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Wurz: "Aus eigener Kraft in die Punkte fahren"

14. Juni 2007 - 20:15 Uhr

Alexander Wurz im 'Motorsport-Total.com'-Interview über Strecke und Fans in Indianapolis, den Unfall von Robert Kubica und die Ziele für den US-Grand-Prix

Alexander Wurz
Alexander Wurz möchte seinen Höhenflug in Indianapolis fortsetzen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Alex, wir sind in Indianapolis. Gefallen dir Stadt, Land und Leute?"
Alexander Wurz: "Wenn ich ganz ehrlich bin nicht. Mir ist es erstens einmal zu flach, denn ich bin einer, der gerne ein bisschen Berge um sich hat, und es ist mir ein bisschen zu viel Beton, aber die Rennstrecke hat natürlich etwas Reizvolles an sich. Indianapolis ist ein Name, der im Motorsport wahnsinnig geschichtsträchtig ist. Das ist schon lässig, aber das ist es auch schon."

Frage: "Was sagst du zur Strecke? Ist der Kompromiss zwischen Infield und Highspeedpassage das Schwierigste?"
Wurz: "Es ist wie in Kanada ein Kompromiss der Aerodynamik zwischen Topspeed, weil du eben die langen Geraden hast, und dem ganz langsamen Infield. Ich bezeichne das als Mittelmaßsektion. Da musst du einen Kompromiss machen - aerodynamisch und mechanisch. Wer das am besten kann, wird man sehen."


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Wurz von amerikanischen Fans begeistert

Frage: "Die Amerikaner unterstützen nicht wie die Europäer nur ein Team, sondern sie sind Motorsportfans. Ist das für euch angenehm?"
Wurz: "Ja, das ist schon angenehm, muss ich ehrlich sagen, denn wenn sie dich aufhalten für Autogramme, wissen sie genau, wer du bist und was du gemacht hast - und zwar von jedem. In manchen Ländern gibt es nur den Lokalmatador oder ein Team, mit dem sich die Leute beschäftigen, und das finde ich teilweise schade, denn die Formel 1 bietet von hinten bis vorne so viele tolle Charaktere und tolle Fahrer und Teams."

"Manche haben halt ein bisschen mehr Budget, manche weniger - das macht den Unterschied aus. Der wird in den Medien manchmal als eklatant groß bezeichnet, aber in Wirklichkeit sind das Peanuts. Es ist eine Respektssache, dass man alle gut behandelt, und das machen die hier. Da hast du vollkommen Recht, es sind gute Motorsportfans."

Frage: "Robert Kubica will nach seinem Unfall hier schon wieder fahren. Wie wichtig ist es für den Kopf, so früh wie möglich wieder ins Auto zu steigen, und wie hart für den Körper?"
Wurz: "Es ist nicht einfach, das aus der Distanz zu beurteilen, ohne mit ihm gesprochen zu haben oder genau zu wissen, was läuft. Es ist immer angenehm, wenn du schnell wieder ins Auto kannst, damit du deinem Kopf den Normalzustand zeigst, damit er keine Hürden, Bürden aufbauen kann. Andererseits muss man immer schauen: Findet hier nur ein Verdrängungsprozess statt oder verarbeitet man auch den Unfall?"

Unfall muss verarbeitet werden

"Wichtig ist, dass man ihn verarbeitet. Das dauert meines Erachtens ein bisschen länger als das Verdrängen, kann aber durchaus parallel vonstatten gehen. Wenn er körperlich okay ist, würde ich auch für mich selber entscheiden, so schnell wie möglich wieder ins Rennauto zu gehen und dann bei der nächsten Pause einmal die Bilder anschauen und versuchen, den Unfall aktiv zu verarbeiten - nicht dass er dann später wieder einmal rauskommt."

Frage: "Hast du deinen Podestplatz in Montréal eigentlich gefeiert?"
Wurz: "Sicher, solche Dinge gehören gefeiert."

Frage: "Was erwartest du hier in Indianapolis?"
Wurz: "Wieder ein hartes Rennen. Ich bin sicher, wir können es aus eigener Kraft in die Top 10 schaffen, wenn alles funktioniert. Das muss das Ziel sein. Noch viel wichtiger ist aber, im Rennen wieder Punkte zu sammeln. Das wird nicht gar so üppig ausfallen wie in Kanada - da war Glück auch dabei, aber das nehme ich gerne an -, aber Nico und ich können schon aus eigener Kraft in die Punkte fahren."

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