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Jahr eins nach Schumi: Fans halten Nürburgring die Treue

22. Juli 2007 - 14:37 Uhr

Auch ohne "Schumi" am Start zählten die Veranstalter am Wochenende 283.000 Zuschauer, viel weniger dürfen es aber in Zukunft nicht werden

Walter Kafitz und Michael Schumacher
Walter Kafitz hat Michael Schumacher viel zu verdanken
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Trotz des Rücktritts von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher hat der Nürburgring seine Zuschauerzahlen beim Formel-1-Grand-Prix noch einmal gesteigert und geht mit einem guten Ergebnis in die selbst verordnete Pause 2008.

Die gemeinsame Entscheidung mit dem Hockenheimring, im Wechsel nur noch ein Formel-1-Rennen pro Jahr in Deutschland auszutragen, hat sich offenbar ausgezahlt und den nach Schumachers Abschied befürchteten Besucherrückgang mehr als aufgefangen. Nicht zuletzt auch, weil der Superstar seinen Fans in der Eifel am Rennsonntag nochmal seine Aufwartung machte.


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"Ein kleiner Hintergedanke war vielleicht dabei", gab Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz im Gespräch mit dem 'Sport-Informations-Dienst' zu, nachdem er dem Kerpener als erstem Rennfahrer überhaupt eine Kurve auf dem Ring gewidmet und ihn zur offiziellen Einweihung des Michael-Schumacher-S am Sonntag vor dem Rennen noch einmal in einer Ehrenrunde den Fans präsentiert hatte: "Aber in erster Linie soll es eine Auszeichnung für den größten Rennfahrer aller Zeiten sein."

Dennoch dürften einige der 135.000 Zuschauer am Sonntag sicher noch ein letztes Mal wegen Schumacher in die Eifel gekommen sein. Von Freitag bis Sonntag zählten die Verantwortlichen insgesamt 283.000 Besucher, 7.000 mehr als im Vorjahr. Damals waren aber in Aktionen mit Schulen insgesamt 20.000 Kinder zum Ring gekommen, was in diesem Jahr wegen der Sommerferien nicht möglich war. Mit den 28.000 Fans vom Schnuppertag am Donnerstag waren es 311.000 Zuschauer.

Für eine positive Zukunft der Traditionsstrecke ohne den siebenmaligen Weltmeister als Zugpferd soll unterdessen der bevorstehende Ausbau zur "Erlebnisregion Nürburgring" sorgen - für Kafitz ähnlich bedeutsam wie der Neubau der GP-Strecke in den 80er Jahren, der überhaupt erst die Rückkehr der Formel 1 in die Eifel möglich gemacht hatte.

Neben einer neuen Haupttribüne mit einer weiteren Business-Lounge entstehen vor allem ein neues Hotel sowie ein überdachter Boulevard inklusive einer 2.500 Quadratmeter großen Indoor-Arena mit 4.000 Sitzplätzen. Damit soll der Nürburgring mit seiner schon bestehenden Erlebniswelt zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum und langfristig unabhängig von der Formel 1 werden.

Schon heute schreibt die Rennstrecke bei allen Veranstaltungen schwarze Zahlen, mit Ausnahme der Gastspiele der Formel 1, die jährlich für Verluste in Millionenhöhe gesorgt haben. Deshalb ist Kafitz auch ein Befürworter der Rotation mit Hockenheim gewesen, die dafür sorgt, dass 2008 erstmals seit 1994 wieder kein Grand Prix in der Eifel stattfindet. "Den Kaufmann freut es, der Sportler hat eine Träne im Auge", sagte Kafitz: "Aber jeder Kompromiss hat seinen Preis."

2009 ist der Nürburgring noch einmal an der Reihe. Über eine Vertragsverlängerung ab 2011 will Kafitz erst im Jahr davor verhandeln. Dabei stellte er jetzt deutlich klar, dass es für einen neuen Vertrag auch eine Schmerzgrenze gibt. "Wenn der Ertrag für die Region die Kosten übersteigt, dann ist Schluss", erklärte Kafitz.

Der strukturschwachen Eifel brachten die Formel-1-Gastspiele auf dem Nürburgring, der zu 90 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz und zu 10 Prozent dem Landkreis Ahrweiler gehört, jährlich rund 60 Millionen Euro Umsatz sowie 10 Millionen Euro Nettowertschöpfung.

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