber F1 Team Fahrer über die Motorsportzukunft in Polen, die Stärken seines Teams und die Tücken der Fahrzeugelektronik

Robert Kubica
Robert Kubica erwartet keine großen Verschiebungen ohne Fahrhilfen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - #Frage: "In Polen fristet der Motorsport noch ein Schattendasein. Glaubst du, dass sich da etwas ändern könnte, wenn du weiterhin erfolgreich bist und vielleicht sogar einen WM-Titel gewinnst?"
Robert Kubica: "Vielleicht, vielleicht auch nicht. Für die jungen Fahrer hoffe ich es. Das ist aber nicht meine Aufgabe. Ich habe das alles in den vergangenen 10 Jahren bereits durchlaufen und das war nicht einfach, vor allem für die, die mir helfen wollten. Aber das hat sich schon etwas geändert."

"Wenn jetzt ein Pole außerhalb Polens Kart fährt, weiß man, dass aus ihm etwas werden kann. Als ich zum ersten Mal in Italien fuhr und Zweiter wurde, fiel den Leuten bei Polen nur der vorherige Papst ein. Nun kennen sie Kubica. Nun ist das wohl einfacher. Früher ging man zu einem Team, dort fragten sie nach Geld, aber es standen viele Fahrer Schlange. Und sie erwarteten nicht, dass aus Polen gute Fahrer kommen. Das ist nun anders, denke ich."

Frage: "Hat deine Zeit in Italien das aus dir gemacht, was du heute bist?"
Kubica: "Ja, ich glaube schon. Ich wuchs natürlich in Polen auf und habe dort das Fahren gelernt. Aber in Italien habe ich die Mentalität und das Arbeiten im Motorsport gelernt."

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Kleine Verbesserungen am BMW Sauber F1.07

Frage: "Kommen wir zu jüngeren Ereignissen. Glaubst du, dass dein Rennen in Magny-Cours dein bisher stärkstes in diesem Jahr war?"
Kubica: "Nein, ich glaube, bei anderen Gelegenheiten waren wir noch weiter vorn. Aber die Leistung war gut, das ganze Wochenende war ich zufrieden. Ich hoffe, dass das hier so weitergeht. Das würde unser Leben einfacher machen."

Frage: "Habt ihr euer Auto für hier noch einmal verbessern können?"
Kubica: "Ja, einige Teile wurden verbessert. Aber viel ist es nicht, es waren ja nur vier Tage Zeit. Aber die Strecke ist anders, ein wenig könnte sich das Kräfteverhältnis ändern, aber nicht sehr."

Frage: "Du hast mal gesagt, dass du nie zufrieden bist. Vor einem Jahr warst du noch nicht hier, nun bist du es und kämpfst in den Rennen sogar an der erweiterten Spitze. In gewisser Weise könntest du also zufrieden sein."
Kubica: "Ich erledige nur meine Aufgabe. Wenn ich ein Auto habe, mit dem ich um Platz 4 kämpfen kann, dann kämpfe ich um Platz 4. Im Vorjahr konnten wir noch nicht einmal um vierte Plätze kämpfen, da war es der achte. Es ändert sich, man muss die Chancen ergreifen, wenn das Auto gut ist. Aber wir hätten schon mehr Punkte holen können."

Frage: "Hast du dich an die Reifen mittlerweile gewöhnen können? Anfänglich hattest du ja Probleme damit."
Kubica: "Ja, das klappt jetzt sehr gut, schon seit einiger Zeit. Aber mit meiner Meinung über die Reifen stand ich ja nicht alleine da."

Schon jetzt Vorfreude auf Monza

Frage: "Welche Strecken dürften eurem Auto am besten liegen?"
Kubica: "Ich denke Monza. Wir haben in Montréal und Indy gezeigt, dass unser mit weniger Abtrieb tendenziell besser funktioniert. Das war schon im Vorjahr so, also können wir auch in diesem Jahr näher an den Top-Team sein. Aber im Vorjahr lief es in Magny-Cours nicht gut für uns, in diesem Jahr schon. Also werden wir allgemein besser."

Frage: "Entspricht das Auto nun komplett deinem Fahrstil oder vermisst du noch etwas?"
Kubica: "In einem Rennauto hat man nie genug Abtrieb und Grip. Aber wir arbeiten in die richtige Richtung, um das Auto zu verbessern."

Frage: "Glaubst du, dass ihr durch die Fortschritte, die ihr in diesem Jahr zeigt, im nächsten Jahr in der Lage sein könntet, um Siege zu kämpfen?"
Kubica: "Ich hoffe es. Aber in der Formel 1 weiß man es nie. Wenn man im Herbst vor einem Jahr gesagt hätte, dass wir vor Renault liegen würden, dann hätte das kaum einer geglaubt. Aber Renault war weit weg, holen nun aber wieder auf. Honda hatte auch Probleme. Das nächste Jahr wird also nicht einfach für uns, aber es ist wichtig. Und ohne Traktionskontrolle und die viele Elektronik wird es schwierig, sofort ein gutes Auto zu haben."

Unfreiwilliger Test ohne Traktionskontrolle

Frage: "Habt ihr schon Tests absolviert ohne die Elektronik?"
Kubica: "Ja, wir haben das schon einige Male bei Testfahrten probiert. Und in Monte Carlo fuhr ich im Rennen auch eine Runde ohne Traktionskontrolle."

Frage: "Warum denn das?"
Kubica: "Es gab ein Problem mit einem Sensor."

Frage: "Und wie war das?"
Kubica: "Nach ein paar Runden gewöhnt man sich daran. Man muss das Ansprechverhalten des Motors etwas ändern und auch das Setup. Aber nach einigen Testtagen wird man wieder ähnliche Rundenzeiten fahren."

Frage: "Könnte es das für die Neulinge einfacher machen, denn die fuhren solche Systeme ja vorher auch nicht?"
Kubica: "Ja, das könnte sein, aber alle guten Fahrer müssen sich schnell anpassen können. Ich glaube nicht, dass das ein Problem werden wird. Aber die GP2-Fahrer werden gegenüber jetzt einen kleineren Nachteil haben. Es stimmt zwar, dass die Traktionskontrolle das Fahren leichter macht, aber auch da muss man sich erst reinfinden uns es lernen. Wenn sich die Bedingungen ändern oder man Graining bekommt, muss man das während des Fahrens ständig anpassen."

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