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Davidson: "Ich kann es kommen spüren"

03. Juli 2007 - 20:47 Uhr

Anthony Davidson im Interview über seine bisherigen Erfahrungen als Rennfahrer und sein Ziel, endlich die ersten WM-Punkte zu holen

Anthony Davidson
Bis auf die fehlenden Punkte ist Anthony Davidson mit der Saison zufrieden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Anthony, wie fühlst du dich?"
Anthony Davidson: "Ich bin zufrieden mit meinen bisherigen Leistungen. Ich bin auf dem Niveau, auf dem ich sein wollte, und ich habe die Resultate geholt, die ich holen wollte. Ohne ein bisschen Pech hier und da hätte ich schon Punkte in der Tasche, also mache ich mir deswegen keinen Druck. Ich freue mich auf den Rest der Saison und darauf, in den nächsten Rennen noch mehr herauszuholen."

Frage: "Ist das Leben als Rennfahrer so, wie du es dir vorgestellt hast?"
Davidson: "In vielerlei Hinsicht schon, aber als Freitagsfahrer habe ich ja schon mitbekommen, wie ein Rennwochenende abläuft. Durch das Arbeiten an der Seite von erfahrenen Piloten wie Jenson (Button; Anm. d. Red.), Rubens (Barrichello; Anm. d. Red.), Jacques (Villeneuve; Anm. d. Red.) und Olivier (Panis; Anm. d. Red.) habe ich viel gelernt und ich habe immer mitbekommen, was sie auf und abseits der Strecke machen mussten, insofern war ich gut vorbereitet."

Davidson fühlt sich in seiner neuen Rolle wohl

"Es macht Spaß, wieder Rennen zu fahren. Ich hatte den Teil schon fast vergessen, wie viel Spaß es macht, Rad an Rad zu kämpfen. Es macht wirklich Freude, das wieder tun zu können. Wenn ich etwas nicht erwartet hatte, dann dass es unter Druck ein bisschen hart werden kann, aber insgesamt war es die erwartet einfache Umstellung vom Test- zum Rennfahrer."

"Das Rennfahren ist ohne Zweifel das Beste!"
Anthony Davidson

Frage: "Was gefällt dir an deinem Job und was weniger?"
Davidson: "Das Rennfahren ist ohne Zweifel das Beste! Ich glaube nicht, dass es etwas gibt, was mir nicht gefällt. Ich hätte mit dem Rennfahren schon vor langer Zeit aufgehört, wenn das anders wäre. Natürlich ist es manchmal frustrierend, wenn man nicht schneller ist und in der Startaufstellung so weit hinten steht, aber das ist nur natürlich und geht jedem Fahrer so, der nicht andauernd gewinnt."

Frage: "Erkläre uns eine Runde in Silverstone, der nächsten Station auf dem Kalender!"
Davidson: "Silverstone ist eine großartige Strecke. Es ist eine der älteren Strecken auf dem Kalender, eine mit viel Charakter. Der erste Sektor ist der entscheidende. Wenn du den hinbekommst, hast du eine ziemlich gute Zeit in der Tasche, auch wenn die zweite Hälfte der Runde nicht ganz optimal ist. Im ersten Sektor kannst du alles gewinnen oder alles verlieren."

"Es ist leicht, die Zeit in Copse, der ersten Kurve, und Maggotts und Becketts, der folgenden Kurvenkombination, wegzuwerfen. Da gewinnst oder verlierst du gleich mal vier Zehntel, die du im Nachhinein schwer findest. Das ist der flüssigste und schnellste Abschnitt der Strecke. Copse ging immer im siebenten Gang. Keine Ahnung, wie das mit den neuen Einheitsreifen laufen wird, aber man muss da richtig Mut haben, daher lohnt es sich, da das Herz in die Hand zu nehmen."

Silverstone ist ein Kompromiss

"Der Rest der Strecke ist Durchschnitt und fühlt sich irgendwie künstlich, aber auch technisch an. Ich weiß, dass die ganze Strecke künstlich angelegt ist, aber der erste Sektor fühlt sich einfach natürlich an. Von diesem Sektor ist der Rest der Strecke, zum Beispiel am Klubhaus vorbei, für die Fans, denn der Rest ist langsamer, so dass man die Autos gut sehen kann. Als Fahrer kann dieser Abschnitt aber frustrierend sein, weil er so langsam ist und das Auto nicht funktioniert, weil man keinen Abtrieb hat. Silverstone ist ein interessanter Kompromiss zwischen hohen und niedrigen Geschwindigkeiten."

"Ich habe immer wieder an den Punktepositionen angeklopft."
Anthony Davidson

Frage: "Wir haben Halbzeit in der Saison. Was sind deine Hoffnungen und Erwartungen für die restlichen Rennen?"
Davidson: "Ein paar Punkte zu holen! Ich müsste eigentlich schon seit Kanada welche haben, aber es hat eben nicht sollen sein und ich bin sicher, dass ich nahe dran bin. Ich kann es kommen spüren. Ich war in Indy Elfter und habe immer wieder an den Punktepositionen angeklopft."

"Ich warte auf ein weiteres Wochenende wie in Bahrain oder Indy, wo alles gepasst hat, aber ich brauche ein bisschen mehr Glück. Und ich brauche die helfende Hand von anderen Teams, denn wenn die vier Topteams ihre Autos ins Ziel bringen, ist es für uns sehr schwierig. Wir sind aber immer zur Stelle und kommen fast immer ins Ziel. Wir haben eine niedrige Ausfallsrate und ich denke, dass meine Zeit bald kommen wird."