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Weber: Ralf hat ein "psychologisches Problem"

23. Juni 2007 - 10:50 Uhr

Der Ex-Manager von Ralf Schumacher über das Form-Tief des Deutschen, wie er die Zukunft des 31-Jährigen sieht und zu was er ihm raten würde

Willi Weber und Ralf Schumacher
Willi Weber rät Ex-Schützling Ralf Schumacher zu einem Teamwechsel
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nicht nur Ralf Schumacher, sondern auch sein Toyota-Team befindet sich momentan in einer Krise. Nach sieben Rennen haben die Japaner nur neun WM-Punkte auf dem Konto, Ralf Schumacher hat davon zwei geholt.

Egal, was man derzeit auch tut, es scheint alles schief zu laufen. In Montréal zerbrachen erst Aufhängungen, dann war Jarno Trulli in den Unfall von Robert Kubica verwickelt und stand so neben seinen Schuhen, dass der Italiener während der Safety Car-Phase (!) in die Reifenstapel krachte und aufgeben musste. Ralf Schumacher holte in dem Chaos-Rennen als Achter immerhin einen Punkt.

Mit drei WM-Punkten machte Trulli seinen Patzer aus Kanada mit einem starken Rennen in Indianapolis wieder gut während Ralf Schumacher sich in der ersten Kurve nach dem Start verbremste und dabei auch Kollegen mit von der Strecke räumte - erneut eine Nullnummer für den 31-Jährigen, bereits die fünfte in diesem Jahr.

Ex-Manager Willi Weber tut der Wahl-Österreicher "im Moment Leid", wie er in einem Interview mit der 'Sport Bild online' erklärt: "Es kommt jetzt alles Negative zusammen bei ihm. Ralf ist in dieser Spirale, die einen nach unten zieht. Da wieder raus zu kommen, ist unglaublich schwer. Weil es ein psychologisches Problem ist", so der Schwabe.

Weber glaubt wie Ralf Schumacher selbst und dessen Manager Hans Mahr, dass Ralf Schumacher auch in der kommenden Saison in der Formel 1 fahren wird, weil sich viele noch an die "Super-Rennen" erinnern können, die der Deutsche gefahren ist. So etwas würde man bekanntlich nicht verlernen.

Aber Weber empfiehlt seinem ehemaligen Schützling "ganz klar" einen Teamwechsel, um sich neu zu motivieren: "Ohne konkrete Namen zu nennen: Aber Ralf hat noch mehr Fans im Fahrerlager, als man glaubt", so Weber, der seinem ehemaligen Schützling empfiehlt, Toyota Ende der Saison zu verlassen.

Die Frage ist nur, in welches Team Ralf Schumacher wechseln kann? Bei den Top-Teams McLaren-Mercedes, Renault und Ferrari gibt es keinen freien Platz. Bei Honda möchte Rubens Barrichello nun wohl doch weitermachen und auch Christian Klien schielt auf das Cockpit neben Jenson Button.

BMW Sauber F1 hat keinen Grund, Fahrer zu wechseln, Red Bull Racing macht laut Helmut Marko mit Webber und Coulthard weiter, Toro Rosso setzt auf junge Fahrer und Spyker und Super Aguri kommen für Ralf Schumacher wohl kaum in Betracht.

Bliebe höchstens eine Rückkehr zu Williams, wo Alexander Wurz auf der Kippe steht. Was aber unwahrscheinlich ist, da Teamchef Frank Williams kürzlich in einem Interview erklärte, dass Schumacher "seine komplette Leidenschaft verloren" habe. Theoretisch denkbar wäre auch ein Engagement beim neuen Rennstall von David Richards, das bei einem Einsatz mit McLaren-Chassis und Mercedes-Motoren durchaus im vorderen Mittelfeld mitfahren könnte.

Toyota Motorsport-Präsident John Howett hat in Indianapolis zwar versichert, dass man an Ralf Schumacher festhalten und ihn nicht während der Saison gegen einen anderen Piloten austauschen wird, doch viele Insider sind nach wie vor der Überzeugung, dass der Deutsche die Nordamerika-Rennen tatsächlich "auf Bewährung" fuhr. Diese Insider kritisieren nun Toyota, das Vorhaben schlussendlich - warum auch immer - nicht durchgezogen zu haben. Dies sei ein Paradebeispiel für das Missmanagement bei den Japanern, das die Erfolge weiterhin ausbleiben lasse.

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