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Ein lehrreiches Wochenende für Lewis Hamilton
Lewis Hamilton erlebte beim zehnten Saisonlauf seinen ersten schweren Unfall, seinen ersten folgenschweren Fahrfehler und seine erste "Nullnummer"
(Motorsport-Total.com) - Neun Rennen in Folge stand Lewis Hamilton auf dem Podium, diese einmalige Erfolgsserie eines Formel-1-Neulings ist auf dem Nürburgring gerissen. Lewis Hamilton erlebte schon am Samstag im Qualifying einen bösen Schreckmoment, als er wegen eines technischen Defekts von der Strecke abkam.
Der heftige Einschlag in die Reifenstapel schockte den Briten, er blieb aber fast unverletzt: "Ich hatte wirklich sehr große Schmerzen in der Brust", so Hamilton gegenüber 'Reuters', der am Morgen eine Prellung im Brustbereich bemerkte.

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Der WM-Führende war schon krank an die Strecke gereist: "Ich war komplett krank, hatte einen meiner heftigsten Unfälle, den ich je hatte. Hatte dann einen Plattfuß, rutschte in das Kiesbett, dann begann es zu regnen."
Das Team musste das Auto bis auf den Motor praktisch komplett neu aufbauen: "Das war für mich schwierig, denn ich bin gleich in einem neuen Auto auf die Strecke gegangen. Nach dem gestrigen Crash war alles komplett neu. Ich kannte das Auto also nicht einmal richtig. Aber ich gebe nie auf - ich habe bis zur letzten Runde Druck gemacht."
Im Rennen war von Startplatz zehn aus im Prinzip alles möglich weil das Wetter den Faktor Glück beim Europa-Grand-Prix eine wichtige Rolle zuteil werden ließ, doch gerade der Regen machte dem 22-Jährigen das Rennen zunichte, als er von der Strecke rutschte. Der Motor lief zum Glück weiter, und so konnte er die Fahrt nach der Bergung aus dem Kiesbett fortsetzen.
Davor war Hamilton direkt nach dem Start in der zweiten Kurve sogar noch von Robert Kubica berührt worden, der seinerseits von Nick Heidfeld angestoßen worden war. Dadurch wurde der McLaren-Mercedes beschädigt, was das Team während der Unterbrechung eiligst reparieren konnte.
Später zockte er und setzte als erster Pilot auf Trockenreifen, was in einem Ausritt neben die Strecke und in einem Dreher endete: "Das war meine Entscheidung", gestand Hamilton der 'BBC' nach dem Rennen ein. "Man hat ein schlechtes Wochenende, lernt seine Lektionen und die habe ich nun erhalten", so Hamilton, der sich beim neuerlichen Regenschauer zum Rennende erneut "verzockte", da er auf Trockenreifen blieb, diese dann aber kurte Zeit später doch gegen Regenreifen eintauschen musste.
"Es war für mich ein außergewöhnliches Wochenende und für mich eine gute Erfahrung. Um ehrlich zu sein, habe ich das Rennen genossen", gibt sich Hamilton gegenüber 'ITV' philosophisch. "Ich bin dieses Mal nicht auf das Podium gestiegen, das ist für mich eine neue Erfahrung. Aber ich hatte ja schon zuvor gesagt, dass dieser Tag kommen wird. Man kann nicht Rennen für Rennen einen perfekten Tag haben. Ich war darauf vorbereitet. Ich habe alles gegeben, um aufzuholen, aber nun gratuliere ich Alonso, er fuhr ein fantastisches Rennen. Es ist noch nicht vorbei."
Auch wenn an diesem Wochenende eigentlich von A bis Z alles nicht ganz gepasst hat, bleibt Hamilton positiv gestimmt: "Es war in Bezug auf das Lernen ein großartiges Wochenende. Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich in Bezug auf die Erfahrung einen großen Schritt nach vorn gemacht habe. Ich habe heute zehnmal so viel gelernt wie im Rennen zuvor."
Gegen Rennende funkte Teamchef Ron Dennis die FIA an, denn die Rennleitung hatte gerade Lewis Hamilton dazu aufgefordert, die Führenden überrunden zu lassen, obwohl der Brite noch weit davor lag. Anschließend hing der Rookie hinter Massa fest, der langsamer fuhr: "Ich denke, dass ich da rund zehn Sekunden verloren habe. Ohne das hätte ich ein paar Punkte geholt. Aber ich führe die Weltmeisterschaft immer noch an."









