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Fry: Honda hat mit dem Fall nichts zu tun

09. Juli 2007 - 19:42 Uhr

Der Teamchef von Honda über das Bewerbungsgespräch von Nigel Stepney und Mike Coughlan und die entlastenden Worte von FIA-Präsident Max Mosley

Nick Fry (Teamchef)
Nick Fry wusste nicht, was seine zwei Bewerber ausgeheckt haben
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 hat dieser Tage einen Spionage-Fall, wie ihn ein Hollywood-Regisseur kaum hätte besser in Szene setzen können. Zwei offenbar frustrierte Angestellte zweier Top-Teams stellen sich als Freunde bei einem Konkurrenten vor.

Der eine war Nigel Stepney, der von Ferrari mittlerweile entlassen wurde, weil er angeblich Insiderinformationen an seinen Freund weitergeleitet hat und die Ferrari-Boliden vor dem Monte Carlo-Rennen sabotieren wollte.


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Der andere war Mike Coughlan, seines Zeichen bis vor wenigen Tagen noch Chefdesigner bei McLaren-Mercedes, bei dem zu Hause 500 Seiten Insiderinformationen über den Ferrari F2007 gefunden worden waren.

Anfang Mai hatte sich Honda-Teamchef Nick Fry mit Stepney getroffen, am 1. Juni holte Stepney quasi zur Verstärkung seinen Kumpel Coughlan mit dazu. Die Frage, die sich nun natürlich jeder stellte: Boten die beiden Honda Insiderinformationen an? Oder wollten sie diese nur nach einer Anstellung bei den Japanern verwenden, um sich gleich einen "guten Ruf" zu verschaffen, indem man dem lahmenden Auto die Sporen gibt?

"Die Leute lieben Verschwörungstheorien oder was auch immer, aber für mich waren das einfach zwei Kerle, die einen Job wollten", so Fry im Interview mit 'autosport.com' über die damaligen Treffen. Der Brite erklärt, dass jene Gespräche ähnlich verliefen wie zahlreiche andere Bewerbungsgespräche zuvor.

Als Berichte über das mysteriöse Pulver an den Ferrari-Tanks auftauchten, sei er "nicht misstrauisch oder verwirrt" gewesen, aber er habe sich natürlich gefragt, was da vor sich geht, auch wenn man sich keine Sorgen machte, schließlich hatte man nur ein normales Bewerbungsgespräch geführt.

Fry hat auch keinen Grund gesehen, seinen Kollegen Ron Dennis darüber zu informieren, dass Mike Coughlan bei ihm vorstellig wurde: "Dazu gab es keinen Grund. Ich meine, man spricht mit den Leuten auf der Basis, dass dies vertraulich geschieht. Wenn die Leute denken, dass du augenblicklich ihren Boss anrufst und sagst 'Ach, übrigens...', dann würdest du diesbezüglich eine Menge Vertrauen verlieren."

Da McLaren-Mercedes in der entsprechenden Pressemitteilung der Entlassung den Namen Mike Coughlan nicht nannte und er zudem in Japan unterwegs war, rief er McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh erst ein paar Tage später an und informierte ihn über das Treffen, versicherte, dass nichts angeboten oder angenommen wurde.

Der ganze Fall habe nichts mit Honda zu tun, dies müssten Ferrari, McLaren-Mercedes und der Automobilweltverband FIA unter sich ausmachen, auch wenn man auf Anfrage alle Informationen bereitstellen möchte. Max Mosley hatte am Wochenende bereits bestätigt, dass es keine Anhaltspunkte gibt, dass das Honda Racing F1 Team in den Fall verwickelt ist.

"Ich war wirklich froh darüber, was Max zu sagen hatten", so Fry. "Ich kam am Samstagabend spät nach Hause und schaute in den Teletext und sah, dass Max in unsere Richtung Kommentare abgegeben hat, die positiv waren. Natürlich werden wir jedes Detail liefen, wenn die FIA etwas möchte."

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