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Coulthard: Silverstone braucht nur Geld

04. Juli 2007 - 12:56 Uhr

Nicht Streckenzustand und die Qualität der Anlagen würden über Silverstones Formel-1-Fortbestand entschieden, sondern die geschäftlichen Entwicklungen

David Coulthard
David Coulthard empfindet die Anlagen in Silverstone keineswegs als schlecht
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Schlechte Zufahrtswege, alte Gebäude, zu wenig Platz, altbackene Infrastruktur, zu wenig Flair - die Kritikpalette der vergangenen Jahre an Silverstone war umfangreich. Der Streckenbesitzer und Grand-Prix-Ausrichter 'BRDC' steht dabei vor einem Dilemma. Um die Formel 1 zu halten, müssten umfangreiche Änderungen gemacht werden, dafür aber fehlt das nötige Geld oder die Unterstützung der Mitglieder oder gleich beides.

Genau hier sieht auch David Coulthard den Knackpunkt: Mit mehr finanziellen Ressourcen würde Silverstone dem Formel-1-Untergang locker entgehen können. Über einen Umbauplan, dessen Punkte 25 Millionen Pfund verschlingen werden, soll in einer 'BRDC'-Versammlung Ende Juli entschieden werden. Danach hofft man, genug Trümpfe für die Verhandlungen mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone in der Hand zu halten.

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Die gesamte Aufregung kann Coulthard dabei nicht verstehen. "Ich sehe nichts an der Strecke oder den Anlagen in Silverstone, was falsch sein sollte", erklärte er. "Warum ein neuer Pressesaal mit Ledersesseln und besserem Tee und Kaffee den Grand Prix besser machen soll, verstehe ich nicht. Wir fahren auch in Brasilien und Kanada - Orte, die verglichen mit Silverstone Müllhalden sind."

"Wir fahren auch in Brasilien und Kanada - Orte, die verglichen mit Silverstone Müllhalden sind."
David Coulthard

"Dennoch reisen wir dorthin und sagen: 'Oh, es ist fantastisch, in Montréal zu sein.' Aber gibt es dort Dinge, sie einem genau das vermiesen. Aber dieses Rennen steht nicht vor der Gefahr, seinen Platz zu verlieren", so der Schotte kopfschüttelnd weiter. "Wir müssen hoffen, dass der Großbritannien-Grand-Prix auch weiterhin stattfindet. Wenn nicht, dann liegt das an finanziellen Gründen."

Schon für Vertragsverlängerung bis 2009 musste der 'BRDC' tief in die Tasche greifen. Der Streit entflammte daraufhin innerhalb der Mitglieder - erst neue Führungsstrukturen, mit Damon Hill an der Spitze, brachten wieder Ruhe. Nun steht der nächste Investitionsplan zur Entscheidung an, bisher aber ist die Ruhe innerhalb des 'BRDC' fast unheimlich.

Leere Drohungen dürfe man von Ecclestone aber nicht erwarten. "Ich möchte keinen Kalender ohne Großbritannien-Grand-Prix sehen, aber ich kann mir das vorstellen", so Coulthard. "In diesem Geschäft ist alles möglich." Eine Lösung sieht auch der Schotte in staatlichen Zuschüssen. "Silverstone ist etwas Spezielles", erklärte er. "Die Regierung sollte dort investieren - sie werden das auch mit den Steuern wieder zurückbekommen. Es ist ein wichtiges Sportereignis."